Girellis Lucky Punch: Italien steht erstmals seit 1997 im EM-Halbfinale

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Die italienische Frauen-Nationalmannschaft hat erstmals in diesem Jahrhundert das Halbfinal-Ticket bei einer EM gebucht. Beim 2:1 gegen Norwegen sorgte Doppelpackerin Girelli kurz vor dem Schlusspfiff für Ekstase.

1 von Cristiana Girelli (#10).

Ektase pur bei den Italienerinnen nach dem 2:1 von Cristiana Girelli (#10). picture alliance/KEYSTONE

In Genf ging es am Mittwoch um das erste Halbfinal-Ticket bei der EM. Dabei kehrten bei den Kontrahenten im Vergleich zu den letzten Gruppenspielen die Kapitäninnen in die Startelf zurück. Hegerberg, die in ihrer Heimat in der Kritik steht, verdrängte nach dem 4:3 gegen Island Terland - eine von fünf Änderungen - und Girelli ersetzte nach der 1:3-Niederlage gegen Spanien Piemonte - einer von drei Wechseln.

Deutlicher häufiger in ihrem Kernbereich, der Offensive, befand sich Letztgenannte. Denn die Italienerinnen waren von Beginn an die aktivere Mannschaft. Sie versuchten in der Anfangsphase die abwartenden Norwegerinnen mit Diagonalbällen zu knacken und gingen nach Ballverlusten sofort ins Pressing. Aus einer hohen Balleroberung entstand auch Carusos erste Chance (8.). Doch sie verfehlte genau wie Severini und Girelli im Verbund etwas später - das Duo störte sich gegenseitig beim Kopfball (19.) - das Tor.

Gaupset fehlen nur Zentimeter zum Traumtor

Aus diesem Grund musste Fiskerstrand erst zwei Minuten nach dem Abstimmungsfehler erstmals ernsthaft eingreifen, als sie nach einem feinen italienischen Angriff gegen Severini zur Stelle war (21.). Es blieb die einzige Szene im ersten Durchgang, in der sich die Torhüterin auszeichnen musste, weil der italienische Druck mit zunehmender Dauer abnahm. Obwohl die Skandinavierinnen trotzdem nicht wirklich zielstrebiger agierten, hätten sie es bestrafen können. Hegerberg (36.) und Gaupset - sie versuchte, Giuliani von der Mittellinie zu überlisten (45.) - verpassten aber das 1:0, sodass es torlos in die Kabinen ging.

Frauen-EM - Viertelfinale

Lange hatte es aber nicht mehr Bestand. Denn wieder startete Italien druckvoll, belohnte sich aber diesmal: Girelli hielt ihre Fußspitze in Bonanseas Flanke (53.). Le Azzurre schlugen vermeintlich sogar gleich doppelt zu: Cantores Treffer zählte allerdings aufgrund von Carusos vorangegangener Abseitsposition nicht (53.).

Hegerberg nutzt Giulianis zaghaftes Herauskommen

Aus dem Nichts bekam Norwegen dann die große Chance vom Punkt zum Ausgleich. Doch wie schon im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz schoss Hegerberg, die von Linari zu Boden gerissen worden war, aus elf Metern am Tor vorbei (60.). Davon ließ sich die 30-Jährige aber nicht beirren: Nur sechs Minuten später spitzelte sie den Ball an der zu zaghaft herauskommenden Giuliani vorbei ins Netz.

Der Ausgleich gab den Skandinavierinnen Selbstvertrauen. Sie waren fortan spielbestimmend, entwickelten jedoch kaum Gefahr. Als dann schon alles auf eine Verlängerung hindeutete, schlug plötzlich nochmals Italien zu - durch wen? Natürlich Girelli. Die Stürmerin setzte sich im Rücken von Reiten ab und versetzte mit der Unterstützung der Latte anschließend ihr Land per Kopf in Ekstase (90.).

Durch das späte 2:1 stehen Le Azzurre erstmals seit 1997 wieder in einem EM-Halbfinale. Dort treffen sie am Dienstag (21 Uhr) auf den Sieger des Duells zwischen Schweden und England.

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