Krieg gegen die Ukraine: Ukrainische Drohnen treffen bei Großangriff auf Moskau Ölraffinerie

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  • Russische oder ukrainische Angaben zu Details einzelner Angriffe und zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
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Umkämpft Russische BefestigungsanlagenRussische Kontrolle Vortag seit Kriegsbeginn vor KriegsbeginnZurückerobert Vortag seit Kriegsbeginn Zusätzl. erobertQuelle: Institute for the Study of War

Hella Kemper

Großangriff auf Moskau – Selenskyj hofft auf Signalwirkung

Die Ukraine hat den größten Drohnenangriff auf Moskau seit Kriegsbeginn ausgeführt und dabei auch eine wichtige Ölraffinerie getroffen. Sie liegt nahe Moskau nur rund 17 Kilometer vom Kreml entfernt. Augenzeugen berichteten von riesigen schwarzen Rauchsäulen über der russischen Hauptstadt.

Bewohner mussten evakuiert werden und alle Moskauer Flughäfen wurden zeitweise geschlossen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Angriffe eine »völlig gerechtfertigte Antwort« auf russische Angriffe auf die Ukraine. Der umfassende Drohneneinsatz gegen die russische Hauptstadt sei Teil der Bemühungen, Kremlchef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen, sagte Selenskyj. Die Zeit für ein Ende des Krieges sei gekommen. Russland müsse die notwendigen diplomatischen Schritte unternehmen.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einem »Großangriff«. Während er 180 von der Moskauer Luftverteidigung abgewehrte Drohnen zählte, teilte das russische Verteidigungsministerium mit, in der Nacht zu Donnerstag wären landesweit mehr als 500 Drohnen zerstört worden.

Iven Fenker

Boris Pistorius kündigt Militärhilfen im Wert von 400 Millionen US-Dollar für Ukraine an 

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat der Ukraine weitere Unterstützung für ihren Verteidigungskampf gegen Russland zugesagt. Deutschland werde sich mit 200 Millionen US-Dollar (rund 174 Millionen Euro) an einem neuen US-Waffenpaket für die Ukraine beteiligen, sagte Pistorius. Deutschland werde zusätzlich 200 Millionen US-Dollar zur Beschaffung von speziellen Lenkflugkörpern für die Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot beisteuern. Auch andere Länder kündigten weitere Waffenkäufe für die Ukraine an, darunter Schweden, Kanada, Norwegen und die Niederlande. »Wir wollen auf diesem Weg weitere Unterstützer im Kreis der Ukraine Defense Contact Group ermutigen, sich ebenfalls an der Finanzierung für PAC-3-Lenkflugkörper zu beteiligen«, sagte Pistorius. 

Hella Kemper

Flugbetrieb an Moskauer Flughäfen eingestellt

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff ist der Flugbetrieb an allen Moskauer Flughäfen aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt worden. Dies teilte die russische Luftfahrtbehörde mit. Behörden meldeten außerdem ​den Abschuss von 180 ukrainischen Drohnen über der ⁠Hauptstadt.

Ulrike Tschirner

Ein Toter bei Drohnenangriff in Russland

In der südrussischen Region Rostow hat es nach Behördenangaben einen Drohnenangriff gegeben. Dabei seien ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte Gouverneur Juri Sljusar auf Telegram mit. Der Angriff habe zwei Gewerbeeinrichtungen in Brand gesetzt. In der Stadt Gukowo sei außerdem eine Lokomotive durch Drohnenangriffe beschädigt worden. Die Flugabwehr sei im Einsatz.

Sophia Boddenberg

Ukraine meldet einen Toten bei Drohnenangriff 

Nach Angaben ukrainischer Behörden ​hat Russland in der Nacht erneut die Ukraine angegriffen. In der Stadt Sumy im Nordosten ⁠der Ukraine ist ​örtlichen Behörden zufolge eine Person bei ‌einem Drohnenangriff getötet worden.

Ulrike Tschirner

Selenskyj telefoniert mit Trump und Macron

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat erneut mit US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron über den Angriffskrieg gegen sein Land gesprochen. »Ein wichtiges Koordinierungsgespräch, das viel bewirken kann«, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit, ohne weitere Details zu nennen. Selenskyj hatte sowohl Trump als auch Macron beim G7-Gipfel im französischen Évian persönlich getroffen – bei dem Gipfel ging es auch um den Krieg in der Ukraine.

