Lindsay und Craig Foreman waren auf einer Motorradtour, als sie im Januar 2025 in Iran von islamischen Revolutionswächtern festgenommen wurden. Laut eigenen Aussagen wollte das Paar das Land auf dem Weg von Spanien nach Australien fünf Tage lang bereisen. Es besaß laut eigenen Angaben gültige Visa und soll auch die Route vorab ordnungsgemäß mit den Behörden abgeklärt haben.
Dennoch wurden die beiden Briten wegen Spionage zu zehn Jahren Haft verurteilt und in ein Gefängnis gebracht. Das Paar bestritt die Anklage vehement und reichte Berufung gegen das Urteil ein. Vergebens. Beide sind weiter inhaftiert. Seit Anfang Mai wird ihnen zudem jeglicher Kontakt zu ihren Familien verwehrt, auch konsularische Besuche sind laut einem Bericht der Uno weiterhin nicht gestattet. In Großbritannien wurde die Untätigkeit der Botschaft und der Regierung in dem Fall im Parlament scharf kritisiert.
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Jetzt berichtet der britische »Independent «, die Foremans seien nach einem fast zweimonatigen Hungerstreik im Gefängnis gesundheitlich so angeschlagen, dass Angehörige um ihre Leben fürchten.
Vom Hungerstreik zum medizinischen Notfall
Craig Foreman ist dem Bericht zufolge seit 55 Tagen im Hungerstreik, seine Frau seit 46 Tagen. Beide nähmen nur Wasser mit ein wenig Milch und Honig zu sich. Die 53-Jährigen wollen demnach mit dem Verzicht auf Nahrung gegen die Haftbedingungen protestieren.
Das Evin-Gefängnis im äußersten Norden Teherans ist berüchtigt für seinen brutalen Umgang mit Insassen. Geleakte Videoclips belegen laut Amnesty International sexuelle Belästigung, Misshandlung und Vernachlässigung von Gefangenen. In der Haftanstalt sind viele politische Gefangene untergebracht.
Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben jetzt die sofortige Entlassung der Briten gefordert. Der Hungerstreik sei inzwischen ein medizinischer Notfall, die Inhaftierung selbst komme einer staatlichen Geiselnahme gleich.
»Lindsay und Craig Foreman sollten nicht im Gefängnis sitzen«, hieß es in dem Uno-Bericht vom 17. Juni. »Sie scheinen zu Unrecht inhaftiert, aus höchst fragwürdigen Gründen strafrechtlich verfolgt und nach Verfahren verurteilt worden zu sein, die grundlegende Garantien für ein faires Verfahren nicht erfüllten.«
Der Schaden wächst mit jedem Tag
Angehörige und Freunde sind inzwischen so besorgt, dass sie einen Brief an die Foremans geschrieben haben, in dem sie sie auffordern, ihren Protest zu unterbrechen, um ihre Gesundheit nicht weiter zu gefährden.
Lindsays Sohn Joe Bennett sagte dem »Independent« er wolle nicht »an das Schlimmste denken«: »Meine größte Sorge ist die Zeit. Mit jedem Tag, der vergeht, wird der potentielle Schaden größer.«
Ein wochenlanger Hungerstreik ist potentiell lebensbedrohlich und kann zu Multiorganversagen oder irreversiblen Schäden führen. Nach 60 Tagen steigt das Sterberisiko laut Experten stark an. Anfangs werden Kohlenhydratvorräte des Körpers verbraucht, dann die Fettreserven, schließlich zunehmend auch Eiweiß aus Muskeln und Organen – etwa dem Herzmuskel.
Tausende Unschuldige die täglich am System leiden
In einem aus dem Gefängnis geschmuggelten Brief soll Lindsay Foreman ihren Protest als »Freiheitsfasten« bezeichnet haben: »Wir machen weiter, weil wir die Korruption und die Grausamkeit in diesem Land offenlegen müssen«, schrieb sie. Es gelte »die Realität der Ungerechtigkeit, unter der Tausende Unschuldige jeden einzelnen Tag leiden«, aufzuzeigen. Das Paar wolle »dafür kämpfen, was wichtig ist im Leben: Freiheit, Familie und Liebe«.

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