Kanye West: Geplanter Festival-Auftritt von Ye löst Widerstand aus

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US-Rapper Geplanter Festival-Auftritt von Ye löst Widerstand aus

Ye, ehemals Kanye West, machte mit antisemitischen Entgleisungen Schlagzeilen. Zuletzt bat er um Entschuldigung – doch ein geplanter Auftritt in London sorgt trotzdem für Protest. Selbst der Premier meldet sich zu Wort.

06.04.2026, 07.54 Uhr

Ye, ehemals Kanye West, bei den Grammys 2025
Ye, ehemals Kanye West, bei den Grammys 2025

Ye, ehemals Kanye West, bei den Grammys 2025

Foto: Javier Rojas / PI / ZUMA Press Wire / dpa

Der geplante Auftritt von US-Rapper Ye, ehemals bekannt als Kanye West, bei dem Musikfestival Wireless in London sorgt für Diskussionen. Die Getränkehersteller Pepsi und Diageo gaben am Sonntag ihren Rückzug als Sponsoren des Festivals bekannt. Aktivisten gegen Antisemitismus forderten die britische Regierung auf, dem 48-Jährigen die Einreise in das Land zu verweigern.

Ein Sprecher von Pepsi, dem Hauptsponsor des Festivals, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen »habe entschieden, sein Sponsoring des Wireless Festival zurückzuziehen«, ohne einen Grund zu nennen. Ein Sprecher von Diageo, dessen Produkte Johnnie Walker und Captain Morgan als Partnermarken für das Festival vorgesehen waren, sagte AFP: »Wir haben die Veranstalter über unsere Bedenken informiert, und Stand jetzt wird Diageo das Wireless Festival 2026 nicht sponsern.« Der Veranstalter des Festivals, Live Nation, reagierte bislang nicht auf eine Anfrage von AFP.

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Die britische Wohltätigkeitsorganisation Campaign Against Antisemitism forderte den britischen Premierminister Keir Starmer auf, Ye die Einreise ins Land zu verweigern. »Das ist doch sicherlich ein klarer Fall«, erklärte die Organisation im Onlinedienst X und schlug vor, den Musiker als Nichtstaatsbürger abzuweisen, dessen Anwesenheit nicht »dem öffentlichen Wohl dienlich« sei.

Starmer sagte in einem Interview mit der britischen Boulevardzeitung »Sun« , es sei »zutiefst besorgniserregend, dass Ye trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und seiner Verherrlichung des Nationalsozialismus« für einen Auftritt bei dem Festival gebucht worden sei. »Antisemitismus in jeder Form ist abscheulich und muss entschlossen bekämpft werden«, fügte er hinzu.

Ausverkaufte Comeback-Konzerte

In den vergangenen Jahren hatte Ye vor allem mit antisemitischen Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht. So brachte er etwa 2025 einen Song mit dem Titel »Heil Hitler«  heraus und veröffentlichte während des Super Bowls einen Werbespot, in dem er an einigen Orten in den USA für seine Website warb, auf der ein einziges weißes T-Shirt zum Verkauf stand: Als Aufdruck prangte darauf ein Hakenkreuz, den Artikel nannte er »HH-01«. In rechtsextremen Kreisen werden die zwei Buchstaben häufig als Akronym für »Heil Hitler« verwendet. In einer Reihe von antisemitischen und verschwörungsideologischen Posts schrieb der Rapper außerdem, dass er Nazi sei. In der Vergangenheit sprach er offen über seine Bewunderung für Adolf Hitler.

Zuletzt bemühte sich der Musiker allerdings verstärkt darum, seinen Ruf zu retten. Nachdem er im vergangenen November einen Rabbi in New York aufgesucht und um Vergebung gebeten hatte, hat er im Januar eine ganzseitige Entschuldigungsanzeige im »Wall Street Journal« geschaltet. Darin erklärt Ye seine Ausfälle mit einer bipolaren Störung. Er habe sich in seinem Zustand »auf das zerstörerischste Symbol, das ich finden konnte, hinbewegt: das Hakenkreuz«. Doch das entschuldige nicht, was er getan habe. »Ich bin kein Nazi oder Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.«

Vor wenigen Tagen spielte Ye in Los Angeles zwei ausverkaufte Konzerte.

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