Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Ärger wegen Ungarn-Veto: Nato-Generalsekretär will helfen
USA und Ukraine beraten erneut über Wiederaufbau
Ungarn fordert EU-Untersuchung zu Druschba-Pipeline
Bericht: Russland hat Pokrowsk eingenommen – ukrainischer Armeesprecher räumt Verlust ein
Selenskij telefoniert mit Trump
Feuerpause am AKW Saporischschja
Unter Vermittlung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist eine lokale Feuerpause am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja in Kraft getreten. Ziel sei die Wiederherstellung der 330-Kilovolt-Reserveleitung, teilte die UN-Behörde mit. Die Versorgung über diese Leitung war nach Angaben der IAEA am 10. Februar unterbrochen worden. Die andere 750-Kilowatt-Leitung war demnach intakt geblieben. Derzeit liefen Entminungsarbeiten, um den Reparaturteams einen sicheren Zugang zu ermöglichen. Zuvor hatte bereits die russische Kraftwerksleitung die Feuerpause gemeldet und erklärt, die Reparatur werde mindestens eine Woche dauern. Die Strahlungswerte seien normal.
Das größte Atomkraftwerk Europas steht seit kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom, ist aber auf externe Energie angewiesen, um das nukleare Material zu kühlen und einen Unfall zu verhindern. Moskau und Kiew werfen sich regelmäßig gegenseitig vor, die Sicherheit der Anlage durch Angriffe in der Nähe zu gefährden. Die Frage der künftigen Kontrolle über das Kraftwerk gilt als einer der Streitpunkte bei den schleppenden, von den USA vermittelten Friedensgesprächen, die im kommenden Monat in Genf fortgesetzt werden sollen.
Währungsfonds genehmigt neues Finanzierungsprogramm über 8,1 Milliarden Dollar
Der Internationale Währungsfonds hat am Donnerstag ein vierjähriges Finanzierungsprogramm für die Ukraine im Wert von etwa 8,1 Milliarden Dollar genehmigt. Dies ermöglicht die sofortige Auszahlung von etwa 1,5 Milliarden Dollar. IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte, die Vereinbarung ziele darauf ab, die makroökonomische Stabilität zu bewahren und Strukturreformen voranzutreiben.
Die Entscheidung ist eine Erleichterung für die Ukraine angesichts der Schwierigkeiten auf dem Schlachtfeld und des US-Drucks in Gesprächen mit Russland. Allerdings blockiert Ungarn weiterhin ein EU-Darlehenspaket über 90 Milliarden Euro für Kiew. Georgieva warnte, dass die Risiken „außergewöhnlich hoch“ seien und der Erfolg von der fortgesetzten internationalen Unterstützung abhänge. Der IWF rechnet mit einer Finanzierungslücke von etwa 136,5 Milliarden Dollar über den Programmzeitraum.
Selenskij: Nächste Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi
Die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland wird Angaben aus Kiew zufolge Anfang März in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet. „Es ist notwendig, alles, was für echte Sicherheitsgarantien erreicht wurde, zu finalisieren und ein Treffen der Staatschefs vorzubereiten“, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij in einer Videobotschaft. Ein solches Gipfeltreffen könne helfen, „Schlüsselfragen“ zu lösen. „Wenn es um Russland geht, um ein so personalisiertes Regime, dann noch mehr als in anderen Ländern“, hob Selenskij hervor.
Zuvor hatten in der Schweiz Gespräche zwischen einer ukrainischen und einer US-amerikanischen Delegation zur Vorbereitung eines neuen dreiseitigen Treffens mit Russland stattgefunden. Selenskij habe dabei mehrmals mit den ukrainischen Unterhändlern Rustem Umjerow und David Arachamija sowie den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner gesprochen.
