Das emotional eh schon aufgeladene Duell der beiden Istanbuler Großklubs Fenerbahce und Galatasaray endete mit einem Eklat - für den mal wieder José Mourinho verantwortlich war.

Stand gegen Galatasaray einmal mehr im Mittelpunkt: Fener-Coach José Mourinho. picture alliance / abaca
Was war geschehen? Bereits in der Schlussphase des Pokal-Viertelfinalspiels zwischen Fenerbahce und Galatasaray kochten die Emotionen an der Seitenlinie hoch, nachdem es zwischen den Auswechselspielern zu Tumulten gekommen war. Die Partie musste unterbrochen werden, es gab etliche Gelbe sowie drei Rote Karten sowie eine Viertelstunde Nachspielzeit.
Und nach dem endgültigen Abpfiff sorgte dann Fenerbahce-Coach Mourinho für den negativen Höhepunkt: Der Portugiese griff Galatasaray-Trainer Okan Buruk an die Nase. Woraufhin dieser - zugegebenermaßen recht theatralisch - zu Boden ging. Es kam erneut zu einer Rudelbildung.
Das ist Mourinho, ich weiß nicht, woher er die Courage nimmt. Wo in der Welt kann er das machen?
Galatasarays Vizepräsident Metin Öztürk
"Er fasst mir von hinten an die Nase während ich weiterlaufe. Da ist ein kleiner Kratzer", kommentierte Buruk den Vorfall. "Das ist natürlich nicht sehr nett und stilvoll." Weit weniger diplomatisch äußerte sich Gala-Vizepräsident Metin Öztürk: "Dieser jüngste Vorfall ist nicht nur eine Attacke auf den Trainer von Galatasaray, sondern auf den türkischen Fußball. Das ist Mourinho, ich weiß nicht, woher er die Courage nimmt. Wo in der Welt kann er das machen?", schimpfte Öztürk laut türkischen Medienberichten.
Immer wieder sorgt Mourinho mit seinem Verhalten für negative Schlagzeilen. Erst im Februar war er vom türkischen Fußball-Verband (TFF) zunächst für vier Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe von 42.000 Euro belegt worden, nachdem Galatasaray im Anschluss an das 0:0 in der Liga bei Fenerbahce Rassismus-Vorwürfe gegenüber dem Portugiesen erhoben hatte. Mourinho wies die Vorwürfe von sich, die Strafe wurde später auf zwei Spiele Sperre und 14.200 Euro Geldstrafe reduziert. Bereits im vergangenen November war Mourinho nach einer heftigen Referee-Schelte sanktioniert worden.
Einzig die Meisterschaft verbleibt Fenerbahce nun noch als Titelchance
Sein Verhalten dürfte für Mourinho erneut ein Nachspiel haben, noch hat sich der TFF aber nicht zu möglichen Konsequenzen geäußert. Rein sportlich gaben Mourinho und sein Team nach dem Aus im Achtelfinale der Europa League gegen die Glasgow Rangers mit der Pokalpleite eine weitere Titelchance aus der Hand.
Bleibt in dieser Saison nur noch die Jagd nach dem türkischen Meistertitel - es wäre der erste für Fenerbahce seit dem Jahr 2014. Aktuell belegt der Klub aus dem Istanbuler Stadtteil Kadiköy Rang zwei mit sechs Punkten Rückstand auf Galatasaray - hat allerdings noch eine Partie mehr auszutragen als der Erzrivale.
jer, DPA