Iran-News 8. April: Pakistan drängt Trump zu Fristverlängerung

vor 1 Stunde 1

Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Überblick: Das ist die aktuelle Lage 

  • US-Präsident Donald Trump verschärft seine Drohungen gegen Iran erneut massiv und spricht von der Auslöschung einer Zivilisation, sollte die Straße von Hormus nicht freigegeben werden.
  • Kurz vor Ablauf des knappen Ultimatums versucht Vermittler Pakistan, selbiges von Trump verlängert zu bekommen.
  • Vertreter des Regimes in Teheran warnen derweil vor einer »Tragödie« und kündigen Gegenreaktionen an, sollte Trump seine Drohungen wahr machen.
  • Die USA und Israel greifen schon vor Ende eines Ultimatums der US-Regierung erneut massiv Ziele in Iran an – offenbar gibt es auch Attacken gegen zivile Infrastruktur.
  • Zwei in Iran inhaftierte Franzosen sind wieder frei, meldet Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
  • Auch eine im Irak gefangen genommene US-Journalistin soll freikommen, teilte eine proiranische Miliz im Land mit.
  • Bei einem Vorfall vor dem israelischen Konsulat in Istanbul werden laut türkischen Behörden drei Angreifer gestoppt und zwei Polizisten verletzt.

Mehr Hintergrund:

  • Erst die Rettung, dann die vulgäre Drohung: Das Weiße Haus feiert die Rettung eines abgeschossenen US-Offiziers in Iran. Trump nutzt den Moment, um Iran mit totaler Vernichtung zu drohen.
  • »Das Regime ist viel schwächer, als es uns glauben machen will«: Die Luftangriffe haben das Regime in Teheran empfindlich geschwächt, aber es ist noch lange nicht am Ende, meint Israels früherer Nationaler Sicherheitsberater Eyal Hulata. Hier erklärt er, wie es weitergehen könnte.

Katholische Kirche in den USA: Trump-Drohung nicht zu rechtfertigen

Nach Donald Trumps neuesten Drohungen gegen Iran distanziert sich die politisch sonst so zurückhaltende katholische Kirche der USA von dem 79-jährigen Präsidenten. »Die Drohung, eine ganze Zivilisation zu vernichten, sowie das gezielte Angreifen ziviler Infrastruktur lassen sich moralisch nicht rechtfertigen. Es gibt andere Wege, Konflikte zwischen Völkern beizulegen«, schrieb Erzbischof Paul Coakley, der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) in einer Stellungnahme auf der Website der USCCB.  »Ich appelliere an Präsident Trump, vom Abgrund des Krieges abzurücken und – um des Friedens willen und bevor noch mehr Menschenleben verloren gehen – eine gerechte Lösung auszuhandeln.«  

Zuvor hatte schon Papst Leo XIV., ein gebürtiger US-Amerikaner, Trumps jüngste Drohungen als »inakzeptabel« gegeißelt. Gläubige Christen zählen zu den wichtigsten Wählergruppen des Präsidenten und dessen republikanischen Partei. Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 votierten 55 Prozent der teilnehmenden Katholiken für Trump – dessen Vize JD Vance sich selbst gern als gläubigen Katholiken darstellt. 

Trump-Sprecherin: US-Präsident will »bald« auf pakistanischen Vorschlag reagieren

Vermittler Pakistan hat kurz vor Ablauf von Trumps Deadline für Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus um eine Fristverlängerung gebeten. Diese Bitte habe den US-Präsidenten bereits erreicht, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt zum Nachrichtenportal »Axios«. Der US-Präsident werde »bald« darauf reagieren, so Leavitt weiter. Wann genau und auf welchem Weg, sagte sie nicht. 

Israel warnt vor möglichem, verstärktem Beschuss in der Nacht

Israels Armee geht davon aus, dass es möglicherweise zu verstärkten Angriffen auf das Land kommt. Hintergrund ist Trumps Ultimatum an Teheran, das in der Nacht (Ortszeit) ausläuft. »Nach einer Lagebeurteilung und als Teil der Vorbereitungen auf den Ablauf des Ultimatums kann es in den kommenden Stunden zu verstärktem Beschuss israelischen Territoriums kommen«, teilte das Militär auf X mit.

In dem Beitrag heißt es weiter: »Die israelischen Streitkräfte sind sowohl für Verteidigung als auch für Angriff gerüstet.« Iran hatte zuvor Gegenangriffe angekündigt für den Fall, dass es etwa zu Attacken auf die iranischen Energieanlagen kommen sollte. 

Liebe Leserinnen und Leser,
der Krieg in Nahost geht weiter. Der SPIEGEL hält Sie wie gewohnt über alles Wichtige auf dem Laufenden. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und den Büros unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten weltweit. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.

Mit Material der Agenturen

Gesamten Artikel lesen