Selenskij erneuerte den Vorwurf, dass Moskau nicht bereit zu einem Friedensschluss sei. Der russische Präsident Wladimir Putin stoppe seine „Kriegsmaschine“ nicht. „Im Gegenteil, er bereitet sich darauf vor weiterzukämpfen, und die Welt muss bereit sein, Druck auf Russland auszuüben, damit sich dies ändert“, sagte der Ukrainer. Das Rezept seien Sanktionen gegen russisches Energieexporte und Banken.
Ärger wegen Ungarn-Veto: Nato-Generalsekretär will helfen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bemüht sich offenbar um eine Lösung des Konflikts um die von Ungarn blockierte EU-Unterstützung für die Ukraine. Sein Job sei es, in solchen Debatten hilfreich zu sein, sagte Rutte in Brüssel. Was genau das bedeute, könne er allerdings erst nach einem Erfolg seiner Anstrengungen sagen. Zur Sache an sich wolle er sich öffentlich nicht äußern.
Die Aussagen macht Rutte bei einer Pressekonferenz mit der litauischen Regierungschefin Inga Ruginiene. Diese sagte, die EU müsse einen Weg finden, die Entscheidungen zur Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine voranzubringen. Für Litauen sei es inakzeptabel, diese zu stoppen.
USA und Ukraine beraten erneut über Wiederaufbau
Ungeachtet neuer schwerer russischer Luftangriffe haben Vertreter der Ukraine und der USA am Donnerstag in Genf Beratungen über den Wiederaufbau des Landes aufgenommen. Auf ukrainischer Seite führt Rustem Umjerow, Leiter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, die Delegation an. Er trifft auf den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Ein ukrainischer Regierungsvertreter hatte den Beginn der Gespräche für die Mittagszeit angekündigt.
Der Wiederaufbau der Ukraine gilt als zentraler Bestandteil der umfassenderen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges. Die Regierung in Kiew hofft, in den kommenden zehn Jahren rund 800 Milliarden Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln zu mobilisieren. Eine am Montag veröffentlichte Schätzung der Weltbank beziffert die Kosten für den Wiederaufbau der Wirtschaft derzeit auf 588 Milliarden Dollar. Diese Berechnung basiert auf Daten bis Ende 2025.
Die diplomatischen Bemühungen um eine Friedenslösung stecken allerdings fest. Ukrainische und russische Unterhändler hatten sich in der vergangenen Woche ebenfalls in Genf zu einer dritten Runde unter US-Vermittlung getroffen, ohne jedoch einen Durchbruch zu erzielen. Hauptstreitpunkt bleibt der Gebietsanspruch: Russland fordert die Abtretung der verbleibenden 20 Prozent der Industrieregion Donezk, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die Regierung in Kiew lehnt das kategorisch ab.
Hoffnung setzt die Ukraine auf direkte Gespräche auf höchster Ebene. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij und US-Präsident Donald Trump verständigten sich am Mittwoch in einem Telefonat darauf, dass die nächste Runde der trilateralen Gespräche mit Russland im März in ein Gipfeltreffen der Staatschefs münden soll. "Dies ist der einzige Weg, alle komplexen und sensiblen Probleme zu lösen und den Krieg endlich zu beenden", erklärte Selenskij nach dem Gespräch, an dem auch Witkoff und Kushner teilnahmen.
Ungarn fordert EU-Untersuchung zu Druschba-Pipeline
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán schlägt der EU eine Untersuchungsmission zur beschädigten Ölpipeline Druschba in der Ukraine vor. In einem Brief an EU-Ratspräsident António Costa, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, wirbt Orbán für den Einsatz ungarischer und slowakischer Experten vor Ort. Damit verbindet Orbán die Aussicht auf ein Ende seiner Blockade neuer Ukraine-Hilfen. Die Initiative ziele darauf ab, eine zeitnahe Lösung in dieser Frage zu erleichtern, heißt es in dem Schreiben.
Ungarn hatte aus Protest gegen den Stopp der Öllieferungen neue Russland-Sanktionen und einen EU-Kredit für Kiew blockiert. Die Ukraine begründet den Lieferstopp mit Schäden durch russische Angriffe Ende Januar.
