Im Gegensatz zur Konkurrenz zeigt sich die TSG Hoffenheim II in der wohl wichtigsten Phase der Saison stabil. Die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest scheint in greifbarer Nähe, auch wenn noch einige Schritte zu gehen sind. Ein besonders schwerer wartet am Sonntag im Topspiel gegen die Stuttgarter Kickers.

Sieben Punkte Vorsprung auf Offenbach: Ist Hoffenheim II reif für den großen Wurf? IMAGO/Jan Huebner
Die klassische "Wir schauen nicht auf die Tabelle"-Floskel ist Vincent Wagner fremd - und das ist auch gut so. "Logisch haben wir die Offenbacher Niederlage in Kassel wohlwollend zur Kenntnis genommen", sagt der 38-jährige Trainer der TSG Hoffenheim II auf Nachfrage. Am Mittwoch leistete dann auch noch Mainz II Schützenhilfe und hielt der TSG den FSV Frankfurt mit einem 3:0-Sieg vom Hals.
Die anstehende Aufgabe am Sonntag gegen die Stuttgarter Kickers (Anpfiff, 14 Uhr) darf er bereits als 39-Jähriger in Angriff nehmen. Am Samstag feiert Wagner Geburtstag, die Frage nach dem passenden Geschenk von seiner Mannschaft ist daher von rhetorischer Natur.
Klappt es im dritten Anlauf?
"Hoffe zwo" scheint diese Saison reif für den großen Wurf zu sein. "Wir hatten auch in den vergangenen beiden Jahren die Möglichkeit dazu, aber es war immer so, dass einige Jungs frühzeitig den Sprung nach oben geschafft und uns dann im weiteren Saisonverlauf gefehlt haben", erläutert Wagner, dass es in einer U 23 primär um die persönliche Entwicklung der Nachwuchsspieler geht.
Wir haben die volle Kapelle zur Verfügung und haben richtig großen Bock.
Diese Runde gibt es dafür nicht ganz so viele Wechsel innerhalb des Kaders, obendrein ist die personelle Lage derzeit sehr gut beim Regionalliga-Spitzenreiter. Der Coach konstatiert: "Wir haben die volle Kapelle zur Verfügung und haben richtig großen Bock."
Die vergangenen vier Spiele, allesamt Siege ohne ein einziges Gegentor, lassen auf eine herausragende Form schließen. "Trotzdem könnte die Ausgangslage noch schöner sein, wenn wir punktetechnisch besser ins Jahr gestartet wären", zieht Wagner ein Resümee der ersten drei Spiele im Jahr 2025, aus denen nur ein Punkt resultierte. Er hält fest, "dass die Ergebnisse zwar nicht immer gestimmt haben, spieltechnisch waren wir dafür aber gut bis sehr gut unterwegs."
Gute Bilanz gegen die Stuttgarter Kickers
Nun kommen die Stuttgarter Kickers, und die jüngsten Erfahrungen mit dem Tabellenfünften sind von positiver Natur. Vor fast genau einem Jahr fegten die Kraichgauer im damaligen Spitzenspiel mit 5:0 über die Schwaben hinweg und in der Vorrunde gab es einen 2:1-Sieg nach zwischenzeitlichem Rückstand. Wagner rechnet trotzdem mit einem ganz harten Stück Arbeit, "denn die Kickers sind eine der am besten strukturierten Mannschaften der Liga."
Nach diesem Wochenende sind nur noch sechs Punktspiele zu absolvieren. Schon jetzt ist klar, dass die TSG als Spitzenreiter auf die Zielgerade einbiegen dürfte. Auch das Restprogramm spielt dem Bundesliga-Nachwuchs in die Karten: Keiner der kommenden Gegner rangiert derzeit besser als Platz 8, zudem darf die TSG viermal im eigenen Stadion antreten. Zum Finale im Mai warten dann sogar die beiden abgeschlagenen Kellerkinder aus Villingen und Gießen.
Wagner mahnt zur Vorsicht
Andererseits bergen gerade Aufeinandertreffen mit potenziellen Abstiegskandidaten große Gefahr. "Wir treffen beispielsweise noch auf Kassel, und die haben jetzt Offenbach mit 4:1 deutlich bezwungen", veranschaulicht Wagner die Schwierigkeit eines solchen Restprogramms.
Mit sieben Punkten Vorsprung auf die Offenbacher Kickers scheint der erste Nichtaufstiegsplatz in sicherer Entfernung. Die 3. Liga liegt in unmittelbarer Reichweite, nun gilt es zuzugreifen. Für Wagner ist selbstredend noch lange nichts entschieden. Abschließend zitiert er eine alte Fußballerweisheit: "Im April und Mai werden die Titel vergeben."
Christopher Benz