WMO-Chefin: 1,5-Grad-Ziel praktisch unmöglich zu erreichen
Der Kontinent heizt sich seit den Achtzigerjahren doppelt so schnell auf wie die Welt als Ganzes, sagt WMO-Chefin Celeste Saulo. Für sie ist klar: »Der Rekordanstieg der Treibhausgase bedeutet, dass es in den nächsten Jahren praktisch unmöglich sein wird, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen« – was seit der Weltklimakonferenz in Paris eigentlich das zentrale Ziel ist. 2024 lag der Wert bereits bei etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau, 2025 waren es 1,48 Grad. Wichtig seien robuste Klimaschutzmaßnahmen, um die Überschreitung so niedrig und so kurz wie möglich zu halten.
Dass die Temperaturen in Europa besonders stark steigen, liegt unter anderem daran, dass sich die atmosphärische Zirkulation geändert hat, sagt Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen. Das begünstige im Sommer Hitzewellen. Zudem sei die Luft sauberer geworden. Es gebe weniger kleine Partikel, an denen sich Wolken bilden. So erreiche mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche.
Darin liege aber auch eine Chance: Die Produktion von klimafreundlicher Solarenergie könne steigen. Wegen der schmelzenden Gletscher und niedrigen Wasserstände werde dagegen langfristig die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft leiden. Konsequenzen könne es auch für Atomkraftwerke geben, wenn sie mangels Kühlwasser die Leistung vorübergehend drosseln oder Reaktoren abschalten müssen.
Schließlich warnen die Experten vor dem Verlust der Artenvielfalt durch den Klimawandel. Es werde in der EU zwar einiges getan. Aber: »Die Fortschritte in Europa müssen beschleunigt werden, damit mehr und bessere Maßnahmen zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt ergriffen werden können«, teilen Copernicus und die WMO mit.
Die Klimamodelle sagen für Herbst 2026 einen El Niño vorher. Es könnte sogar ein Super-El-Niño werden, mit dramatischen Folgen für die Welt. Das Phänomen wäre auch in Europa zu spüren. Mehr dazu lesen Sie hier.

vor 2 Stunden
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