Glosse: Das Streiflicht

vor 2 Tage 3

(SZ) Es gibt schon wieder gute Nachrichten. Nach Goethes „Dichtung und Wahrheit“ sowie Dieter Bohlens „Nichts als die Wahrheit“ wird in absehbarer Zeit die dritte bedeutende Autobiografie eines großen Deutschen erscheinen. Olaf Scholz hat, wie er jetzt sagte, mit den Arbeiten an der Darstellung seines Lebens begonnen. Noch ist nicht sicher, welche Darreichungsform der ehemalige Kanzler wählen wird.  Die Ideen reichen von einer getanzten Version für Tiktok über eine vom Ex-Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt redigierte Suhrkamp-Veröffentlichung mit dem an Habermas angelehnten Titel „Erkenntnis und Desinteresse“ bis hin zu einem Sachcomic (erste Gespräche mit Andreas Platthaus für ein serializing in der FAZ soll es gegeben haben). Angeblich steht Scholz sogar im Austausch mit Beate Baumann, Angela Merkels Urvertrauter. Baumann spielte bei der Abfassung von Merkels Autobiografie ungefähr die Rolle, die Theodor Adorno für Thomas Mann beim „Doktor Faustus“ spielte. Allerdings ist der „Faustus“ im Vergleich zu Merkels „Freiheit“ ein lustiges, kurzweiliges Buch in einfacher Sprache.

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