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Im Gesundheitssport gilt bislang ein einfaches Motto: Jeder Schritt zählt. Dahinter verbirgt sich die Beobachtung, dass Bewegung für die meisten Menschen eine ziemlich logische Angelegenheit ist. 15.000 Schritte am Tag zahlen auf die Fitness mehr ein als nur 5000 Schritte – auch wenn der Fitnesszuwachs ab einem bestimmten Punkt abflacht.
Vor allem Sportmuffel interessiert bei dieser Gleichung die Frage nach der Minimaldosis. Sportwissenschaftler und Mediziner hatten darauf bisher eine klare Antwort: Pro Woche sollte sich ein gesunder Mensch mindestens 150 Minuten moderat bewegen. Damit ist ein Intensitätsniveau gemeint, bei dem man zwar schon etwas ins Schwitzen kommt, sich aber gerade noch so unterhalten könnte. Ob das bereits Joggen ist oder eher ein flotter Spaziergang, entscheidet das individuelle Fitnesslevel.
Eine neue Studie scheint nun nicht nur am Sinn dieser Empfehlung zu zweifeln. Die Forscher aus China setzen die Minimaldosis sogar extrem hoch an.
Nach der Arbeit, die im Fachmagazin »British Journal of Sports Medicine« erschienen ist, müssten sich besonders schlecht trainierte Menschen pro Woche deutlich mehr bewegen. Die Rede ist von 560 bis 610 Minuten pro Woche, das entspricht maximal mehr als zehn Stunden Sport innerhalb von sieben Tagen. Oder täglich fast einer Stunde und 20 Minuten Schwitzen – ein Trainingsumfang, wie er für Leistungssportler oder zumindest sehr Ambitionierte zu erwarten wäre.
Wie kommen die Forscher um Zhide Liang von der Macao Polytechnic University zu ihren Ergebnissen und was steckt dahinter?
Für die Studie haben die Wissenschaftler die Wirkung von Sport auf das Herz-Kreislauf-System untersucht und dabei unterschiedliche Fitnesslevel berücksichtigt. Schließlich ist regelmäßige körperliche Aktivität ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle und somit auch für die Senkung der Sterblichkeit infolge solcher Probleme. Die Ergebnisse wurden dann mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO abgeglichen – der Ursprung der aktuellen Empfehlungen von mindestens 150 Minuten moderater Bewegung.
Bewegungsmesser statt Fragebogen
Dafür wertete das Team eine britische Gesundheitsdatenbank aus, die UK Biobank. Hier sind die Daten von mehr als 17.000 Menschen – Erwachsenen im Alter von 40 bis 69 Jahren – hinterlegt, die eine Woche lang ein Armband trugen, das ihre Bewegungsumfänge erfasste. Zuvor war bei den Probanden auf einem Fahrradergometer die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max – mehr zu diesem wichtigen Fitnesswert lesen Sie hier ) ermittelt worden.
Diese ist ein zentraler Messwert für die Leistungsfähigkeit von Athletinnen und Athleten und wird oft für sportwissenschaftliche Studien herangezogen. Einige Untersuchungen haben sogar gezeigt, dass die VO2max mit der Lebenserwartung korreliert. Auch Daten zum Zigaretten- und Alkoholkonsum, selbst eingeschätzter Gesundheit und Ernährung, dem Body-Mass-Index, der Ruheherzfrequenz und dem Blutdruck wurden einbezogen.
Im Anschluss an die Untersuchung wurde über einen Zeitraum von rund acht Jahren beobachtet, welche Krankheiten bei den Probanden auftraten.
Die Ergebnisse fassen die Forscher zu folgender Statistik zusammen:
Bei mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche sank das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für alle Fitnesslevel um etwa acht bis neun Prozent.
Um eine Risikoreduktion von 20 Prozent zu erreichen, waren etwa 340 bis 370 sportliche Minuten pro Woche erforderlich – das ist mehr als doppelt so viel, wie in den WHO-Leitlinien empfohlen wird.
Und schließlich: Um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um mehr als 30 Prozent zu senken, mussten die am wenigsten trainierten Studienteilnehmer mehr als zehn Stunden (610 Minuten) Sport treiben, während die am besten trainierten rund neun Stunden (560 Minuten) schwitzten. Das schafften aber nur zwölf Prozent der Teilnehmer.
Treiben Menschen, die sich nur an den WHO-Empfehlungen orientieren, also zu wenig Sport?
»Es kommt drauf an«, sagt Lars Donath von der Deutschen Sporthochschule Köln dem SPIEGEL. »Grundsätzlich gibt die WHO nur Basisempfehlungen ab, um vor einer Vielzahl von Krankheiten zu schützen und die Sterblichkeit in der breiten Bevölkerung zu senken«, sagt der Sportwissenschaftler mit Blick auf die Formulierung von »mindestens« 150 Minuten. Hier werde von der Uno-Sonderorganisation nur ein Optimum aus Aufwand und Ertrag kommuniziert.
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