Diese Ratte war ein Held! Schon zu Lebzeiten wurde der Nager mit einer Medaille gewürdigt, die er hier stolz um den Hals trägt. Und jetzt wurde ihr mit einer 2,20 Meter hohen Statue ein Denkmal gebaut. Stabil! Wie kam es dazu?
Magawa war eine männliche Riesenhamsterratte, die als Minensucher in Kambodscha eingesetzt wurde. Kambodscha hat ein großes Problem mit Landminen. Während der Diktatur der Roten Khmer in den Siebzigerjahren und dem anschließenden Bürgerkrieg wurden Millionen Minen verlegt. Das hat zur Folge, dass Gebiete nicht bewohnt und Felder nicht landwirtschaftlich genutzt werden können.
Hier kommen Riesenhamsterratten wie Magawa ins Spiel. Die Tiere können sich systematisch durch verminte Flächen arbeiten und erschnüffeln dabei, ob hier irgendwo Sprengstoff vergraben liegt. Entdecken sie etwas, bleiben sie stehen oder fangen an zu scharren. Dann übernehmen menschliche Spezialisten die Minenräumung. Durch ihr leichtes Gewicht lösen die Ratten selbst die Minen nicht aus. Außerdem sind sie ziemlich schnell.
Dieses Riesendenkmal soll jetzt an die Geschichte von Magawa erinnern. Die Ratte hat zu Lebzeiten mehr als hundert Landminen und Blindgänger aufgespürt. Und damit die eigenen Nagerkollegen deutlich übertroffen. Anfang 2022 starb die Spürratte.
Das Denkmal in Siem Reap, nicht weit von der bekannten Tempelanlage Angkor Wat, soll Aufmerksamkeit für das Thema Landminen erzeugen. Noch immer sollen viele Millionen Minen auf der Welt vergraben sein. Allein 2024 gab es weltweit mehr als 6200 getötete oder verletzte Minenopfer.

vor 3 Stunden
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