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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Donald Trump gibt Iran 48 Stunden, um die Straße von Hormus wieder vollständig zu öffnen, sonst werden die USA Kraftwerke zerstören.
- Iran reagiert mit Gegendrohungen: Man werde in diesem Fall US-Energieanlagen in der Region angreifen und die Meerenge komplett schließen.
- Israel greift derweil weiter Ziele in Iran an, Premier Benjamin Netanyahu fordert andere Länder auf, sich dem Kampf anzuschließen.
- Iranische Staatsmedien sprechen im Gegenzug von einer neuen Angriffswelle auf Israel. Attacken auf Arad und Dimona kann die israelische Flugabwehr nicht vollständig abfangen, es gibt mehr als 160 Verletzte.
- Im Libanon gibt es ebenfalls israelische Attacken; die Armee will dort vor allem Brücken zerstören. Der libanesische Präsident fürchtet einen israelischen Einmarsch.
- Auch mehrere Golfstaaten melden erneut Angriffe auf ihre Territorien.
- Nach dem Angriff auf eine britische Militärbasis im Indischen Ozean sagt Nato-Generalsekretär Mark Rutte, auch Ziele in Europa könnten womöglich in Zukunft von iranischen Raketen getroffen werden
- Weil Sprit- und Lebensmittelpreise steigen, erlauben die USA vorübergehende Lieferung und Verkauf von iranischem Öl.
Mehr Hintergrund und Analyse mit SPIEGEL+
- Rekonstruktion einer Eskalation: So stolperten die USA in den Krieg gegen Iran
- Mutmaßlicher Angriff auf Stützpunkt im Indischen Ozean: Reichen Irans Raketen bis nach Deutschland?
- Drei Experten, drei große Fragen – so könnte es in Iran weitergehen
In Teheran lebt Ajatollah Ali Khamenei weiter – zumindest auf Plakaten am Valiasr-Platz. Der bei US-israelischen Angriffen getötete, frühere Oberste Führer Irans soll durch seinen Sohn Mojtaba Khamenei ersetzt werden.
US-Botschafter bei der Uno: Trump »meint es ernst«
US-Präsident Donald Trump hat Iran ein Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus sofort wieder vollständig zu öffnen. Teheran reagierte mit einer Gegendrohung. Mike Waltz, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, hat Trump nun verteidigt: »Der Präsident meint es ernst«, sagte Waltz in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. »Er bleibt bei seinen roten Linien und wird nicht zulassen, dass dieses völkermörderische Regime die Energieversorgung und die Wirtschaft der Welt als Geisel nimmt.«
Trump hatte zuvor angekündigt, die USA würden iranische Energieanlagen als Ziel ins Visier nehmen, sollte Teheran die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus nicht aufgeben. Die iranischen Revolutionswächter drohten daraufhin ihrerseits, US-Anlagen in der Region anzugreifen und die Meerenge komplett zu schließen.
US-Bevölkerung hat laut Finanzminister Bessent Verständnis für erhöhte Preise
Teurer Sprit, gestiegene Lebensmittelkosten: Der Krieg gegen Iran kommt immer stärker auch bei den US-Bürgerinnen und -Bürgern an. US-Finanzminister Scott Bessent geht davon aus, dass die Bevölkerung Verständnis dafür hat. In der NBC-Sendung »Meet the Press« stellte er das hypothetische Szenario in den Raum, dass »50 Tage vorübergehend erhöhter Preise« ein guter Tausch gegen »50 Jahre ohne iranisches Regime mit Atomwaffen« seien. Das verstünden die Amerikaner, so Bessent.
Auf die Nachfrage, ob die Benzinpreise tatsächlich nach 50 Tagen fallen würden, sagte er: »Ich weiß nicht, ob es 30 Tage sein werden, ich weiß nicht, ob es 50 Tage sein werden, ich weiß nicht, ob es 100 Tage sein werden.«
15 Verletzte bei Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv
Bei einem iranischen Raketenangriff auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv sind nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt worden. Ein 53 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Nach Polizeiangaben gab es mehrere Einschläge im Bereich des Großraums Tel Aviv.
