Die großen öffentlichen Trauerfeiern in Iran für den getöteten obersten Führer Ali Khamenei gehen weiter. Am zweiten Tag der Zeremonien trat der 97 Jahre alte Großajatollah Dschafar Sobhani als Vorbeter auf, das Staatsfernsehen übertrug. Khameneis Leichnam bleibt noch bis Montag in Teheran. Danach sind Zeremonien in der Pilgerstadt Ghom und dem Nachbarland Irak geplant. Am Donnerstag soll Khamenei in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden.
Die Trauerfeierlichkeiten werden vom iranischen Regime für seine Propaganda genutzt . Es sendete Bilder schwarz gekleideter Trauernder in die Welt, einige trugen blutrote Flaggen, im schiitischen Islam ein Symbol für Rache. Frauen und Männer, streng getrennt, füllten den Großen Mosalla, einen Moschee-Komplex in Teheran. Laut der Nachrichtenagentur AFP waren Rufe wie »Tod Amerika« und »Rache, Rache« zu hören.
Mojtaba seit dem Angriff abgetaucht
Khameneis Sohn Mojtaba, 56, war eine Woche nach Khameneis Tod zum neuen Oberhaupt ernannt worden, ist seit dem Angriff aber nicht öffentlich aufgetreten . Berichten zufolge könnte Mojtaba bei dem Angriff, der seinen Vater tötete, selbst schwere Verletzungen davongetragen haben. Das Staatsfernsehen bezeichnet ihn als »Kriegsversehrten«, nennt aber keine weiteren Details.
In Iran wird spekuliert, ob Mojtaba bei den Trauerzeremonien für seinen Vater erstmals nach seiner Ernennung öffentlich auftritt. Iranischen Medien zufolge ist zumindest nicht vorgesehen, dass er ein Gebet leitet. In Ghom soll der einflussreiche Ajatollah Makarem Schirasi, 99, das Gebet leiten, in Maschhad Nuri Hamedani, 101.
Beim Angriff, der Khamenei tötete, kamen weitere Familienmitglieder ums Leben. In der Großen Mosalla waren am Samstag fünf in die iranische Flagge gehüllte Särge auf einem Podium zu sehen, darin auch die Leichname seines Schwiegersohns, seiner Tochter, der Ehefrau Mojtabas sowie seiner 14 Monate alten Enkelin. Auf Khameneis Sarg lag der für ihn typische schwarze Turban.

vor 10 Stunden
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