Bericht: Russland hat Pokrowsk eingenommen – ukrainischer Armeesprecher räumt Verlust ein
Die russische Armee hat sehr lange und verlustreich um die Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine gekämpft – nun hat sie ihr Ziel offenbar erreicht. In der jüngsten Analyse des Institute for the Study of War (ISW) heißt es: Das ISW habe zuletzt am 28. Januar ukrainische Streitkräfte im Einsatz in Pokrowsk beobachtet und gehe davon aus, dass die russischen Streitkräfte die Eroberung des Ortes wahrscheinlich irgendwann in den vergangenen Wochen abgeschlossen hätten.
Auch Wolodymyr Polewyi, Sprecher des 7. Armeekorps der ukrainischen Luftangriffsstreitkräfte, erklärte laut einem Bericht des Tagesspiegel: „Wir haben Pokrowsk verloren.“ Zwar gebe es noch ukrainische Soldaten im Norden der Stadt, aber vielleicht nur noch, weil ein Rückzug zu gefährlich sei. Die Soldaten stünden sonst im Kreuzfeuer der Invasoren. Ein Abzug von Soldaten würde bedeuten, weitere Verluste in Kauf zu nehmen, heißt es im Tagesspiegel – deshalb nutze der 7. Armeekorps vorrangig ferngesteuerte Fahrzeuge für Evakuierungen. Drohnen versorgten die verbliebenen Kämpfer mit Lebensmitteln und Wasser.
Offiziell gibt es aus Kiew noch keine Bestätigung für den Verlust von Pokrowsk. Zuzugeben, dass die Stadt verloren sei, könne sich die Politik nicht leisten, sagte Polewyi dem Tagesspiegel. Warum? Darüber könne er nur mutmaßen. „Vielleicht, weil Donald Trump den Namen ‚Pokrowsk‘ kennt.“ Russland selbst meldete die Einnahme bereits Anfang Dezember 2025, allerdings war das zu dem Zeitpunkt falsch. Ende 2025 und Anfang 2026 hatte sich der Verlust für die Ukraine dann immer mehr angedeutet.
Der russische Vormarsch auf Pokrowsk begann im Februar 2024. Das ISW schreibt in seiner Einschätzung: „Pokrowsk war aufgrund seiner Funktion als wichtiger Logistikknotenpunkt von operativer Bedeutung, doch russische Angriffe verhinderten bereits im Juli 2025, dass die ukrainischen Streitkräfte die Stadt für logistische Zwecke voll ausnutzen konnten.“ Als Russland im Winter 2025 die Bemühungen zur Einnahme der Stadt intensivierte, habe Pokrowsk jedoch längst seine operative Bedeutung verloren.
Russland übergibt Ukraine 1000 Leichen von Soldaten
Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut Soldatenleichen ausgetauscht. Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. Der Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange in Kiew bestätigte bei Telegram, dass die Ukraine 1000 Leichname erhalten habe, die nach russischen Angaben ukrainischen Verteidigern gehören können. Die Behörde dankte dem Internationalen Roten Kreuz für dessen Unterstützung.
Beide Seiten tauschen im Krieg immer wieder ihre Gefallenen aus. Allein im vergangenen Jahr erhielt Kiew nach offiziellen Angaben mehr als 15 000 Leichname gefallener Soldaten zurück. Moskau bekam nur einen Bruchteil dessen. Aufgrund des langsamen, aber stetigen Vormarsches der russischen Truppen kann die ukrainische Armee gefallene eigene Soldaten nicht immer bergen.
Ukraine: Mindestens 20 Verletzte bei russischen Angriffen in der Nacht
Bei schweren russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut mindestens 20 Menschen verletzt worden. Örtliche Behören teilten mit, ballistische Raketen und Marschflugkörper hätten Kiew, die gleichnamige Region sowie die östliche Stadt Charkiw zum Ziel gehabt, Saporischschja im Süden sei mit Drohnen angegriffen worden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach in sozialen Medien von Dutzenden Verletzten und Zerstörungen in acht Gebieten des Landes. Erneut sei die Energieinfrastruktur Ziel gewesen: In der zentralukrainischen Region Poltawa sei die Gasinfrastruktur angegriffen worden, in den Gebieten Kiew und Dnipropetrowsk habe es Umspannwerke getroffen.