Ein Armeesprecher teilte mit, Iran habe bei dem Angriff erneut Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet. Nach Militärangaben beträgt der Radius der Einschläge bei dieser Art von Waffe rund zehn Kilometer.
Iran bestätigte einen Angriff auf Tel Aviv. Man habe Raketen auf die Küstenmetropole sowie auf weitere Städte in Israel abgefeuert, berichtete die den Revolutionswächtern nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim.
Libanon meldet israelischen Angriff auf wichtige Brücke
Die israelische Armee hat nach libanesischen Angaben eine wichtige Brücke angegriffen, die den Südlibanon mit dem restlichen Teil des Landes verbindet. Die Brücke al-Kasmijeh sei beschossen worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israels Armee teilte kurz zuvor mit, es habe eine Angriffswelle gegen Hisbollah-Infrastruktur im Süden des Libanon begonnen. Es gab zunächst keine Informationen über Verletzte.
Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Vormittag angekündigt, man habe die Armee angewiesen, »sofort alle Brücken über den Litani-Fluss zu zerstören, die Terroraktivitäten dienen«. Angriffe auf Brücken und andere zivile Einrichtungen unterliegen dem humanitären Völkerrecht. Demnach dürfen nur solche Bauwerke attackiert werden, deren Nutzen überwiegend militärisch ist.
Iran droht mit vollständiger Schließung der Straße von Hormus bei US-Angriffen auf Energieanlagen
Irans Revolutionswächter haben angekündigt, die strategisch wichtige Straße von Hormus vollständig zu schließen, sollten die USA – wie angedroht – iranische Energieanlagen angreifen. In einer Erklärung, die vom iranischen Staatsfernsehen verbreitet wurde, hieß es zudem, Unternehmen mit US-Beteiligung würden »vollständig zerstört«, falls Washington iranische Energieanlagen angreife. Energieanlagen in Ländern mit US-Stützpunkten seien »legitime« Ziele.
US-Präsident Donald Trump hatte Iran am Samstagabend (Ortszeit) ein Ultimatum von 48 Stunden für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt und andernfalls mit einer Zerstörung der Energieanlagen des Landes gedroht. Die US-Streitkräfte würden zuerst das größte Kraftwerk des Landes angreifen, erklärte Trump über seinen Onlinedienst Truth Social.
Teheran hat seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe mehrfach gedroht, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Der Verkehr ist deshalb praktisch zum Erliegen gekommen. Daten zeigen, dass zuletzt nur sehr vereinzelt Schiffe die Meerenge passiert haben.
Merz telefoniert mit Trump – obwohl der »nicht gut« auf ihn zu sprechen ist
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das teilte Merz auf X mit. »Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump die Situation in Iran, Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt«, so der Kanzler. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesregierung nicht mit.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Bad Dürkheim hatte Merz ein Gespräch mit Trump am Wochenende angekündigt und auch gesagt: »Er ist im Augenblick nicht ganz so gut auf mich zu sprechen.« Trump hatte die Nato-Partner tagelang massiv unter Druck gesetzt, bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen, aber reihenweise Absagen erhalten, auch von Merz. Der US-Präsident sprach von einem »törichten Fehler«. US-Senator Lindsey Graham, ein enger Vertrauter des Präsidenten, schrieb bei X, er habe mit Trump darüber gesprochen und ihn noch nie so wütend gehört.
Israel will neue Angriffswelle im Libanon begonnen haben
Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit einer neuen großflächigen Angriffswelle im Südlibanon begonnen, die sich gegen die Hisbollah richten soll. In einer über Telegram verbreiteten Erklärung teilte die Armee mit, an der Operation seien Boden- und Luftstreitkräfte beteiligt.
Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz die Streitkräfte angewiesen, die von der Hisbollah genutzten Brücken über den Litani-Fluss zu zerstören und die Zerstörung von Häusern in den betroffenen Dörfern im Südlibanon zu verstärken.
Iran meldet »schwere Schäden« an Infrastruktur
Irans Wasser- und Energieinfrastruktur ist nach Angaben Teherans durch die Angriffe der USA und Israels stark beschädigt worden. Die lebenswichtige Wasser- und Strominfrastruktur des Landes habe »durch Terror- und Cyberangriffe« der USA und Israels »schwere Schäden erlitten«, erklärte Irans Energieminister Abbas Aliabadi nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna.
