Krieg in der Ukraine: Selenskij drängt auf europäische Produktion von Flugabwehrraketen

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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Erster Gesprächstag zwischen Ukrainern und Russen in Genf beendet 

Vor Verhandlungen: Opfer in der Ukraine, Brand in Russland

Unicef: Jedes dritte Kind in der Ukraine auf der Flucht

Selenskij warnt vor neuem massiven russischen Luftangriff

Ukrainische Behörden sprechen nach Autoexplosion in Odessa von Terrorakt

Tobias Bug

Trump erhöht den Druck auf die Ukraine

Unter massivem Druck von US-Präsident Donald Trump haben Unterhändler der Ukraine und Russlands in Genf zweitägige Friedensgespräche aufgenommen. Er erwarte "große Gespräche", ⁠die "sehr einfach" sein würden, sagte Trump an Bord der Regierungsmaschine Air Force One zu Reportern. Er drängte außerdem auf ein schnelles Ende des russischen Angriffkriegs: 

Die Ukraine sollte besser schnell an den Tisch kommen.

US-Präsident Donald Trump

Am Wochenende hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij beklagt, dass sein Land größtem Druck ​ausgesetzt sei, ​Zugeständnisse zu machen, während Trump kaum Forderungen an Russland formuliere. Zentraler Streitpunkt sind Gebietsansprüche. Russland verlangt, dass die Ukraine die verbliebenen 20 ‌Prozent der Region Donezk abtritt, die Moskau militärisch bislang nicht erobern konnte. Kiew lehnt das kategorisch ab. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte: "Ich ​denke nicht, dass wir ​heute mit Neuigkeiten rechnen sollten." 

Am Mittwoch sollen ​die Verhandlungen fortgesetzt werden. Auch der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umerow dämpfte die Hoffnungen. Man arbeite konstruktiv, aber "ohne übermäßige Erwartungen", schrieb er auf der Plattform X.

Als Vertreter der US-Regierung sind Steve ‌Witkoff und Jared Kushner in Genf in einer diplomatischen Doppelrolle unterwegs. In ​einem seltenen Versuch, zwei globale Krisen gleichzeitig zu bewältigen, nahmen sie am Vormittag zunächst an indirekten Atomgesprächen mit Iran teil, ​bevor sie zu den Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau wechselten.

Überschattet wurde der Auftakt in Genf von schweren russischen Luftangriffen auf Ziele in der Ukraine in der Nacht zum Dienstag. In der südukrainischen Hafenstadt Odessa fiel nach Angaben von Präsident Selenskij infolge der Attacken auf das Energienetz für Zehntausende Menschen Heizung und Wasser aus.

Juri Auel

Selenskij drängt auf europäische Produktion von Flugabwehrraketen 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat sich zur Stärkung seines Landes für eine europäische Flugabwehrraketenproduktion besonders für Patriot-Systeme ausgesprochen. „Es gab Versprechen zu Produktionslizenzen, aber Amerika hat sich nicht dazu entschlossen, obgleich wir sowohl eine Produktion in der Ukraine als auch gemeinsam mit Nato-Partnern in der Region vorgeschlagen haben“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Er erwähnte dabei die Nachbarstaaten Rumänien und Polen. Ihm zufolge seien die aktuellen Produktionszahlen selbst mit den geplanten Erweiterungen zu gering.

Selenskij drängt immer wieder auf eine schnellere Lieferung von vor allem Raketen für die Patriot-Flugabwehrsysteme, da diese ukrainischen Angaben nach besonders effektiv gegen russische ballistische Raketen sind. 

Juri Auel

Erster Gesprächstag zwischen Ukrainern und Russen in Genf beendet 

In der Schweiz ist der erste von zwei Verhandlungstagen zwischen Ukrainern und Russen beendet. „Nach dem gemeinsamen Teil ist die Arbeit in thematischen Gruppen fortgesetzt worden“, teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow auf Telegram mit. Die Unterhändler haben sich demnach auf „praktische Fragen und Mechanismen möglicher Lösungen“ konzentriert. Er erwähnte dabei einen politischen und einen militärischen Block. Am Mittwoch würden die Gespräche fortgesetzt. Auf russischer Seite bestätigten staatliche Nachrichtenagenturen das Ende der Unterredungen.

