Der SV Darmstadt 98 steht im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth unter Druck. Nach der Niederlage in Ulm müssen die Lilien punkten, um nicht noch tiefer in den Abstiegskampf zu rutschen. Aber es gibt einige Punkte, die Trainer Florian Kohfeldt Hoffnung machen.

Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt stellt sich vor seine Spieler. IMAGO/Nordphoto
Mit sieben Punkten aus den zehn Spielen in diesem Jahr steht der SV Darmstadt 98 auf dem letzten Platz der Rückrundentabelle. Doch trotz der schwachen Punktausbeute in der Rückserie hat Florian Kohfeldt seine Spieler beim SV Darmstadt 98 gegen Kritik in Schutz genommen und größere Umstellungen in der Startelf ausgeschlossen.
"Da muss ich mich vor meine Spieler stellen"
"Grundleistung, Bereitschaft und Performance der Mannschaft waren jetzt keinesfalls so, dass da irgendetwas auseinanderbricht", stellte der Lilien-Trainer am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth klar. "Da muss ich mich vor meine Spieler stellen." Er sehe jedenfalls keine Notwendigkeit, in irgendeiner Form über einen Spieler den Stab zu brechen, ergänzte er auf eine Frage nach einer möglichen Pause für den zuletzt unglücklich auftretenden Merveille Papela.
Erstmals seit Wochen könnten im Kader der Darmstädter wieder die erlaubten 20 Spieler stehen. Angreifer Fraser Hornby wird nach seiner abgesessenen Gelb-Rot-Sperre wieder in die Mannschaft zurückkehren. Auch Abwehrspieler Meldin Dreskovic hat die Woche wieder trainiert und wird wohl auch zum Kader gehören.
Weiterhin sieben Ausfälle
Dennoch kann Kohfeldt noch lange nicht aus dem Vollen schöpfen. Weiterhin fehlen Kai Klefisch, Paul Will, Matthias Bader, Fabian Holland, Oscar Vilhelmsson, Christoph Zimmermann und Nachwuchsmann Othmane El Idrissi. Insofern sieht er seine Möglichkeiten für personelle Umstellungen begrenzt.
Ob Fabian Nürnberger und Philipp Förster, die nach längeren Pausen in Ulm als Einwechselspieler zum Zug kamen, eine Option für die Startelf sind, ließ der Coach offen. Für ihn sei klar, dass ein Spieler, der sieben bis acht Wochen weg war, nicht gleich von Anfang an spielen kann. "Das widerstrebt auch mein Schutzbedürfnis für den Spieler", sagte der Lilien-Coach.
Dennoch erhöhe die Auswahl an Spielern nun seine Möglichkeiten während des Spiels. Bei Förster, der mehrere Wochen krank gefehlt hatte, könnte es für eine Halbzeit reichen. Auch Nürnberger werde womöglich deutlich länger spielen als beim ersten Einsatz in Ulm nach seiner Fünf-Spiele-Rot-Sperre.
Klassenerhalt noch nicht abgehakt
Im Spiel gegen Fürth baut Kohfeldt auch auf die Unterstützung der Fans am Böllenfalltor, wo das Team zuletzt seine beiden einzigen Rückrundensiege einfuhr. "Ich freue mich jetzt schon wieder darauf, wenn wir am Samstag mit dem Bus hier ankommen und die Fans dastehen", sagte er. Das Band zwischen Fans und Mannschaft sei wirklich ein bedeutender Faktor.
Die Entwicklung, in der Kohfeldt seine Mannschaft sieht, will er nach bald sieben Monaten im Amt noch nicht abschließend beurteilen. "Es geht jetzt darum, Punkte zu holen. Erstmal zu sagen, diese Entwicklung endet auf jeden Fall in Liga zwei. Das ist für mich noch nicht abgehakt", stellte er klar. Allerdings sei er mit den Entwicklungsschritten auf und neben dem Platz grundsätzlich zufrieden, auch wenn diese nie linear verliefen. "Man muss sehr wachsam sein", betonte er. "Aber man darf auch keinesfalls panisch werden. Und so empfinde ich auch die Mannschaft."
Stephan Köhnlein