Am kommenden Donnerstag soll der frühere Religionsführer im religiösen Zentrum seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Die iranischen Behörden stellen sich angesichts der Trauerfeierlichkeiten auf einen Massenandrang von mehreren Millionen Anhängern ein. Aus Sicherheitsgründen will Iran von Montag an seinen Luftraum für mehrere Tage sperren.
Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte werden in den Metropolen im Einsatz sein, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Kommandeur der Ordnungskräfte. Weitere 200.000 Kräfte sollen für Sicherheit in den Provinzen sorgen. Khameneis Regime duldete keine Kritik, die Lage für Regierungskritiker und Demonstrierende hat sich durch seinen Tod aber nicht wirklich verbessert.
Israelischer Luftschlag
Khamenei war am 28. Februar im Alter von 86 Jahren durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten .
Doch auch der Irankrieg bleibt Thema: Irans Streitkräfte warnten vor einer neuen militärischen Eskalation rund um die Staatstrauer. »Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird«, heißt es laut iranischen Medien von den Revolutionswächter.
Als oberster Führer Irans hatte Khamenei in allen wichtigen Fragen das letzte Wort, Regierung und Präsident waren ihm untergeordnet. Unter seiner Führung stieg das Land mit dem starken Sicherheitsapparat zu einer einflussreichen Regionalmacht auf, die in den vergangenen Jahren jedoch massiv geschwächt wurde.
Sohn Mojtaba war eine Woche nach Khameneis Tod zum neuen Oberhaupt ernannt worden, trat seitdem jedoch nicht öffentlich auf. Es wird spekuliert, dass Mojtaba bei dem Angriff, der seinen Vater tötete, selbst schwere Verletzungen davontrug. Das Staatsfernsehen bezeichnet ihn als »Kriegsversehrten«, nennt aber keine weiteren Details. Auch für die Beisetzung ist unklar, ob er erscheint.

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