„Griechisches Watergate“: Betroffene verklagen Spyware-Firma auf Schadenersatz

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Acht Opfer des als „griechisches Watergate“ oder „Predatorgate“ bekannt gewordenen Abhörskandals in Griechenland haben das in Athen ansässige Überwachungsunternehmen Intellexa sowie 13 mit diesem in Verbindung stehende Personen auf Schadenersatz verklagt, darunter den Gründer von Intellexa, Tal Dilian. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters. Auf den Handys der acht Kläger war die ausgefeilte Spionagesoftware Predator von Intellexa nachgewiesen worden.

Die Kläger fordern jeweils eine Million Euro Schadenersatz für immaterielle Schäden aufgrund der „rechtswidrigen Verletzung ihrer Privatsphäre, der Vertraulichkeit ihrer Kommunikation und ihrer personenbezogenen Daten“, so ihr Anwalt Zacharias Kesses. Die Verhandlung des Falls ist Reuters zufolge für April kommenden Jahres geplant.

Der Überwachungsskandal war im Sommer 2022 ans Licht gekommen, nachdem der damalige Vorsitzende der griechischen Oppositionspartei Pasok, Nikos Androulakis, darüber informiert wurde, dass sein Smartphone mit Spyware Predator infiziert wurde, während er Abgeordneter im Europäischen Parlament war. Später räumte die griechische Regierung ein, dass Androulakis vom griechischen Geheimdienst EYP überwacht wurde, sprach aber von einer klassischen Telekommunikationsüberwachung.

Nach und nach stellte sich heraus, dass Dutzende Politiker, Geschäftsleute und Journalisten über ihre Mobiltelefone ausspioniert wurden. Der Skandal führte schließlich zum Rücktritt des EYP-Chefs und eines hochrangigen Beraters von Premierminister Kyriakos Mitsotakis.

Im Jahr 2023 verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen Intellexa. Die Spionagewerkzeuge des Unternehmens seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA, begründete die zuständige Abteilung des US-Handelsministeriums den Schritt. Außerdem würden die Tools die Privatsphäre und Sicherheit von Individuen sowie Organisationen in aller Welt bedrohen. Anfang 2024 verschärfte die US-Regierung ihr Vorgehen und verhängte erstmals auch Sanktionen gegen führende Personen der Spyware-Firma, darunter Dilian und dessen Geschäftspartnerin Sara Aleksandra Fayssal Hamou.

Im Februar schickte ein griechisches Gericht Dilian, Hamou und zwei weitere Angeklagte wegen illegaler Abhörpraktiken und Datenschutzverletzungen für mehrere Jahre hinter Gitter. Dilian, ein früherer israelischer Armeeoffizier, erklärte, die Überwachungstechnologie sei ausschließlich an Regierungen verkauft worden. Diese seien für die Verwendung der Spähsoftware verantwortlich. Die Verurteilten legten Berufung ein; die Berufungsverhandlung ist für Dezember angesetzt.

(akn)

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