Am Dienstag und Mittwoch verhandeln in Genf eine ukrainische und eine russische Delegation über ein Ende des seit 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen das Nachbarland. Der US-amerikanische Chefunterhändler Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, vermitteln zwischen den Kriegsgegnern. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt. 

Vor Verhandlungen: Opfer in der Ukraine, Brand in Russland

Vor der neuen Verhandlungsrunde in Genf zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA gehen die Luftangriffe weiter. Drei Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes in der Stadt Mykolajiwka in der ostukrainischen Region Donezk bei einem Drohnenangriff auf ein ziviles Auto getötet. Eine Person sei verletzt worden. Ukrainische Medien berichteten unter Berufung auf das Energieministerium, dass in dem Auto Mitarbeiter des Wärmekraftwerks Slowjansk saßen.

In der Region Sumy im Norden der Ukraine wurde eine 68-jährige Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet, wie die regionale Staatsanwaltschaft mitteilte. Ihre beiden sieben und 15 Jahre alten Enkel sowie deren Eltern seien verletzt worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge eine Frau und ein Mann im Nachbarhaus verletzt.

In der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurden laut Militärverwaltungschef Serhij Lyssak drei Menschen verletzt, einer davon schwer. In der Nacht sei in der Stadt am Schwarzen Meer sechsmal Luftalarm ausgelöst worden, schrieb er auf Telegram. Infrastrukturobjekte und zivile Gebäude seien beschädigt worden. Dem Stromversorger DTEK zufolge trafen russische Angriffe erneut die Energieversorgung der Region Odessa. Die Zerstörungen seien außerordentlich schwerwiegend und die Reparatur werde lange Zeit benötigen, teilte der Versorger mit, ohne Details zu nennen. Auch in Dnipro gab es laut Behördenangaben Feuer infolge russischer Angriffe.

Insgesamt setzte Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der ​Nacht 396 Drohnen und 29 Raketen ein. 367 Drohnen ⁠und 25 Raketen seien zerstört worden. Vier Raketen und 18 Drohnen seien an verschiedenen Orten in der Ukraine ​eingeschlagen.

Das ukrainische Militär nahm seinerseits Ziele in Russland ins Visier. 151 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete die russische ⁠Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Nach Angaben des Zivilschutzstabs der Region Krasnodar in Südrussland kam es infolge eines Drohnenangriffs in Ilski zu einem Brand auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern in einer Ölraffinerie. Verletzte gebe es nicht.

Unicef: Jedes dritte Kind in der Ukraine auf der Flucht

Fast vier Jahre nach der russischen Großinvasion in die Ukraine ist laut Unicef mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen des Landes auf der Flucht. Mehr als 791 000 seien innerhalb des Landes vertrieben, etwa 1,8 Millionen hätten im Ausland Zuflucht gesucht, erklärte das UN-Kinderhilfswerk. Insgesamt haben damit Unicef zufolge nahezu 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche in der Ukraine ihr Zuhause verloren.

Regina De Dominicis, Unicef-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien, sagte: „Für Kinder in der Ukraine wird es aufgrund der anhaltenden Angriffe auf Wohngebiete im ganzen Land immer schwieriger, Schutz zu finden. In vielerlei Hinsicht holt der Krieg diese Kinder immer wieder ein.“

Viele Minderjährige mussten Unicef zufolge bereits mehrfach aus ihrer Heimat fliehen: In einer Umfrage habe ein Drittel der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren kürzlich angegeben, mindestens zweimal geflohen zu sein. Durch Angriffe seien seit dem 24. Februar 2022 mehr als 3200 Kinder getötet oder verletzt worden. Dabei sei im vergangenen Jahr die Zahl der getöteten und verletzten Kinder gegenüber 2024 um zehn Prozent gestiegen. Das sei ein Anstieg im dritten Jahr in Folge.

Die jüngsten Angriffe auf die Energieinfrastruktur hätten zudem Millionen Kinder und Familien in eine lebensbedrohliche Lage gebracht, erklärte Unicef. Bei eisigen Temperaturen müssten sie teils tagelang ohne Heizung, Strom und Wasser auskommen. Gleichzeitig gerieten medizinische Einrichtungen durch die Angriffe und die eingeschränkte Energieversorgung zunehmend unter Druck. Auch die psychischen Belastungen nähmen immer mehr zu. In einer weiteren Umfrage habe sich vor Kurzem gezeigt: Rund ein Viertel der 15- bis 19-Jährigen verlöre die Hoffnung auf eine Zukunft in der Ukraine.

