Das Gericht halbierte nahezu die bisherige Entschädigungssumme von 600 Milliarden Dollar, die Geschworene im gleichen Verfahren vor knapp einem Jahr festgelegt hatten – mehr dazu hier . Dennoch sprach Greenpeace von einem »Rückschlag«. »Dieser Rechtsstreit ist noch lange nicht vorbei«, erklärte die Chefjustiziarin von Greenpeace International, Kristin Casper.
In dem Fall geht es um Greenpeace-Proteste gegen die sogenannte Dakota Access Pipeline in den Jahren 2016 und 2017. Die mehr als 1700 lange Pipeline transportiert Öl von mehreren Tausend Frackingbohrstellen im Norden North Dakotas in den Bundesstaat Illinois und führt durch Gebiete von Sioux-Stämmen. Sie ist umstritten, weil die indigene Bevölkerung und Greenpeace im Fall eines Lecks eine Grundwasserverschmutzung fürchten. Außerdem beanstanden sie die Treibhausgase, die durch das Öl entstehen.
Der Pipelinebetreiber Energy Transfer (ET) hatte Greenpeace wegen der Proteste auf Schadensersatz verklagt. Das Unternehmen warf der Umweltschutzorganisation eine gewalttätige und verleumderische Kampagne vor. ET-Anwalt Trey Cox argumentierte, die Umweltschützer hätten den Stamm der Standing Rock Sioux »ausgenutzt«, um ihre Agenda gegen fossile Brennstoffe voranzutreiben.
Das Urteil erging unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Belästigung. Greenpeace sieht darin eine sogenannte Einschüchterungsklage. Es gehe in dem US-Verfahren darum, »freie Meinungsäußerung zu unterbinden«, hatte Greenpeace Deutschland bereits im März 2025 zu dem Fall erklärt.

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