In der Region Charkiw wurden dem Gouverneur Oleh Synjehubow zufolge mindestens 16 Menschen verletzt, darunter zwei Minderjährige. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow teilte in der Nacht mit, es habe einen Einschlag in ein Wohnhaus gegeben, ein weiteres sei vollständig zerstört worden. In Saporischschja gab es nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow mindestens acht Verletzte, darunter ein acht Jahre alter Junge. Moskaus Militär habe Kampfdrohnen, ballistische Raketen und Gleitbomben eingesetzt. Es gebe Schäden an mindestens 19 Wohnhäusern und zwei Einkaufszentren. Auch in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih, dem Geburtsort des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij, beklagte Militärgouverneur Oleksandr Hanscha zwei Verletzte. Russlands Streitkräfte griffen demnach im Gebiet Dnipropetrowsk mit Drohnen und Artillerie an.
Selenskij zufolge setzte Russland 420 Drohnen und 39 Raketen, darunter elf ballistische, ein. Die meisten Raketen seien abgewehrt worden, weil Partner seines Landes einen Teil der vereinbarten Raketen für die Flugabwehr geliefert hätten.
Selenskij telefoniert mit Trump
Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hat mit US-Präsident Donald Trump über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen. Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, anwesend gewesen, teilte Selenskij mit. Demnach dankte der ukrainische Präsident für die US-Vermittlung. An diesem Donnerstag sind Selenskij zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.
Selenskij wies in dem Gespräch nach eigenen Angaben darauf hin, dass dieser Winter infolge der russischen Angriffe der schwierigste für die Ukraine gewesen sei. Er teilte auch mit, dass es bei dem Gespräch um die Vorbereitung des nächsten Treffens mit den Russen und Amerikanern Anfang März gegangen sei. Von russischer Seite ist dieser Termin bisher nicht bestätigt. Selenskij äußerte zudem erneut die Hoffnung, dass es ein Treffen auf Präsidentenebene geben werde. Trump unterstützte das. Das Weiße Haus bestätigte das Telefonat, nannte aber zunächst keine Inhalte.
Ukraine erhöht Renten um mehr als zwölf Prozent
Trotz hoher Ausgaben im Krieg gegen Russland möchte die ukrainische Regierung die Rente für die mehr als zehn Millionen Rentner kräftig erhöhen. „Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen“, teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit. Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet.
Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering. Zum 1. Januar verzeichnete der ukrainische Rentenfonds rund 10,1 Millionen Rentner. Durchschnittlich bezogen die Rentner dabei umgerechnet knapp 130 Euro. Mehr als die Hälfte der Rentner bezog allerdings umgerechnet weniger als 100 Euro.
Die Ukraine wehrt sich auch Dank westlicher Finanzhilfe gegen die russische Invasion. Mehr als 40 Prozent des Staatshaushalts werden seitdem jährlich aus dem Ausland finanziert; vor allem für die Zahlung von Renten und Gehältern von Staatsangestellten.
Merz: China soll Einfluss auf Russland nehmen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die chinesische Führung aufgefordert, ihren Einfluss auf Russland zu nutzen, um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Die Signale aus China würden in Moskau sehr ernst genommen, sagte er in Peking nach Gesprächen mit Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang. „Das gilt für Worte wie auch für Taten. Ich will ausdrücklich das chinesische Bekenntnis zum Frieden in der Region begrüßen, das ich heute gehört habe.“
Nach chinesischen Regierungsangaben hatte sich Xi beim Treffen mit Merz zwar für Verhandlungen ausgesprochen, um zu einer Lösung zu kommen. Er verzichtete aber erneut auf eine direkte Schuldzuweisung an Russland und sagte, alle Parteien müssten gleichberechtigt eingebunden und ihre berechtigten Anliegen berücksichtigt werden.
