US-Präsident Donald Trump in Washington
Foto: Julia Demaree Nikhinson / AP / dpaDieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die israelische Armee bombardiert Stellungen der iranischen Führung. Iranische Staatsmedien sprechen von einer neuen Angriffswelle auf Israel. Mehrere Golfstaaten haben erneut Angriffe auf ihre Territorien gemeldet.
- Die USA entsenden mehr Kriegsschiffe und Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten.
- Die US-Regierung will Iran dazu zwingen, die Straße von Hormus zu öffnen. Dazu wird einem Medienbericht zufolge überlegt, die iranische Insel Charg zu besetzen.
- Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, am Wochenende mit US-Präsident Donald Trump zu reden.
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Trump: USA erwägen, Militäreinsätze »zurückzufahren«
Donald Trump deutet einen möglichen Kurswechsel im Krieg gegen Iran an. Laut dem US-Präsidenten stehen die Vereinigten Staaten kurz davor, ihre Ziele zu erreichen. Er erwäge deshalb, die Militärangriffe zurückzufahren, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.
Trump zählte die Kriegsziele der USA auf, darunter die Zerstörung der iranischen Raketensysteme, Rüstungsindustrie, Marine und Luftwaffe und der Schutz der regionalen Verbündeten der USA. Zudem dürfe Iran niemals erlaubt werden, nukleare Fähigkeiten zu erlangen.
Mit Blick auf die Straße von Hormus schrieb Trump, diese solle künftig von den Staaten geschützt werden, die sie nutzen. Die USA benötigten die Wasserstraße nicht. Auf Ersuchen werde man diesen Staaten zwar helfen, dies sollte aber nach der Beseitigung der iranischen Bedrohung nicht nötig sein.
Trump drängt erneut auf Hilfe von China
US-Präsident Donald Trump hat erneut um Unterstützung im Persischen Golf geworben. Es sei viel Hilfe notwendig, um die Straße von Hormus zu sichern, sagt Trump gegenüber Journalisten am Weißen Haus. Es wäre nett, wenn sich Länder wie China und Japan beteiligen würden. Die Passage in der Golfregion sei für Europa und Asien wichtiger als für die USA.
Einen Waffenstillstand mit Iran schloss Trump aktuell aus. Darauf angesprochen, ob bei einem Ende der US-Angriffe auch Israel bereit sei, den Krieg zu beenden, sagte Trump: »Ich glaube schon.«
Erste Hinrichtungen nach Protesten in Iran: Wrestler Saleh Mohammadi, 19 Jahre alt, erhängt
Seinen 19. Geburtstag erlebte Saleh Mohammadi in iranischer Haft. Nun wurde der Ringer gemeinsam mit zwei weiteren Männern hingerichtet. Das Regime sendet eine klare Botschaft. Weitere Exekutionen könnten bald folgen, schreibt meine Kollegin Ann-Sophie Schneider. Ihren Text lesen Sie hier.
Irankrieg und Asienroute: »Die erhöhten Flugpreise können noch eine Zeit lang bestehen bleiben«
Erhöhte Ticketpreise, mehr Unregelmäßigkeiten, ein fragiles System: Im Interview meiner Kollegin Eva Lehnen erklärt ein Luftfahrtexperte, worauf sich Passagiere in den kommenden Monaten einstellen müssen. Das ganze Gespräch lesen Sie hier.

Straße von Hormus: USA dürfen britische Militärbasen für Angriffe auf iranische Raketenstellungen nutzen
Die USA dürfen künftig britische Militärbasen nutzen, um iranische Ziele anzugreifen, die für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus verantwortlich sind. Das geht aus einer Mitteilung der Regierung in London hervor. Demnach billigten britische Minister bei einem Treffen eine Ausweitung der bisherigen Vereinbarung. Diese sah bislang vor, dass US-Streitkräfte britische Basen nur für Operationen nutzen dürfen, um Angriffe zu verhindern, die britische Interessen oder Menschenleben gefährden.
Ein Regierungssprecher erklärte, dass die Minister heute zugestimmt hätten, britische Basen künftig auch für »defensive Operationen der USA« zu nutzen, um Raketenstellungen zu schwächen, die für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus eingesetzt werden.
Großbritannien werde sich jedoch weiterhin nicht direkt an den Angriffen beteiligen. Zugleich betonten die Minister die Notwendigkeit einer schnellen Deeskalation und einer zügigen Beilegung des Konflikts.
Merz kündigt Gespräch mit Trump am Wochenende an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, am Wochenende mit US-Präsident Donald Trump zu reden. Das sagte Merz bei einem Wahlkampfauftritt in Bad Dürkheim, in Rheinland-Pfalz stehen am Sonntag Landtagswahlen an. »Ich muss am Wochenende mit ihm sprechen«, sagte Merz, ohne Trumps Namen zu nennen.
Aus dem Kontext wurde aber klar, dass Merz den US-Präsidenten meint. Der Bundeskanzler erklärte, Trump nach Rheinland-Pfalz einladen zu wollen. Trumps Großvater, Friedrich Trump, war 1885 aus der Pfalz in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Merz sagte in Bad Dürkheim, er versuche, den US-Präsidenten in die Stadt einzuladen. Er wisse aber nicht, ob Trump die Einladung annehmen werde. »Er ist im Augenblick nicht so ganz gut auf mich zu sprechen«, so Merz. Er hatte Trumps Forderungen nach Hilfe in der Straße von Hormus zuletzt eine Absage erteilt und die Planlosigkeit der USA im Irankrieg kritisiert. Merz betonte zugleich, dass er sich trotz aller Meinungsverschiedenheiten weiter um die transatlantischen Beziehungen bemühen werde.
Liebe Leserinnen und Leser, der Irankrieg dauert mittlerweile drei Wochen an. Israel und die USA fliegen weiter Angriffe gegen das Regime in Teheran, das mit Vergeltungsschlägen antwortet. Die Situation an der Straße von Hormus sorgt für hohe Ölpreise und sinkende Börsenkurse. Alle wichtigen Entwicklungen lesen Sie hier. Was zuvor am Freitag geschah, können sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen

vor 2 Stunden
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