Die Angriffe richteten sich demnach gegen »Dutzende Anlagen zur Wasserversorgung und -aufbereitung«, führte Aliabadi aus. Zudem hätten sie »Teile der kritischen Versorgungsnetze« zerstört. Derzeit werde daran gearbeitet, die Schäden zu beheben.
Leseempfehlung: Die Raketen fliegen, das Fest fällt aus
Beim Absturz eines Militärhubschraubers in Katar sind alle sieben Insassen ums Leben gekommen. Es verunglückten vier Mitglieder der katarischen Streitkräfte, ein türkischer Soldat und zwei Techniker einer türkischen Sicherheitsfirma, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Diese seien in dem katarischen Hubschrauber bei einem gemeinsamen Einsatz beider Militärs über Wasser abgestürzt.
Das katarische Verteidigungsministerium sprach von einer »technischen Störung während eines Routineeinsatzes«. Auch die türkische Seite sprach von einem »technischen Versagen«. Es gab keine Hinweise darauf, dass der Hubschrauber möglicherweise bei einem iranischen Angriff abgeschossen wurde. Es war unklar, wohin der Hubschrauber bei dem Einsatz flog.
Mindestens sechs Tote bei Absturz von katarischem Armeehubschrauber
Inmitten des Krieges sind beim Absturz eines katarischen Armeehubschraubers über den Hoheitsgewässern des Golfstaates mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Der siebte Insasse werde noch vermisst, teilte das Innenministerium in Doha mit. Dem Ministerium zufolge wurden die sechs Leichen der getöteten Hubschrauberinsassen geborgen. Die Rettungsmaßnahmen dauerten weiter an.
Der Hubschrauber der katarischen Armee war nach Angaben der Regierung in Doha wegen einer »technischen Fehlfunktion« abgestürzt. Das katarische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, der Vorfall habe sich während eines »Routineeinsatzes« ereignet. Katars Innenministerium zufolge wurden mehrere Spezialteams für den Such- und Rettungseinsatz entsandt. Doha machte weder Angaben zum Typ des Hubschraubers noch zum Grund seines Einsatzes.
Wie andere Golfstaaten ist auch Katar seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen immer wieder angegriffen worden. Bislang wurde jedoch keine Verbindung zwischen dem jüngsten Vorfall und dem Krieg hergestellt.
Leseempfehlung: So stolperten die USA in den Krieg gegen Iran
Unernste Verhandlungen, ungehörte Warnungen – und ein Präsident, der auf schnelle Siege setzt. Recherchen zeigen, wie unbedarft Donald Trump einen Krieg begann, den er jetzt nur noch schwer kontrollieren kann. Die Rekonstruktion meiner Kollegen Maximilian Popp und Fritz Schaap lesen Sie hier.
Pistorius: Deutsche Hilfe in Straße von Hormus erst bei Waffenstillstand
In der Debatte über die Sicherung der Straße von Hormus hat Verteidigungsminister Boris Pistorius bekräftigt, dass Deutschland sich erst nach einem Waffenstillstand beteiligen würde. Bei einem Besuch in Japan sagte der SPD-Politiker, man sei bereit zu helfen – etwa bei der Minenräumung –, aber erst nach Beendigung der Kampfhandlungen. Deutschland wolle sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen.
Angesprochen auf das 48-Stunden-Ultimatum, das US-Präsident Trump Iran für die Öffnung der Passage gegeben hat, sagte Pistorius: »Ich würde sagen: abwarten«. und: »Wir werden sehen, was passiert.«
Mehr als 160 Verletzte nach Angriffen auf israelische Städte Arad und Dimona
Nach iranischen Raketenangriffen auf die südisraelischen Städte Arad und Dimona ist die Zahl der Verletzten nach Angaben israelischer Rettungskräfte auf mehr als 160 gestiegen. 84 Menschen in Arad und 78 in Dimona würden demnach behandelt, einige von ihnen seien schwer verletzt.