China gilt als wichtigster verbündeter Russlands. Der Führung in Peking wird vorgeworfen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch Öl-Käufe und Technologie-Transfers zu unterstützen.
Botschafter: Erste ukrainische Drohnenfabrik in Großbritannien
In Großbritannien hat die erste ukrainische Fabrik zur Herstellung von Drohnen ihren Betrieb aufgenommen. In der Ukraine seien die Fabriken wegen des Kriegs ständig von Zerstörung bedroht, daher sei die Aufnahme der Produktion in Großbritannien nur logisch, erklärt der ukrainische Botschafter Waleri Saluschnyj auf Telegram. Es handele sich aber nicht um eine Verlagerung der Produktion aus der Ukraine heraus, sondern "um eine Erweiterung unserer gemeinsamen Fähigkeiten und die Schaffung einer zweiten Verteidigungslinie, die die Kontinuität der Produktion gewährleistet".
Selenskij: Ukraine und USA beraten über „Wohlstandspaket“ für Wiederaufbau
Vertreter der Ukraine und der USA kommen an diesem Donnerstag in Genf zu Beratungen über den Wiederaufbau des Landes zusammen. Im Mittelpunkt stehe ein sogenanntes Wohlstandspaket, teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mit. Bei den Gesprächen sollen zudem die Vorbereitungen für ein trilaterales Treffen unter Einbeziehung Russlands erörtert werden. Kiew hoffe, dass es ein solches Treffen Anfang März geben könne, sagte Selenskij. Zudem stünden Details zum Austausch von Kriegsgefangenen auf der Agenda.
Die ukrainische Delegation wird von Rustem Umjerow geleitet, dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates. Auf US-Seite nehmen der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, teil. „Die erste Frage ist das Wohlstandspaket, das ist das Paket für den Wiederaufbau der Ukraine“, sagte Selenskij. Die Regierung in Kiew hofft, in den kommenden zehn Jahren etwa 800 Milliarden Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln für den Wiederaufbau zu mobilisieren.
Einer am Montag veröffentlichten Schätzung der Weltbank zufolge belaufen sich die Kosten für den Wiederaufbau der Wirtschaft derzeit auf etwa 588 Milliarden Dollar. Der Berechnung liegen Daten von Februar 2022 bis Ende 2025 zugrunde. Der Wiederaufbau der Ukraine ist zu einem zentralen Thema in den Gesprächen über eine Beendigung des Krieges geworden.
Geld dürfte jedoch erst nach einem Waffenstillstand und einem Friedensabkommen fließen. Bislang blieben die unter US-Vermittlung geführten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland ohne Durchbruch in zentralen Streitpunkten wie Gebietsfragen.
Russland meldet Tote nach ukrainischem Angriff auf Fabrik
Bei Drohnenangriffen der Ukraine sind im westrussischen Gebiet Smolensk nach Behördenangaben sieben Menschen getötet worden. Mindestens zehn weitere wurden dem Ermittlungskomitee zufolge verletzt. Kiew habe die Chemiefabrik Dorogobusch mit mindestens 30 Drohnen attackiert, hieß es. Ein Strafverfahren wegen eines Terrorakts sei eröffnet worden. Gouverneur Wassili Anochin hatte zunächst von vier getöteten Mitarbeitern gesprochen.
Die Chemiefabrik Dorogobusch liegt etwa 285 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt und gehört zur Gruppe Acron. Nach deren Angaben ist sie Hersteller von Mineraldüngern und Industrieprodukten. Demnach werden dort unter anderem Ammoniak, Ammoniumnitrat und Salpetersäure produziert – Stoffe, die auch militärisch genutzt werden können.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden in der Nacht 69 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgewehrt, davon 14 über der Region Smolensk.













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