Freestyle Chess: Schach-Star Magnus Carlsen gewinnt erste Freestyle-WM

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Schach-Superstar Magnus Carlsen hat an der deutschen Ostseeküste die erste Freestyle-Weltmeisterschaft gewonnen. Im Finale im Schloss Weissenhaus setzte sich der 35 Jahre alte Norweger gegen den Amerikaner Fabiano Caruana durch.

Gespielt wurden vier Partien. Am Ende hieß es 2,5:1,5 für Carlsen. »Es war sicher nicht einer meiner überzeugendsten Siege«, sagte Carlsen. Der Norweger ist aktuell auch die Nummer eins der Weltrangliste sowie Weltmeister im Blitzschach. Caruana hatte im Halbfinale den Deutschen Vincent Keymer mit 2,5:1,5 Punkten ausgeschaltet.

Bei Freestyle Chess, auch Fischer-Random oder Chess960 genannt, handelt es sich um eine abgewandelte Form des klassischen Schachs. Zu Beginn einer Partie stehen König, Dame, Springer und Co. nicht in ihrer üblichen Formation. Ihre Stellung auf der Grundreihe wird unter den 960 möglichen Varianten ausgelost. Das hat zur Folge, dass die Spiele ganz anders beginnen als klassische Schachpartien. Die herkömmliche Lehre der Sizilianischen Verteidigung, des Damengambits oder der Caro-Kann-Eröffnung hat hier keinen Wert. Die Spieler können keine auswendig gelernten Zugfolgen abspulen. Das hatte Schachsuperstar Magnus Carlsen am klassischen Schach so genervt. Er sieht die Zukunft im Freestyle Chess, die Variante fördere mehr Kreativität.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Beim Freestyle-Schach werden die Positionen der Figuren auf der Grundlinie ausgelost, wodurch die altbekannten Eröffnungs- und Verteidigungsstrategien aufgehoben werden.

Carlsen erhält für seinen Sieg ein Preisgeld von 100.000 US-Dollar (etwa 84.300 Euro).

Um die Austragung der WM hatte es im vergangenen Jahr noch einen großen Streit  zwischen dem Weltverband Fide einerseits sowie Carlsen und dem deutschen Freestyle-Organisator Jan Henric Buettner andererseits gegeben.

Carlsen und der deutsche Multimillionär Buettner zogen mit Freestyle Chess  eine neue, millionenschwere Turnierserie hoch. Die Fide witterte darin Konkurrenz und drohte Großmeistern , wenn sie an Freestyle Chess teilnähmen, könnten sie nicht mehr um die WM im klassischen Schach spielen.

Freestyle Chess und Fide verhandelten zeitweise über eine Kooperation, eine offizielle Fide-WM im Freestyle Chess. Kurz vor der Einigung ließ die Fide den Deal aber platzen. Ein Eklat.

Anfang Januar gab es dann aber doch die Einigung. Das Freestyle-Chess-Turnier in Weissenhaus wurde zu einer WM deklariert. Freestyle Chess zahlte der Fide für die diesjährigen WM-Rechte einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Für Carlsen bedeutet der Sieg nun in Weissenhaus, dass er seinen formatübergreifend 21. WM-Titel feiern kann.

Lesen Sie hier die Hintergründe zum Streit um die neue WM .

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