Das iranische Staatsfernsehen erklärte, die Raketenangriffe hätten israelischen Atomanlagen gegolten. Die Städte liegen in der Nähe einer Nuklearforschungsanlage. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass ihr keine Schäden an der Anlage bekannt seien.
Israelische Flugabwehr fängt iranische Raketen nicht ab
Die israelische Flugabwehr hat bei iranischen Raketenangriffen auf Südisrael die Geschosse nicht abgefangen. Die Abwehrsysteme hätten zwar ausgelöst, die Raketen jedoch nicht gestoppt, erklärte der israelische Militärsprecher Effie Defrin auf der Plattform X. »Wir werden den Vorfall untersuchen und daraus lernen«, kündigte der Brigadegeneral an. Bei mehreren Einschlägen in den Städten Dimona und Arad wurden am späten Samstagabend (Ortszeit) Dutzende Menschen verletzt, darunter Kinder. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach nach dem Beschuss von Arad von einem »sehr schwierigen Abend im Kampf um unsere Zukunft«. »Wir sind entschlossen, unsere Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen«, hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Die iranischen Revolutionswächter teilten am frühen Sonntag mit, sie hätten »militärische Anlagen« und Sicherheitszentren im Süden Israels ins Visier genommen.
Mindestens sechs Tote bei Absturz von katarischem Armeehubschrauber
Inmitten des Krieges sind beim Absturz eines katarischen Armeehubschraubers über den Hoheitsgewässern des Golfstaates mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Der siebte Insasse werde noch vermisst, teilte das Innenministerium in Doha mit. Dem Ministerium zufolge wurden die sechs Leichen der getöteten Hubschrauberinsassen geborgen. Die Rettungsmaßnahmen dauerten weiter an.
Der Hubschrauber der katarischen Armee war nach Angaben der Regierung in Doha wegen einer »technischen Fehlfunktion« abgestürzt. Das katarische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, der Vorfall habe sich während eines »Routineeinsatzes« ereignet. Katars Innenministerium zufolge wurden mehrere Spezialteams für den Such- und Rettungseinsatz entsandt. Doha machte weder Angaben zum Typ des Hubschraubers noch zum Grund seines Einsatzes.
Wie andere Golfstaaten ist auch Katar seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen immer wieder angegriffen worden. Bislang wurde jedoch keine Verbindung zwischen dem jüngsten Vorfall und dem Krieg hergestellt.
Raketenangriffe auf Israel
Iran hat seine massiven Raketenangriffe auf israelische Ziele fortgesetzt. Im Großraum Tel Aviv heulten erneut die Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete, es seien in der Mittelmeermetropole Explosionsgeräusche zu hören. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, es gebe zunächst keine Informationen zu Verletzten.
Das iranische Militär teilte derweil mit, es habe den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv mit Drohnen angegriffen. Dafür gab es von der israelischen Armee keine Bestätigung.
Rettungsdienst meldet einen Toten nach Raketenangriff auf Kibbuz
In einem israelischen Kibbuz nahe der Nordgrenze ist nach Angaben von Magen David Adom eine Person durch Beschuss aus dem Libanon getötet worden. Der Rettungsdienst teilte mit, zwei Fahrzeuge seien in Brand geraten, aus einem davon sei ein Mann tot geborgen worden.
An der Grenze zum Libanon kämpfen Israels Streitkräfte gegen die von Iran unterstützte Hisbollah. Seit Beginn des Krieges mit Iran sind in Israel nach offiziellen Angaben mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen.
Iran meldet mehr als 1500 Tote seit Kriegsbeginn
In Iran sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mit.
21.000 weitere Menschen seien verletzt. Mehr als 220 medizinische Zentren hätten evakuiert werden müssen. 21 medizinische Mitarbeiter seien tot, berichtete der iranische Sender weiter. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig bestätigen.
Iran ist nach eigenen Angaben bereit, mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit im Seeverkehr zu verbessern. Das erklärte Ali Mousavi, der iranische Vertreter bei der Seeschifffahrts-Organisation der Uno, laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.
Er wiederholte demnach die vom iranischen Regime schon mehrfach geäußerte Behauptung, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr offen sei. Nur Schiffe, die mit »Feinden Irans« in Verbindung stünden, dürften den Seeweg nicht passieren.
