JD Vance ist zu Wochenbeginn in den Südkauskasus gereist, die Stationen: erst Armenien, dann Aserbaidschan. Offenbar war sein Team nicht gut vorbereitet.
Gleich bei seiner ersten Station in Armenien hat der US-Vizepräsident für Irritationen gesorgt. In einem Beitrag im Onlinedienst X erklärten er und seine Frau Usha, sie hätten einen Kranz »am Denkmal für den Völkermord an den Armeniern niedergelegt, um der Opfer des Völkermords von 1915 zu gedenken«.
Sein Büro erklärte anschließend, der Beitrag sei irrtümlich von Mitarbeitern veröffentlicht worden, die nicht zur Delegation gehörten. Der Beitrag wurde später gelöscht.
Armenien strebt seit Langem die internationale Anerkennung der Massaker an etwa 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs als Völkermord an. Die Türkei, ein enger Verbündeter Aserbaidschans, weist diese Bezeichnung zurück. Im vergangenen Jahr verzichtete Trump in deutlicher Abkehr von seinem Vorgänger Joe Biden in der traditionellen Grußbotschaft des US-Präsidenten zum Gedenken an die Opfer der Massaker auf den Begriff Völkermord.
Vance ist der bislang ranghöchste Vertreter der aktuellen US-Regierung, der Armenien besucht. Seine Reise erfolgt auch vor dem Hintergrund sich verändernder Allianzen in der Region:
Die Beziehungen zwischen Armenien und seinem traditionellen Verbündeten Russland hatten sich nach dem Bergkarabach-Konflikt 2023 abgekühlt, weil dort stationierte russische Soldaten nicht in den Konflikt mit Aserbaidschan eingegriffen hatten.
In der Folge näherte sich Armenien an die EU an.
Auch die USA streben nun eine größere diplomatische und wirtschaftliche Präsenz im Südkaukasus an.
Armenien und Aserbaidschan hatten in den vergangenen Jahrzehnten zwei Kriege gegeneinander um die Kontrolle der Region Bergkarabach geführt. 2023 brachte Aserbaidschan die mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Region dann in einer großangelegten Militäroffensive unter seine Kontrolle. Im August vergangenen Jahres vereinbarten beide Länder bei der Unterzeichnung eines Abkommens im Weißen Haus in Washington, ihren Konflikt dauerhaft beizulegen.

vor 2 Stunden
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