Iran-Krieg im News-Blog: Donald Trump verkündet Tod von Ali Khamenei

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Ali Khamenei
Ali Khamenei

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Polaris / laif

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Überblick: USA und Israel attackieren Iran, Teheran schlägt zurück, Trump verkündet Tod von Khamenei

  • Die USA und Israel haben am frühen Samstagmorgen mit einem Angriff auf Iran begonnen. Die Bundesregierung wurde von israelischer Seite unmittelbar vor dem Beginn der Aktion über diese informiert
  • Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde bei den Angriffen auch Irans Oberster Führer Ali Khamenei getötet
  • Laut israelischen Angaben sind bei den Angriffen zudem zentrale Vertreter der iranischen Militärführung ums Leben gekommen
  • Die Gegenangriffe sind massiv: Iran feuerte Raketen auf Israel ab, außerdem unter anderem auf Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort befinden sich Stützpunkte des US-Militärs
  • Auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wurde eingeschränkt, eine der wichtigsten Routen des weltweiten Energiehandels
  • Netanyahu kündigt derweil Angriffe auf »Tausende weitere Ziele« an

Mehr Hintergrund und Analyse

Iran meldet Angriff auf US-Stützpunkt in Saudi-Arabien

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Luftwaffenstützpunkt des US-Militärs in Saudi-Arabien angegriffen. Der Stützpunkt Prinz Sultan sei von Raketen und Drohnen getroffen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionswächter, die der staatliche Rundfunk veröffentlichte. Aus Saudi-Arabien und den USA gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff. 

Jubel über Khameneis Tod

Weltweit reagieren Menschen mit Jubel und Erleichterung auf die Nachricht, dass Irans Oberster Führer Ali Khamenei bei einem Angriff ums Leben gekommen sein soll. 

Kurzanalyse: Trump und sein Geschwätz von gestern

Donald Trump verhehlt sein Ziel kaum: Sein Militärschlag gegen Iran soll zu einem Regimewechsel in Teheran führen. »An das große, stolze Volk von Iran [...] Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung«, forderte der Präsident in seiner Videoansprache nach den ersten Angriffen. »Dies wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.« 

Als er noch nicht im Weißen Haus saß, klang Trump ganz anders. 2011 etwa sagte er über Barack Obama: »Unser Präsident wird einen Krieg mit Iran beginnen, weil er absolut keine Fähigkeit hat, zu verhandeln.« Zwei Jahre später wiederholte er diese Prognose. Sie traf nie ein. 

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 nannte er seine Kontrahentin Hillary Clinton »kriegslüstern und instabil« und forderte auf dem republikanischen Nominierungsparteitag: »Wir müssen die gescheiterte Politik des Nation-Building und des Regimewechsels aufgeben, die Hillary Clinton im Irak, in Libyen, Ägypten und Syrien verfolgt hat.« 

2019, inmitten seiner ersten Amtszeit, versprach er: »Unsere Politik des endlosen Krieges, des Regimewechsels und des Nation-Building wird durch die nüchterne Verfolgung amerikanischer Interessen ersetzt.« Später twitterte er, der US-Militäreinsatz im Nahen Osten sei »die schlimmste Entscheidung aller Zeiten« gewesen. 

Im Wahlkampf 2024 sagte Trump dann über seine demokratische Gegnerin Kamala Harris: »Wenn Kamala gewinnt, erwarten uns nur Tod und Zerstörung, denn sie ist die Kandidatin endloser Kriege. Ich bin der Kandidat des Friedens.« 

Derselbe Donald Trump nimmt jetzt für seinen Angriff auf Iran sogar den Tod von US-Einsatzkräften in Kauf: »Das Leben tapferer amerikanischer Helden mag verloren gehen, und wir mögen Verluste erleiden«, sagte er in seiner Videoansprache vom Samstag: »Das ist im Krieg oft der Fall. Aber wir tun dies nicht für die Gegenwart. Wir tun dies für die Zukunft.« 

Was kümmert Trump da noch sein Geschwätz von gestern? 