Selenskyj selbst traf gestern Abend in Brüssel ein, wo er am EU-Gipfel teilnimmt und noch am Abend Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Verteidigungsminister Boris Pistorius traf. Am wichtigsten seien die Stärkung der ukrainischen Verteidigung und die Überlassung von Lizenzen der USA zur Produktion von Flugabwehrsystemen, teilte er bei Telegram mit. 

Sophia Boddenberg

Kyjiw wird mit Raketen angegriffen

Nach der Unterstützungszusage des G7-Gipfels an die Ukraine ist die Hauptstadt Kyjiw erneut Ziel eines Raketenangriffs geworden. Journalisten der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters hörten am frühen Morgen zunächst Alarmsirenen und dann das Geräusch einer Rakete sowie zwei Explosionen. Menschen liefen in Richtung von Schutzräumen. In fast der ganzen Ukraine herrscht Luftalarm.

»Der ‌Feind ⁠greift die Hauptstadt ​mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie an sicheren Orten, bis der Luftalarm ​endet!«, schrieb der Leiter der Militärverwaltung von Kyjiw, Tymur Tkatschenko, auf Telegram. Opfer oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war in den vergangenen zwei Tagen auch Thema des Treffens der G7-Staats- und Regierungschefs im französischen Évian. Die G7-Staaten USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan bekräftigten bei dem Gipfel ihre »unerschütterliche Unterstützung der Ukraine« im Krieg gegen Russland. 

Pia Packmohr

Russland wirft Ukraine Beschuss von Bus mit belarussischem Kinderfußballteam vor

Nach russischen Angaben soll bei einem ukrainischen Angriff in der westrussischen Grenzregion Brjansk ein Bus mit einer belarussischen Kinderfußballmannschaft getroffen worden sein. Bei dem Drohnenangriff seien eine Frau getötet und sieben weitere Menschen, darunter fünf Kinder, verletzt worden, teilte das russische Gesundheitsministerium mit. Die Kinder stammten aus Gomel im Südosten von Belarus, wie der Gouverneur der russischen Region Brjansk, Jegor Kowaltschuk, in Onlinediensten mitteilte. Sie seien auf einer Ferienreise gewesen. Bei der getöteten Frau habe es sich um eine Begleiterin der Kinder gehandelt.

Die ukrainische Armee wies die Anschuldigung als »falsch« zurück. Sie habe zu dem Zeitpunkt keine Angriffe in Brjansk ausgeführt. Das belarussische Außenministerium forderte die ukrainische Regierung auf, Stellung zu beziehen. Sowohl die Ukraine als auch Russland bestreiten, gezielt Zivilisten anzugreifen.

Pia Packmohr

Von der Leyen will vereinfachte EU-Aufnahmeregeln für Ukrainer einschränken

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die vereinfachten Aufnahmeregeln für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in die Europäische Union einschränken. In einem Brief an die europäischen Staats- und Regierungschefs vor dem EU-Gipfel am Donnerstag kündigte sie einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission an.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine fallen in der Europäischen Union unter die sogenannte Massenzustromrichtlinie, ihre Schutzersuchen werden also nicht individuell geprüft. Diese EU-Regel läuft aktuell bis zum 4. März 2027. Zwar solle der vorübergehende Schutz für Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, verlängert werden, doch der Geltungsbereich werde eingeschränkt. Damit wolle man erreichen, dass die Verlängerung die Fähigkeit der Ukraine zur Selbstverteidigung nicht untergrabe.

Bei einem Treffen der Innenminister der EU Anfang Juni hatten sich Deutschland und andere Mitgliedsländer dafür ausgesprochen, wehrfähigen Männern aus der Ukraine die Aufnahme in der Union zu erschweren

Tom-Luca Freund

Russland kann laut Einschätzung der Bundesregierung den Krieg nicht gewinnen

Die Bundesregierung sieht keine Chancen einer militärischen Lösung des Ukrainekriegs durch Russland. »Russland kann diesen Krieg militärisch ⁠nicht gewinnen. Das wird immer deutlicher«, sagte ​ein Regierungssprecher. Diese Dynamik wolle die Bundesregierung gemeinsam mit den G7-Partnerländern nutzen, um ernsthafte Friedensgespräche zu starten. Bisher zeige Russland jedoch keine Verhandlungsbereitschaft.

