Keir Starmer ist in Bedrängnis, weil er einen Epstein-Vertrauten zum US-Botschafter ernannt hatte. Der Stabschef des britischen Premiers erklärt sich für verantwortlich.
Aktualisiert am 8. Februar 2026, 16:50 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, sc
Der Stabschef des britischen Premierministers Keir Starmer ist inmitten der Affäre um die Verbindung des ehemaligen britischen US-Botschafters zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgetreten. Morgan McSweeney teilte laut einem Bericht des Senders BBC mit, er übernehme die volle Verantwortung dafür, dass er Starmer dazu geraten habe, Peter Mandelson 2024 den Botschafterposten zu geben. Diese Entscheidung sei falsch gewesen.
Starmer hatte Mandelson, der als früherer Vertrauter von Epstein gilt, im September entlassen. Zuletzt trat Mandelson aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab. Starmer teilte mit, seine Regierung arbeite an einem Gesetzentwurf, um Mandelson den Ehrentitel "Lord" zu entziehen. Zudem solle Mandelson aus dem Privy Council geschasst werden, einem Ausschuss ranghoher Regierungsvertreter, der König Charles III. berät.
Keir Starmer weist Rücktrittsforderungen ab
Der frühere Wirtschaftsminister soll auch nach Epsteins Verurteilung wegen Sexualdelikten an Minderjährigen 2008 weiterhin mit dem US-Finanzier befreundet gewesen sein. Mandelson wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben.
So soll Epstein 2003 und 2004 insgesamt 75.000 Dollar an Konten überwiesen haben, die mit Mandelson oder dessen Partner Reinaldo Avila da Silva in Verbindung standen. Darüber hinaus finden sich Botschaften in einem Kommunikationsstil, der ein deutlich engeres Verhältnis mit Epstein nahelegt, als Mandelson zuvor zu verstehen gegeben hatte.
Die kürzlich veröffentlichten Dokumente brachten den britischen Premierminister Keir Starmer in Bedrängnis. Er bat die Opfer Epsteins um Entschuldigung dafür, dass er Mandelsons Lügen geglaubt habe, lehnte aber einen Rücktritt ab.
Polizei durchsuchte Mandelsons Anwesen
Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Akten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und dem US-Unternehmer nahegelegt. E-Mail-Verläufe sollen zudem zeigen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben hat.
Die britische Polizei durchsuchte am Freitag zwei Anwesen von Mandelson. Der Vorwurf des Fehlverhaltens im Amt kann im Falle einer Verurteilung mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.

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