Helmut Lethen: Kulturwissenschaftler im Alter von 87 Jahren gestorben

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Für das autobiografisch gefärbte Buch »Der Schatten des Fotografen«, in dem der Schriftsteller etwa Robert Capas Kriegsbilder untersuchte, erhielt er 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch.

Lethen wurde 1939 in Mönchengladbach geboren. Von 1977 bis 1996 lehrte er an der Universität Utrecht, später übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock. Von 2007 bis 2016 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien.

Als sein wichtigstes Werk galt »Verhaltenslehren der Kälte – Lebensversuche zwischen den Kriegen«. Am Beispiel von Autoren wie Bertolt Brecht, Ernst Jünger oder Helmuth Plessner zeigte Lethen darin, wie in der Weimarer Republik und der Zwischenkriegszeit Verhaltenslehren propagiert wurden, die auf einen Habitus der Härte setzten. 2020 erschienen Lethens Erinnerungen »Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug«.

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