Iranische Staatsmedien: Armeestützpunkt nahe Bagdad mit Drohnen angegriffen
Ein Armeestützpunkt nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad ist der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge mit Drohnen angegriffen worden. Der Stützpunkt nahe dem internationalen Flughafen von Bagdad sei »erneut zum Ziel von Drohnenangriffen geworden«, berichtete Irna. Der Militärkomplex war in der Vergangenheit von der US-Armee genutzt worden.
Seit Beginn des Krieges ist Bagdad immer wieder Ziel von Drohnenangriffen, die Angriffe richteten sich unter anderem gegen den Flughafen und weitere vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Diese Angriffe wurden proiranischen Gruppen zugeschrieben.
Japan erwägt Minenräumung nach Waffenstillstand
Nach den Worten des japanischen Außenministers Toshimitsu Motegi könnte sich das Land eine Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus vorstellen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, sagte Motegi. Japan importiert rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge, die Iran im Zuge des Krieges weitgehend geschlossen hat. US-Präsident Donald Trump hatte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zuvor gedrängt, sich stärker für die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu engagieren.
Israelische Flugabwehr fängt iranische Raketen nicht ab
Die israelische Flugabwehr hat bei iranischen Raketenangriffen auf Südisrael die Geschosse nicht abgefangen. Die Abwehrsysteme hätten zwar ausgelöst, die Raketen jedoch nicht gestoppt, erklärte der israelische Militärsprecher Effie Defrin auf der Plattform X. »Wir werden den Vorfall untersuchen und daraus lernen«, kündigte der Brigadegeneral an. Bei mehreren Einschlägen in den Städten Dimona und Arad wurden am späten Samstagabend (Ortszeit) Dutzende Menschen verletzt, darunter Kinder. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach nach dem Beschuss von Arad von einem »sehr schwierigen Abend im Kampf um unsere Zukunft«. »Wir sind entschlossen, unsere Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen«, hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Die iranischen Revolutionswächter teilten am frühen Sonntag mit, sie hätten »militärische Anlagen« und Sicherheitszentren im Süden Israels ins Visier genommen.
Iran kontert Trump mit Drohung gegen US-Energieanlagen
Das vereinigte Kampfkommando der iranischen Streitkräfte droht für den Fall eines Angriffs auf die eigene Treibstoff- und Energieinfrastruktur mit Vergeltung. Dann würden sämtliche Energieanlagen der USA in der Region ins Visier genommen, berichten iranische Medien.
Trump gibt sich trotzig: Haben Iran von der Landkarte gefegt
US-Präsident Donald Trump hält sich im Irankrieg für einen erfolgreichen Feldherrn. In Reaktion auf eine Analyse des »New York Times«-Autoren David Sanger, wonach Trump viele seiner Kriegsziele bislang nicht erreicht habe, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social trotzig zurück: »Doch, das habe ich, und Wochen früher als geplant!« Die USA hätten Iran »von der Landkarte gefegt«. Das Land habe keine Führung mehr, die Marine und Luftwaffe seien vernichtet. Auch habe es »absolut keine Verteidigung mehr«.
Iran wolle einen Deal abschließen, bekräftigte Trump. »Ich will das nicht! Wir sind Wochen vor dem Zeitplan«, schrieb der US-Präsident weiter. Er hatte zuvor mitgeteilt, er erwäge, die Angriffe in Iran zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, ihre Ziele in dem seit drei Wochen andauernden Krieg zu erreichen.
Iran zeigt sich jedoch weiter kämpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionswächter, man habe die »verwundbaren Punkte des Feindes« analysiert und bereite eine neue Angriffswelle »mit neuen Strategien und moderneren Systemen« vor.
Jakob Müller
Nachrichtenressort

Viele Verletzte nach Raketeneinschlag in südisraelischer Stadt Arad
Ein iranischer Raketenangriff hat in der israelischen Wüstenstadt Arad schwere Zerstörungen angerichtet. Nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehr als 60 Menschen verletzt, als eine Rakete zwischen mehreren Gebäuden einschlug. Videoaufnahmen, die von dort stammen sollen, zeigten mehrere massiv beschädigte, mehrstöckige Wohnhäuser.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte infolge des Angriffs, er werde »die derzeit vor Ort im Einsatz befindlichen Rettungs- und Einsatzkräfte verstärken«.
