Goldener Löwe in Venedig :
Goldener Löwe in Venedig :
Biennale-Jury schließt Russland und Israel vom Wettbewerb aus
24.04.2026, 09:55Lesezeit: 2 Min.

Teilnehmen, aber nicht gewinnen: Die Jury der Venedig-Biennale möchte im Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Löwen keine Länder berücksichtigen, gegen die Vorwürfe beim Weltstrafgericht vorliegen.
Die Jury der Kunstbiennale von Venedig will in diesem Jahr bei der Preisvergabe keine Länder berücksichtigen, deren Staats- und Regierungschefs vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) mit Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit konfrontiert sind. Die Jury unter dem Vorsitz der brasilianischen Kunsthistorikerin Solange Farkas berief sich in einer Erklärung auf ihr „Engagement für die Verteidigung der Menschenrechte“.
Von der Jury werden keine bestimmten Länder genannt. Derzeit bestehen allerdings gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine und gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen Haftbefehle vom IStGH. Angeklagt sind Putin und Netanjahu nicht. Anklage kann erst erhoben werden, wenn ein Verdächtiger festgenommen wurde.
Biennale-Leitung spricht von Autonomie der Jury
Die Leitung der Biennale teilte mit, die Jury handele „in voller Autonomie und Unabhängigkeit des Urteilsvermögens“. Ihre Entscheidung sei „eine Positionierung, die die Mitglieder beschlossen haben, vorwegzunehmen und öffentlich zu machen“. Dies sei ein „natürlicher Ausdruck der Freiheit und Autonomie, deren Garant die Biennale ist“, teilte das Biennale-Pressebüro mit.
Um die diesjährige Kunstbiennale gibt es bereits seit einiger Zeit Diskussionen. Erstmals seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 ist Russland bei der wichtigen Ausstellung für zeitgenössische Kunst wieder zugelassen und wird seinen Pavillon voraussichtlich wieder bespielen. Die Entscheidung ist umstritten und löste massive Kritik aus. Die EU drohte den Verantwortlichen der Kunstbiennale deswegen mit der Streichung von Zuschüssen in Millionenhöhe.
„Russlands Rückkehr zur Biennale von Venedig ist moralisch falsch, und die EU beabsichtigt, ihre Finanzierung zu kürzen“, sagte Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg. Während Russland Museen bombardiere, Kirchen zerstöre und versuche, die ukrainische Kultur auszuradieren, dürfe es nicht zugelassen werden, dass es seine eigene Kultur ausstelle.

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