FR-Chefin Hoffmann geht: Kinder und Karriere? Vergiss es.

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„Eigentlich“, schreibt Sabrina Hoffmann auf Linkedin, habe sie sich zu ihrem Abgang als Chefredakteurin der „Frankfurter Rundschau“ nicht äußern wollen. Da aber in Mediendiensten interne Informationen aufgeschienen seien, warum sie nach nur einem halben Jahr als FR-Chefredakteurin aufgehört habe, komme sie nicht umhin, sich einzulassen.

Was ihr so sehr zu schaffen machte, dass sie schließlich aufgab, sei, schreibt Hoffmann, dass sich bei dem „Experiment ,Mutter von zwei Kleinkindern als Chefredakteurin einer Tageszeitungʻ“ gezeigt habe, „dass Vereinbarkeit oft so lange befürwortet wird, bis sie von anderen im Arbeitsalltag mitgetragen werden muss“. Das gelte „selbst in Kreisen einer feministischen Medienmarke“. „Unser System“ sei nicht darauf angelegt, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kleinkindern derart zu unterstützen, dass ihr berufliches Fortkommen nicht leidet.

Die Suche nach Kita-Plätzen war ein Albtraum

Die Suche nach Kita-Plätzen mit dem Umzug von Berlin nach Frankfurt sei ein Albtraum gewesen, und aus dem „Umfeld“ der FR habe es geheißen, in der Redaktion werde über sie geredet, sie sei „so oft nicht da“ und würde „früher gehen“. Geredet worden sei über sie, nicht mit ihr. Und so zog sie einen Schlussstrich.

Das können viele Frauen nachvollziehen, wie man in den Kommentaren bei LinkedIn lesen kann – und Männer sollten es ebenfalls tun (was man weniger liest). Auch wenn die Vorstellung, mit zwei kleinen Kindern alleinerziehend einen Chefinnenposten bekleiden zu können, und dann noch im Journalismus, der das Privatleben ohnehin auffrisst, von Sabrina Hoffmann etwas verwegen erscheint und man bei der Beurteilung von außen vorsichtig sein sollte: An dem Grundübel, dass Frauen immer mehr leisten müssen als Männer und Familie noch immer als Frauensache angesehen wird, hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert.

Die Gesetzeslage hat sich ein wenig verbessert, aber das nützt nichts, wenn am Arbeitsplatz, bei Chefs und Kolleginnen und Kollegen Omnipräsenz gefordert ist. Das ist kinder-, frauen- und familienfeindlich und führt für Frauen zu der Gleichung: Kinder oder Karriere. Beides zusammen geht (fast) nicht, schon gar nicht, wenn Männer nicht mitziehen. Wenn nach Ursachen für den Geburtenrückgang gesucht wird: hier ist eine ganz entscheidende.

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