Zudem hat die israelische Luftwaffe eine Untersuchung eingeleitet, um zu klären, weshalb eine in Arad eingeschlagene ballistische Rakete nicht von der Flugabwehr abgefangen werden konnte.
Saudi-Arabien verweist iranische Diplomaten des Landes
Der iranische Militärattaché und vier weitere Angehörige der Vertretung Teherans sollen innerhalb von 24 Stunden das Land verlassen, teilt das saudische Außenministerium mit. In der Erklärung verwies der Golfstaat auf die anhaltenden iranischen Angriffe auf das Land.
G7-Staaten fordern Ende iranischer Angriffe
»Wir fordern die sofortige und bedingungslose Einstellung aller Angriffe des iranischen Regimes«: In einem gemeinsamen Statement verurteilen die Außenminister der G7-Staaten die Angriffe des Regimes in Teheran und bekunden »Unterstützung für unsere Partner in der Region angesichts der ungerechtfertigten Angriffe der Islamischen Republik Iran und ihrer Stellvertreter«. Man unterstütze das Recht der Länder, die Iran angreife, ihr Territorium zu verteidigen und ihre Bürger zu schützen.
Zur G7-Gruppe führender Industriestaaten zählen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und die USA.
Leseempfehlung: Wie Satellitenbilder unseren Blick auf den Krieg verändern
Fotos aus dem All enthüllen, was Regierungen verschweigen. Doch wer entscheidet, welche Bilder die Welt zu sehen bekommt – und welche nicht? Wie heikel die Frage ist, zeigen Beispiele, über die mein Kollege Christoph Seidler schreibt. Seinen Text lesen Sie hier.
IAEA: Keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) meldet, nach dem Angriff auf Dimona im Süden Israels seien keine ungewöhnlichen Strahlungswerte festgestellt worden. Es gebe keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev, das außerhalb der Stadt liegt, heißt es in dem X-Post.
IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu maximaler militärischer Zurückhaltung in der Nähe von Atomanlagen auf. Am Samstag Vormittag hatte Iran einen Angriff auf die iranische Atomanlage Natans gemeldet.
Weitere Staaten wollen wie Deutschland einen »Beitrag« im Persischen Golf leisten
15 weitere Staaten haben sich einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien, den Niederlanden und Japan angeschlossen.
Sie verurteilen die »Angriffe Irans auf Handelsschiffe im Golf, zivile Infrastruktur einschließlich Öl- und Gasanlagen sowie die faktische Sperrung der Straße von Hormus«. Nun haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien, Südkorea sowie weitere EU-Staaten die Stellungnahme in ihrem Namen veröffentlicht.
Weiter heißt es darin: »Wir bekunden unsere Bereitschaft, einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sichere Passage der Meerenge zu gewährleisten.« Was das genau bedeutet, wird in der Erklärung nicht ausgeführt.
IDF: Iran hat Rakete mit Tausenden Kilometer Reichweite eingesetzt
Die israelischen Armee schreibt in einem X-Post, das Regime in Teheran hätte erstmals eine Rakete mit bis zu 4000 Kilometer Reichweite eingesetzt. Ob sie sich damit auf den mutmaßlichen Raketenangriff auf die britische Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean bezieht, ist unklar.
Es ist jedoch ein weiterer Hinweis, dass es Iran gelungen sein könnte, den Radius des Raketenarsenals über die bisherigen 2000 Kilometer hinaus zu verdoppeln. Bestätigen sich die Berichte, sind Irans Raketen schlagkräftiger als bislang bekannt, schreibt mein Kollege Oliver Imhof. Auch Deutschland läge plötzlich in Reichweite.
Liebe Leserinnen und Leser, vor drei Wochen hat der Irankrieg begonnen. Die USA und Israel setzen ihre Angriffe fort, das Regime in Teheran antwortet mit Attacken in der gesamten Region. Wir halten Sie hier über die Entwicklungen in Nahost und die Auswirkungen jenseits der Region auf dem Laufenden. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen

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