Ukraine-Gespräche gehen in Genf weiter – Erwartungen sind ​gering

Unter Vermittlung der USA setzen Russland und die Ukraine von diesem Dienstag an ihre Gespräche über ein Ende des Krieges fort. Bei den für zwei Tage angesetzten Verhandlungen in Genf wird auch Steve Witkoff erwartet, der Chefunterhändler von Donald Trump. Die ukrainische Seite möchte vor allem humanitäre Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen. Russland will nach Kremlangaben über die strittigen Gebietsfragen sprechen.

Kiew lehnt einen Verzicht auf die von Russland geforderten Gebiete ab, darunter auch jene in der Region Donezk, die die Ukraine selbst kontrolliert. Auch europäische Verbündete der Ukraine warnen davor, den Aggressor Russland für seinen Angriffskrieg quasi noch zu belohnen und mit einer solchen Friedenslösung womöglich nur weitere Eroberungsgelüste zu schüren.

Eine Lösung im Krieg ist bisher nicht in Sicht. Russland betont zwar immer wieder, den Krieg beenden zu wollen – allerdings zu eigenen Bedingungen. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) sei es unwahrscheinlich, dass russische Offizielle von ihren ursprünglichen Kriegsforderungen abweichen werden. Und auch sonst sind die Erwartungen an einen Durchbruch ​gering. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sagte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, ‌er hoffe auf ernsthafte, substanzielle Gespräche. „Aber ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal so an, als ob die Seiten über völlig unterschiedliche Dinge sprechen.“

Ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal so an, als ob die Seiten über völlig unterschiedliche Dinge sprechen.

Wolodimir Selenskij

Die Delegation aus Kiew wird von Rustem Umjerow, Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, geleitet. Zum Verhandlungsteam gehören zudem der Chef des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, Vizeaußenminister Serhij Kyslyzja und der Vizechef des Militärgeheimdienstes HUR, Wadym Skibizkyj. Die mehr als 20-köpfige Gruppe aus Moskau wird von Chefunterhändler Wladimir Medinski geleitet. Mit dabei sind laut russischen Angaben auch der Chef des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, und Vizeaußenminister Michail Galusin.

Die Gespräche in der Schweiz bauen auf vorherigen Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Vermittelt wurde dieser Austausch von der US-Regierung. Zusätzlich zu dem Dreiertreffen soll es auch russisch-amerikanische Gespräche über eine Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten geben.

Katja Guttmann

Selenskij warnt vor neuem massiven russischen Luftangriff

Kurz vor Beginn einer neuen Gesprächsrunde mit Russland hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij vor einem massiven russischen Angriff auf Energieanlagen in der Ukraine gewarnt. „Russland kann der Versuchung nicht widerstehen und möchte in den letzten Tagen der Winterkälte den Ukrainern einen schmerzhaften Schlag zufügen“, sagte Selenskij in einer Videobotschaft. 

Die ukrainische Delegation sei bereits am Verhandlungsort Genf in der Schweiz eingetroffen. Der Ukrainer warf Moskau erneut vor, im Gegensatz zu Kiew nicht zu Kompromissen bereit zu sein. „Russland verwirft alles, setzt die Sturmangriffe an der Front und die Luftschläge auf unsere Städte und die Energieversorgung fort“, betonte Selenskij. Russland müsse zum Frieden unter anderem mit neuen Sanktionen gezwungen werden. 

Katja Guttmann

Ukrainische Behörden sprechen nach Autoexplosion in Odessa von Terrorakt

Die Ukraine hat die Explosion eines Autos in Odessa am Schwarzen Meer als Terrorakt eingestuft. Das teilte der Geheimdienst SBU in der Region mit. Demnach ereignete sich die Explosion am Morgen in der Nähe eines Wohnhauses im Süden der Stadt. Der Fahrer sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Ukrainische Medien berichteten unter Verweis auf Sicherheitskreise, dass es sich bei dem Verletzten um einen ehemaligen Soldaten handeln soll.