Nicht nur in Tel Aviv ist derzeit immer wieder Raketenalarm: Die israelische Warn-App zeigt aktuell an zahlreichen Orten im Land Meldungen an. 

Kamala Harris verurteilt Militäraktion

Die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat mit deutlicher Kritik auf die US-amerikanisch-israelische Militäraktion gegen Iran reagiert. »Lassen Sie mich klar sagen: Ich bin gegen einen Krieg zum Sturz des Regimes in Iran, und unsere Truppen werden wegen Trumps Krieg aus freien Stücken in Gefahr gebracht«, schrieb die bei den Präsidentschaftswahlen 2024 gegen Trump unterlegene Kandidatin auf X.

Harris wies auch auf Trumps Ankündigung aus dem Wahlkampf hin, wonach dieser als Präsident eine weniger interventionistische Politik betreiben wolle. »Donald Trump versprach, Kriege zu beenden, anstatt sie zu beginnen. Das war eine Lüge«, heißt es in der Erklärung. »Dann sagte er vergangenes Jahr, wir hätten das iranische Atomprogramm ›ausgelöscht‹. Auch das war eine Lüge.« 

Wieder Raketenalarm in Dubai, Tel Aviv und Doha

In mehreren Städten in Nahost hat es erneut Raketenalarm gegeben: Wie Augenzeugen aus Dubai dem SPIEGEL bestätigten, wurden die Menschen unter anderem über Mitteilungen auf ihren Smartphones aufgefordert, sich sofort in Sicherheit zu bringen. »Suchen Sie sofort Schutz im nächsten sicheren Gebäude, bleiben Sie von Fenstern, Türen und offenen Bereichen weg«, hieß es in den Warnungen. In Dubai waren demnach Explosionen zu hören, Fensterscheiben zitterten, Alarm heulte.

Auch unser Korrespondent in Tel Aviv, mein Kollege Thore Schröder, berichtet von erneutem Raketenalarm. Er ist auf dem Weg in einen Schutzraum – schon zum elften Mal heute. Israelische Medien melden, ein Gebäude in Tel Aviv sei direkt getroffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Der Sender N12 zeigte Aufnahmen von einem brennenden Dach und einer Straße mit Trümmern. Es habe noch weitere Einschlagsorte gegeben. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein etwa 40-jähriger Mann habe schwere Verletzungen erlitten.

Laut Reportern des US-Senders CNN waren auch in Doha Explosionen und Sirenen zu hören. 

Trump verfolgt die Angriffe in Iran aus Mar-a-Lago

Das Weiße Haus hat Fotos veröffentlicht, die zeigen, wie US-Präsident Donald Trump mit seinem nationalen Sicherheitsteam die Attacken auf Iran verfolgt. Trump, der derzeit in seinem Privatclub Mar-a-Lago weilt, ist auf den Bildern neben Stabschefin Susie Wiles, Außenminister Marco Rubio und CIA-Direktor John Ratcliffe zu sehen. Auch Trumps stellvertretender Stabschef Dan Scavino ist anwesend, ebenso wie Trumps oberster General, Dan Caine, der auf einem der Bilder erklärend auf Karten zeigt. 

Schwarze Vorhänge verhüllen den Raum, die Beteiligten sitzen um einen Tisch, auf dem mehrere Telefone stehen. Hinter Trump ist auf einer Plakatwand eine Karte der Region zu sehen, auf der in der unteren rechten Ecke »Operation Epic Fury« steht, der von den USA gewählte Name für den Militärschlag. 

Zentrale Vertreter der iranischen Militärführung laut Israel tot

Bei den Angriffen auf Iran sind nach Angaben aus Israel führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionswächter, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Von iranischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür. 

Zuvor war bereits der Tod des Chefs des iranischen Verteidigungsrats von israelischer Seite gemeldet worden. 

Liebe Leserinnen und Leser,
Israel und die USA haben am Samstagmorgen mit einem Militärschlag gegen Iran begonnen. Der SPIEGEL begleitet die Entwicklungen weiter in einem Liveblog. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und unseren Korrespondentenbüros weltweit. Was zuvor geschehen ist, können Sie hier nachlesen.

Mit Material der Agenturen

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