Einsatzbild der US-Marine von der Suche nach den vermissten Soldaten
Foto: HO/ REUTERSDieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
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Der gerettete Waffenoffizier der US-Luftwaffe? Ein »wirklich tapferer« Soldat und »ein hoch respektierter Colonel«. Der Einsatz zu seiner Rettung? »Ein UNGLAUBLICHER Beweis für Mut und Können bei allen!« So klingt es, wenn sich US-Präsident Donald Trump über die letztlich erfolgreiche Suche nach dem seit Freitag verschollenen Waffenoffizier eines über Iran abgeschossenen F-15E-Kampfflugzeugs in seinem eigenen Kurznachrichtendienst äußert.
Was Trump berichtet, klingt nach Hollywoodfilm: Das iranische Militär habe mit viel Personal nach dem Mann gesucht und sei ihm näher und näher gekommen. Dann habe es den eigentlichen Rettungseinsatz gegeben – so gefährlich, dass er »nur selten gewagt« werde. Schließlich die spektakuläre Rettung, nach sieben Stunden im iranischen Luftraum. Am Montagabend will Trump eine Pressekonferenz dazu im Weißen Haus geben.
Was zum jetzigen Zeitpunkt bekannt ist – und was nicht:
Beim Absturz der Maschine nach iranischem Beschuss am Freitag hatten sich beide Besatzungsmitglieder mit dem Schleudersitz retten können. Der Pilot war kurz darauf von einem Rettungsteam geborgen und ausgeflogen worden, seither suchten sowohl die US-Armee als auch iranische Soldaten unter Hochdruck nach dem zweiten Soldaten aus der Maschine. Nach iranischen Angaben war die F-15E durch ein neues Abwehrsystem über Zentraliran ins Visier genommen worden und stürzte möglicherweise in der Provinz Kohgilujeh und Bojer-Ahmad ab.
Der jetzt gerettete Soldat war in der abgeschossenen F-15E als Waffensystemoffizier im Einsatz. Dieser sitzt im Cockpit unmittelbar hinter dem Piloten und ist neben der Bedienung der Kommunikations- und Navigationssysteme dafür verantwortlich, dass die Bomben ins Ziel treffen. Nach Trumps Angaben handelt es sich um einen Luftwaffensoldaten mit langjähriger Erfahrung. Sein Name und seine Einheit sind bisher nicht öffentlich bekannt.
Verletzt und in medizinischer Behandlung
Der Mann befindet sich nach Informationen der »New York Times« in medizinischer Behandlung, er sei demnach nach Kuwait gebracht worden. Nach Trumps Angaben ist er »schwer verletzt«. Welcher Art die Verletzungen sind, ist unklar. Trump äußerte sich jedoch optimistisch, dass er wieder vollständig genesen werde.
Mehr als 24 Stunden lang habe sich der verletzte Soldat nach dem Abschuss seiner Maschine in einer Bergregion im Südwesten Irans in felsigem Gelände versteckt, berichten verschiedene Medien. Auf der Flucht vor iranischen Soldaten und Zivilisten habe er einen rund 2000 Meter hohen Berg erstiegen, sich in einer Felslandschaft versteckt und ein Notsignal gesendet, berichtet das US-Portal »Axios« . Für solche Situationen sei er ausgebildet und habe, wie andere Flugzeugbesatzungen auch, ein umfangreiches Spezialtraining namens SERE absolviert. Die Abkürzung steht für Survival, Evasion, Resistance, Escape – also: Überleben, Ausweichen, Widerstand und Flucht.
An der Rettungsmission waren zahlreiche Einheiten des US-Militärs beteiligt. Dabei sollen mehrere Dutzend Flugzeuge zum Einsatz gekommen sein. Von Verletzten oder toten US-Soldaten ist nichts bekannt. Die BBC berichtet, der US-Geheimdienst CIA habe den vermissten Soldaten lokalisiert und in Iran Falschnachrichten über seinen Standort verbreitet, um das iranische Militär abzulenken.
Zerstörte Flugzeuge und ein Feuergefecht
Die Bergung des Soldaten verlief nicht reibungslos, berichten zahlreiche Medien. So zitiert der arabische Sender Al Jazeera einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem »heftigen Feuergefecht« gekommen sei. Dem Vernehmen nach sorgten US-Luftschläge dafür, dass die Iraner nicht näher an den Soldaten herankommen konnten. Um den Mann zu retten, sei tief in iranischem Gebiet eine provisorische Landebahn errichtet worden. Zwei dort beschädigte Transportflugzeuge – mutmaßlich verursacht durch die Bodenverhältnisse – seien zurückgelassen und gesprengt worden. Damit wurde verhindert, dass sie in iranische Hände fielen, wie die »New York Times« berichtet.
Iran behauptet, die Rettungsoperation sei ein »Fehlschlag« gewesen – was der US-Darstellung komplett widerspricht. So seien zwei Black-Hawk-Hubschrauber, ein C-130-Transportflugzeug sowie Drohnen beschossen und zerstört worden. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Dem »Axios«-Bericht zufolge fürchtete das US-Militär zunächst eine Falle. »Was er am Funkgerät sagte, klang wie etwas, das ein Muslim sagen würde«, sagte Trump dem Portal. Auch sei nicht sicher gewesen, ob das zuletzt gezündete Leuchtfeuer des Soldaten echt gewesen sei, berichtet der Sender »Fox News« .
Unklar ist derzeit noch, wo die Trümmer der abgeschossenen Maschine tatsächlich liegen, wo genau sich der Soldat versteckt hielt und wie viele US-Flugzeuge und Helikopter bei der Operation beschädigt wurden.

vor 2 Stunden
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