Magdalena Inou

US-Ausnahme für Sanktionen auf russisches Öl läuft aus

Die Gültigkeit einer US-Ausnahmeregelung für gelockerte Sanktionen gegen russisches Öl ist in der Nacht zu Mittwoch ausgelaufen. Damit endete eine Frist des US-Finanzministeriums, innerhalb der bereits auf Tankern befindliches russisches Öl trotz der Sanktionen weiter verkauft und geliefert werden durfte.

Die USA hatten die Regelung eingeführt, nachdem die Energiepreise im Zuge des Irankriegs stark gestiegen waren und die Straße von Hormus als wichtige Route für Öltransporte zeitweise faktisch blockiert war. Ziel war es, den Rohölmarkt zu stabilisieren. Zuletzt hatte US-Finanzminister Scott Bessent die Ausnahme Mitte Mai um 30 Tage verlängert. Kritiker warnten, dass Russland durch solche Ausnahmen zusätzliche Einnahmen erhalte, die auch den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren könnten.

Die G7-Staaten wollen den Druck auf Russlands Kriegswirtschaft erhöhen und Sanktionen verschärfen, auch gegen den Öl- und Gassektor. Welche Staaten welche zusätzlichen Maßnahmen planten, blieb in einer entsprechenden Ankündigung offen.

Magdalena Inou

Starmer reagiert auf Warnschüsse von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal

Keir Starmer hat die Warnschüsse eines russischen Kriegsschiffs auf eine Jacht im Ärmelkanal als »leichtsinnig« bezeichnet. Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums habe es sich bei dem russischen Schiff um ein im Wasser treibendes Kriegsschiff gehandelt, das keine weitergehende Bedrohung dargestellt habe, sagte der britische Premierminister dem Sender GB News. »Wir müssen wachsam sein«, fügte er dennoch hinzu.

Das russische Verteidigungsministerium hatte mitgeteilt, die Jacht habe sich der Fregatte Admiral Grigorowitsch »gefährlich genähert«, weshalb Warnschüsse abgegeben worden seien, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Die Segler der in Großbritannien registrierten Jacht wiesen diese Darstellung zurück und nannten die Schüsse ungerechtfertigt. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight knapp außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Verletzte oder Schäden gab es nicht.

Mathis Gann

G7 kündigen weitere Sanktionen gegen Russland an

Die G7-Staaten haben auf ihrem Gipfel im französischen Évian-les-Bains weitere Sanktionen gegen ​Russland angekündigt. Um den Druck auf die russische Kriegswirtschaft zu erhöhen, würden die Staaten ihre »Sanktionen verstärken, darunter jene im Öl- und Gassektor«, ⁠hieß es in einer gemeinsamen ​Erklärung der Staats- und Regierungschefs.

Zudem bekräftigten sie die Unterstützung für die Ukraine. Man stehe geeint hinter dem angegriffenen Land und ‌unterstütze ⁠dessen territoriale Unversehrtheit, heißt es in dem Dokument.

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Ulrike Tschirner

Ein Toter in Saporischschja

Bei russischen Luftangriffen auf die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine hat es in der Nacht nach Behördenangaben mindestens einen Toten gegeben. Eine russische Drohne habe das Auto des Mannes getroffen, teilte die Polizei mit. Ziel der Luftangriffe war demnach ein Wohngebiet, auch die örtliche Universität und ein Einkaufszentrum sollen beschädigt worden sein. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Wegen russischer Drohnen im Luftraum galt am Morgen eine Warnung vor weiteren Einschlägen für die Bevölkerung, wie die Nachrichtenseite The Kyiv Independent berichtete. Laut Militärgouverneur Iwan Fedorow wurde vor allem zivile Infrastruktur beschädigt; ein mehrstöckiger Wohnblock stand in Flammen.

Petrina Engelke

Kanada belegt russische Schattenflotte mit Sanktionen

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die Sanktionen zielen nach Angaben der kanadischen Regierung auf die russische Schattenflotte, Russlands Einkünfte aus Energiegeschäften, seine Rüstungsindustrie und mit Desinformationskampagnen verbundene Einrichtungen.

Zu den Sanktionierten gehört unter anderem die neuseeländische Firma Maritime Mutual. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass das Unternehmen den Handel mit iranischem und russischem Öl im Wert von Dutzenden Milliarden Dollar ermögliche. 

Das russische Außenministerium reagierte mit Einreiseverboten für 103 Kanadier, darunter Abgeordnete und Regierungsvertreter. Zur Begründung gab das Ministerium an, die Betroffenen hätten sich an Aktivitäten beteiligt, die »den außenpolitischen Kurs unseres Landes in Verruf bringen«.

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