Fünf Wochen nach Kriegsbeginn überziehen sich US-Präsident Donald Trump und Iran mit gegenseitigen Drohungen, die Angriffe gehen auch am Montag unvermindert weiter. Zwar hieß es aus pakistanischen Geheimdienstkreisen, den Kriegsparteien sei ein Plan für eine 45-tägige Waffenruhe mit Friedensgesprächen vorgelegt worden. Eine Annäherung beider Seiten, insbesondere zur Öffnung der von Iran blockierten Straße von Hormus, scheint aber weit entfernt. Iran hat den Waffenruhe-Vorschlag am späten Montagnachmittag zurückgewiesen.
Am Montag griff Israel den größten iranischen Petrochemie-Komplex in Asalujeh an. Er liegt am Rande des riesigen Gasfelds South Pars im Persischen Golf, dem größten bekannten Gasvorkommen der Welt. Der Angriff sei ein schwerer wirtschaftlicher Schlag für Teheran, sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz. In der Anlage South Pars seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, meldet die Nachrichtenagentur Fars. Unternehmen, die Asalujeh mit Strom, Wasser und Sauerstoff versorgen, seien angegriffen worden, berichtet auch die Nachrichtenagentur Tasnim.
South-Pars-Gasfeld nahe dem südiranischen Hafen Asalujeh
Foto: Xinhua / IMAGODie iranischen Staatsmedien meldeten, dass ein durch den Angriff ausgelöstes Feuer unter Kontrolle gebracht worden und kein nennenswerter Schaden entstanden sei. Israel hatte bereits während des Zwölftagekriegs im Juni 2025 Anlagen auf dem Gasfeld angegriffen.
Die iranischen Revolutionswächter meldeten zudem am Montagmorgen den Tod ihres Geheimdienstchefs Majid Khademi. Er soll »im Morgengrauen« bei einem US-israelischen Angriff ums Leben gekommen sein.
Universität bombardiert
In Irans Hauptstadt Teheran ist iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule bombardiert worden. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Scharif-Universität getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden. Irans erstem Vizepräsidenten Mohammed-Resa Aref zufolge kamen bei der Attacke bunkerbrechende Bomben zum Einsatz.
Die Scharif-Universität für Technologie gilt als eine der renommiertesten Hochschulen in Iran. Eine ihrer Absolventinnen, die Mathematikerin und spätere Stanford-Professorin Maryam Mirzakhani, wurde 2014 mit der Fields-Medaille ausgezeichnet. Die Universität bestätigte die nächtlichen Angriffe auf ihrem Telegram-Kanal. Demnach wurde das Rechenzentrum zerstört. Es sei von Professoren, Studierenden und Start-ups für die Speicherung von Daten, für Onlinedienste und Rechenleistung sowie Simulationen genutzt worden.
Beschädigtes Gebäude der Schahid-Beheschti-Universität in Teheran am 4. April
Foto: Abedin Taherkenareh / EPADas oberste Kommando der iranischen Streitkräfte hat im Falle von weiteren Angriffen auf zivile Ziele in Iran mit Vergeltung gedroht. »Sollten Angriffe auf zivile Ziele wiederholt werden, werden die nächsten Phasen unserer Offensiv- und Vergeltungsoperationen weitaus verheerender und umfassender ausfallen«, erklärte ein Sprecher des zentralen Einsatzkommandos Chatam al-Anbija am Montag in einer Stellungnahme, die vom iranischen Staatssender Irib im Onlinedienst Telegram veröffentlicht wurde.
Zuvor hatte der US-Präsident auf seinem Onlinedienst Truth Social Iran mit verstärkten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, wenn das von ihm gestellte Ultimatum für die Freigabe der blockierten Straße von Hormus überschritten werden sollte. »Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben«, schrieb Trump mit Blick auf die Straße von Hormus. »Dienstag wird der Tag der Kraftwerke und der Tag der Brücken, alles in einem.«
Iran attackiert offenbar weiter Schiffe im Persischen Golf
In Israel steigt unterdessen die Zahl der Opfer. Das israelische Abwehrsystem scheint dem ständigen Beschuss aus Iran nicht immer Stand zu halten. Beim Einschlag einer iranischen Rakete in ein Wohnhaus in der israelischen Stadt Haifa wurden am Sonntagabend vier Menschen getötet. Sie waren bei dem Angriff unter Trümmern verschüttet worden und konnten nach Angaben der Rettungskräfte am Montag nach stundenlanger Suche nur noch tot geborgen werden. Laut einem Armeevertreter wurde das Haus von einer iranischen Rakete getroffen.
Einwohner Teherans vor einem Propaganda-Wandbild
Foto: Fatemeh Bahrami / Anadolu / Getty ImagesZudem haben iranische Revolutionswächter im Persischen Golf am Montag nach Angaben staatlicher Medien offenbar das amphibische US-Kriegsschiff LHA-7 angegriffen. Sie zwangen es demnach zum Rückzug in den südlichen Indischen Ozean. Zudem attackieren die iranischen Garden ein Containerschiff mit der Kennung »SDN7«, das nach ihren Angaben zu Israel gehört. Der genaue Ort dieses zweiten Angriffs wurde nicht genannt.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

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