Ivan Krastev führt das Center for Liberal Strategies in Sofia und ist Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, wo er den Schwerpunkt Die Zukunft der Demokratie leitet. Wir treffen ihn auf dem Symposium "World in Pieces" in Elmau.
DIE ZEIT: Herr Krastev, die US-Regierung – zuletzt Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz – spricht sich immer wieder für ein starkes Europa aus. Meint sie das wirklich?
Ivan Krastev: Amerika hat ein grundsätzliches Glaubwürdigkeitsproblem, nicht nur gegenüber Europa. Die Außenpolitik der USA hatte je nachdem, wer im Weißen Haus saß, immer unterschiedliche Ausprägungen. Aber in einem Grundsatz war sie weitgehend identisch: Ein geeintes Europa ist im amerikanischen Interesse. Und die Europäische Union ist historisch gesehen auch ein amerikanisches Projekt. Das hat sich mit Donald Trump komplett verändert.

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