funke kündigt: Dicke Luft beim Medienverband der freien Presse

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Beim Medienverband der freien Presse (MVFP) herrscht eine Woche vor der Jahresversammlung und dem politischen Gipfeltermin namens „Medienforum“ dicke Luft. Die Funke Mediengruppe verlässt den Zeitschriftenverlegerverband, der Schweizer Ringier-Verlag hält seine künftige Mitgliedschaft in der Schwebe.

Bei Funke herrscht Unmut über die Art und Weise, wie der Wechsel an der Spitze des Verbands ausgekungelt wurde. Der frühere Burda-Vorstand Philipp Welte gibt seine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender ab, an seine Stelle soll Lars Joachim Rose von der Klambt Mediengruppe treten. Ihn haben der Vorstand und die Vorsitzenden der Fach- und Landesvertretungen des MVFP vorgeschlagen. Nach dem Dafürhalten der Funke Mediengruppe fehlt es an Verfahrenstransparenz und einer Grundsatzdebatte, die der Frage nachgeht, in welche Richtung der Verband gehen will.

Funke ist sauer, Ringier verhandelt

Die Mitgliedschaft habe man zum 30. Juni gekündigt, heißt es bei Funke auf Anfrage. „Wir sind mit dem erlebten Vorgehen zur Festlegung der Wahlkandidaten und der dazu erfolgten Kommunikation nicht einverstanden und zweifeln nicht zuletzt deswegen an einem nachhaltigen Reformwillen und der Zukunftsfähigkeit des MVFP, was wir sehr bedauern.“

Das ist etwas verklausuliert ausgedrückt und soll bedeuten: Eine schnelle Verabredung reicht nicht, um den Posten dieses wichtigen Lobbyverbands der freien Presse zu besetzen. Es schimmert durch, dass man sich jemanden gewünscht hätte wie den jetzigen Vorstandschef Philipp Welte, der seine ehrenamtliche Aufgabe als Mandat auffasste, der deutschen Politik zu verdeutlichen, was für die Demokratie in Deutschland auf dem Spiel steht, wenn die unabhängige Presse nicht gestärkt wird. Kritiker im MVFP sagen indes, in derlei Richtung habe sich Funke zuvor nicht positioniert und zu dem Verleger Lars Rose augenscheinlich ein gutes Verhältnis gehabt.

Bei Ringier liegt der Fall etwas anders. Ladina Heimgartner, Chefin der Ringier Medien Schweiz, scheidet Ende des Jahres aus dem Vorstand des MVFP aus. „Über die Form der Mitgliedschaft von Ringier nach dem Ausscheiden von Ladina Heimgartner“, heißt es auf Anfrage beim Verlag, werde „konkret gesprochen“. Für Ringier sei „der länderübergreifende Austausch im Verband weiter von zentraler Bedeutung: Gerade bei drängenden Zukunftsthemen wie der digitalen Transformation und KI bietet der MVFP eine Plattform, um gemeinsame, nachhaltige Lösungen für die Medienbranche zu unterstützen“.

Beim MVFP heißt es auf unsere Anfrage, man habe die Kündigung der Funke Mediengruppe „mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen“. Ladina Heimgartner von Ringier danke man „für ihre Arbeit im Vorstand und ihren Beitrag zur Verbandsarbeit“. Mit Ringier stehe man in einem konstruktiven Austausch. „Gerade bei den großen Transformationsfragen der Medienbranche – von KI über Plattformökonomie bis hin zu neuen Geschäftsmodellen – sind internationale Perspektiven und gemeinsame Diskussionen wichtiger denn je.“ Das gilt für den MVFP sicherlich genauso wie für den Zeitungs- und Digitalpublisherverband BDZV, von denen man sich wünschen würde, sie bildeten mit allen Verlagen, großen wie kleinen, eine Allianz. Doch davon ist die deutsche Presse weit entfernt.

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