Es war bereits die zweite Autoexplosion in der Straße innerhalb von zehn Tagen. Erst Anfang des Monats war der 21-jährige Fahrer eines Autos bei einer Explosion ums Leben gekommen. Auch diesen Vorfall hatte der SBU als Terrorakt eingestuft. Dem Nachrichtenportal „Ukrajinska Prawda“ zufolge soll der Mann Soldat gewesen sein.

Selenskij kündigt Treffen mit Ukraine-Unterstützern in Frankreich an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat für diese Woche neue Gespräche der Ukraine-Unterstützer in Frankreich angekündigt. Bei dem Treffen im sogenannten Ramstein-Format sollen die G-7-Staaten, Partner aus Nordeuropa und dem Baltikum dabei sein, teilte er mit. Explizit nannte Selenskij auch Minister aus den USA, Kanada und der EU. Der Fokus der Gespräche solle auf der Energieversorgung liegen. 

Russland greift in diesem Winter systematisch und massiv das Energiesystem der Ukraine an. Millionen Menschen sind von stundenlangen Ausfällen der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung betroffen. Die Ankündigung des Treffens kommt einen Tag vor einer geplanten Verhandlungsrunde in Genf, bei der Russland und die USA über die Beendigung des seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs verhandeln wollen.

UN befürchtet neue Fluchtwelle

Die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Energieversorgung der Ukraine drohen laut den Vereinten Nationen (UN) eine neue Fluchtwelle auszulösen. Schätzungsweise 325 000 Ukrainerinnen und Ukrainer könnten angesichts der Strom- und Heizungsausfälle ihre Heimatregionen verlassen, warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf. Es handele sich um Kinder, Frauen und Männer, die vorher schon einmal aus ihren Heimatregionen geflüchtet waren und inzwischen zurückgekehrt sind. Die Menschen litten unter den Energieunterbrechungen bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Die IOM gehört zu den Vereinten Nationen und hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn 6,9 Millionen Menschen innerhalb des Landes mit humanitären Gütern geholfen. Zudem unterstützte die Organisation weitere Millionen Menschen in elf Nachbarländern. Im Januar gab es laut UN in der Ukraine 3,7 Millionen Binnenflüchtlinge. 

Nadja Lissok

Zahl der zivilen Todesopfer 2025 enorm gestiegen

Täglich sterben Menschen in der Ukraine durch die russischen Angriffe. Und es werden seit Kriegsbeginn vor fast vier Jahren immer mehr. Im Jahr 2025 ist die Zahl der zivilen Opfer laut der britischen NGO „Action on Armed Violence“ im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen. Zuerst hatte der Guardian über den „Explosive Violence Monitor“ berichtet. Die Organisation kommt nach der Auswertung britischer Medienberichte auf 2248 Zivilisten, die hauptsächlich durch Angriffe auf ukrainische Städte getötet wurden. 

Dabei stellen die Beobachter fest, dass der Anteil der zivilen Opfer pro Angriff deutlich gestiegen ist. Im Durchschnitt wurden bei jedem Angriff 4,8 Zivilisten getötet oder verletzt, 33 Prozent mehr als im Jahr 2024. Ein Großteil der zivilen Opfer – sieben von zehn – kam bei Angriffen auf Wohngebiete ums Leben. Der schwerste Angriff des vergangenen Jahres ereignete sich der NGO zufolge am 24. Juni in Dnipro. Russische Raketen trafen einen Personenzug, Wohnhäuser und Schulen, wobei 21 Menschen getötet und 314 verletzt wurden, darunter 38 Kinder. 

Weltweit sei die Zahl der zivilen Todesopfer durch explosive Gewalt, also durch Sprengwaffen, im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, stellt Action on Armed Violence fest. Das führen die Forscher auf den Waffenstillstand im Gazastreifen zurück.

Stromausfall in Westrussland nach Drohnenangriffen

In der westrussischen Region Brjansk ist Behördenangaben zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. "Durch einen Schlag des Feindes gegen Objekte der Energieinfrastruktur im Gebiet Brjansk sind in fünf Gemeinden und teilweise in der Stadt Brjansk Wärme und Strom ausgefallen", schrieb Gouverneur Alexander Bogomas bei Telegram.

Seinen Angaben nach handelte es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert. Mehr als 170 Drohnen seien abgewehrt worden.

Russland beschießt systematisch das Energiesystem der benachbarten Ukraine. Aber auch das ukrainische Militär attackiert inzwischen mit Drohnen russische Regionen - oft mit dem Fokus auf die Öl- und Gasverarbeitung. 

