Epstein-Akten: Bill Gates soll vor dem US-Kongress zu Jeffrey Epstein aussagen

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Der Microsoft-Gründer taucht in den Epstein-Akten auf. Im Juni soll er vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses über seine Verbindungen zu ihm aussagen.

8. April 2026, 0:03 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 Microsoft-Gründer Bill Gates spricht bei einer Veranstaltung in Neu Dehli (Bild vom März 2025)
Microsoft-Gründer Bill Gates spricht bei einer Veranstaltung in Neu Dehli (Bild vom März 2025) © Arun Sankar/​AFP/​Getty Images

US-Abgeordnete wollen Microsoft-Gründer Bill Gates im Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein anhören. Gates sei für den 10. Juni vorgeladen, hieß es aus informierten Kreisen in Washington. Zuerst hatte der Sender MS NOW über Gates' Vorladung berichtet, später auch die Washington Post.

Der von den Republikanern geführte Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses untersucht die Ermittlungen des Justizministeriums gegen Epstein. Im März wandte sich der Ausschuss schriftlich an Gates und forderte ihn auf, zu seiner Verbindung zu Epstein auszusagen. Gates ist eine von sieben Personen, die aufgefordert wurden, vor dem Ausschuss auszusagen.

Ein Sprecher von Gates teilte mit, der Unternehmer wolle alle Fragen beantworten. Er sei aber niemals Zeuge von Epsteins illegalem Verhalten gewesen oder habe sich daran beteiligt. Gates hatte zu Treffen mit Epstein auch Führungskräfte der Gates-Stiftung mitgenommen.

Gates hatte Affären mit zwei russischen Frauen zugegeben

In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Dokumenten war auch Gates' Name aufgetaucht. Die Akten enthielten den Entwurf einer E-Mail, in dem Epstein von angeblichen Affären des Microsoft-Gründers spricht. Der Sexualstraftäter schrieb darin, er habe dem Unternehmer geholfen, "Medikamente zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen". Gates gab daraufhin Affären mit zwei russischen Frauen zu.

Zuvor war bekannt geworden, dass auch Handelsminister Howard Lutnick im Rahmen der Untersuchung vor dem Ausschuss aussagen wird. Lutnick, ein ehemaliger Nachbar Epsteins in Manhattan, sah sich zunehmendem parteiübergreifendem Druck ausgesetzt, über seine Verbindungen zu Epstein auszusagen. Aus Unterlagen des Justizministeriums ging hervor, dass der Handelsminister mit dem Finanzier in Kontakt blieb, obwohl er behauptete, sich von ihm distanziert zu haben.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

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