In den USA dürfen sich Frauen weiterhin das Medikament Mifepriston online verschreiben lassen. Der Versuch, Schwangerschaftsabbrüche zu blockieren, läuft aber weiter.
Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa, AFP, peng 15. Mai 2026, 4:46 Uhr
Frauen in den USA können sich die Abtreibungspille Mifepriston weiter online verschreiben und per Post schicken lassen – ohne verpflichtenden persönlichen Arztbesuch. Der Oberste Gerichtshof setzte Einschränkungen einer unteren Instanz aus, während das Gerichtsverfahren um das Medikament weiterläuft. Die Richter des Supreme Court gaben damit den Notfallanträgen der Hersteller von Mifepriston statt. Diese hatten vor erheblichen Auswirkungen auf die Versorgung gewarnt.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Mifepriston erstmals 2000 zugelassen und die Pflicht zu persönlichen Arztbesuchen vor fünf Jahren abgeschafft. Dieser Zugang wird nun voraussichtlich mindestens bis ins nächste Jahr kontinuierlich bestehen bleiben. Obwohl das Urteil des Obersten Gerichts den Status quo vorerst sichert, warnen Befürworter von Abtreibungsrechten, dass der Fall noch nicht endgültig entschieden ist.
Online-Verschreibung einer der wichtigsten Wege für Schwangerschaftsabbrüche in den USA
Vor vier Jahren hat die konservative Mehrheit des Obersten Gerichtshofs das seit rund fünf Jahrzehnten geltende landesweite Recht auf den Schwangerschaftsabbruch annulliert. Seitdem liegt die Zuständigkeit für das Abtreibungsrecht bei den einzelnen Bundesstaaten. Rund 20 konservativ geprägte Bundesstaaten haben seither das Recht auf Abtreibung abgeschafft oder drastisch eingeschränkt.
Deshalb hat sich die Online-Verschreibung und anschließende Zustellung des Medikaments per Post in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Wege für Schwangerschaftsabbrüche in den USA entwickelt. Mifepristone kommt inzwischen bei der Mehrheit der Schwangerschaftsabbrüche in den USA zum Einsatz. In Deutschland wird das Präparat unter dem Namen Mifegyne verbreitet.
Der aktuelle Fall vor dem Obersten Gericht entstand aus einer Klage des Bundesstaats Louisiana, der die FDA-Regeln für die Verschreibung von Mifepriston zurücksetzen will. Der Bundesstaat argumentiert, dass die Politik das dortige Abtreibungsverbot untergräbt. Die Klageschrift stellt zudem die Sicherheit des Medikaments infrage, das von FDA-Wissenschaftlern wiederholt als sicher und wirksam eingestuft wurde.

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