Juri Auel

Moskau spricht von internationaler Verwaltung für die Ukraine 

Moskau bringt kurz vor Gesprächen über ein Kriegsende wieder eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine unter Ägide der Vereinten Nationen ins Spiel. Russland sei bereit, mit den USA, Europa und anderen Ländern über eine externe Verwaltung zu sprechen, sagte Vizeaußenminister Michail Galusin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass in Moskau.

„Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, demokratische Wahlen in der Ukraine abzuhalten und eine handlungsfähige Regierung an die Macht zu bringen“, sagte Galusin. Mit dieser Führung könnten dann ein Friedensvertrag und Dokumente über die künftige Zusammenarbeit der beiden Länder unterzeichnet werden. Präsident Wladimir Putin habe einen solchen Vorschlag schon im März 2025 gemacht, sagte der stellvertretende Außenminister.

Galusins Äußerungen reihen sich ein in die Moskauer Versuche, die Ukraine als nicht handlungsfähigen Staat und die Führung von Präsident Wolodimir Selenskij als nicht legitim darzustellen. In der Ukraine sind aber alle staatlichen Stellen arbeitsfähig. Selenskij verwies bei der Münchner Sicherheitskonferenz darauf, wie schwierig eine Wahl sei, solange die Soldaten an der Front und die Bevölkerung im Hinterland unter Beschluss liegen. Vor einer Wahl seien mindestens zwei Monate Waffenruhe nötig, erklärte er. 

Juri Auel

Russischer Hafen Taman durch ukrainischen Drohnenangriff beschädigt 

Bei ​einem ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Taman in der Oblast Krasnodar sind nach Angaben der örtlichen Behörden Anlagen zur Ölverladung beschädigt worden. Zwei Menschen seien verletzt worden, teilte der ​Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, auf Telegram mit. Ein Öltank, ein ⁠Lagerhaus und Terminals im Dorf Wolna seien beschädigt worden. Mehr als 100 Einsatzkräfte seien vor Ort, um mehrere Brände zu löschen. 

​Das ukrainische ​Militär bestätigte seinen Angriff auf Krasnodar. Das Ölterminal ‌Tamanneftegaz in der Nähe der Ortschaft Wolna ‌sei getroffen worden und stehe in Flammen, teilte der ukrainische Generalstab mit.
Separate Angriffe auf den Ferienort Sotschi und das Dorf Jurowka ​nahe der ​Küstenstadt Anapa hätten geringere Schäden verursacht, erklärte ​Gouverneur Kondratjew weiter.

Der Hafen von Taman ist ein wichtiger Umschlagplatz. Branchenexperten zufolge wurden dort im vergangenen Jahr rund 4,16 Millionen Tonnen Ölprodukte verschifft. Zudem exportiert Russland ‌über den Hafen Getreide, Kohle und andere Rohstoffe. Krasnodar war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. ‌Die Oblast liegt im Südwesten ‌Russlands am Schwarzen Meer und gegenüber der bereits 2014 ​von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, mit der sie durch die Brücke von Kertsch ​verbunden ist.

Juri Auel

Ukrainischer Ex-Energieminister Haluschtschenko festgenommen 

Der wegen Korruptionsverdacht entlassene frühere ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko ist bei einer versuchten Ausreise aus dem Land festgenommen worden. Das teilten die für Korruptionsbekämpfung zuständigen Kiewer Behörden SAP und Nabu auf ihren Telegram-Kanälen mit. Die Ermittlungen in dem weit verzweigten Fall von Bestechlichkeit dauern an.

Im vergangenen November hatten ukrainische Korruptionsfahnder Vorwürfe gegen eine Gruppe mutmaßlich bestechlicher Staatsdiener direkt im Umfeld von Präsident Wolodimir Selenskij erhoben. Sie sollen sich im staatlichen Konzern Ernerhoatom an Geld vergriffen haben, das eigentlich für Schutzbauten um Energieanlagen gegen feindliche Luftangriffe bestimmt war.

Haluschtschenko, einer der Beschuldigten, musste als Energieminister gehen. Dem Selenskij-Vertrauten Tymur Minditsch gelang die Flucht. Der Präsident baute daraufhin die Regierung um und ersetzte auch seinen einflussreichen Stabschef Andrij Jermak. 

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