Fortuna Köln vor Oberhausen: Ein Bauprojekt und ein neuer Fokus

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In der Regionalliga West ist für Fortuna Köln etwas die Luft raus, doch neben dem Landespokal blicken die Südstädter auf ein Bauprojekt im heimischen Stadion. Für Julius Biada ist die Saison voraussichtlich beendet.

 Fortuna Köln möchte die Gegengerade überdachen.

Die Fans stehen voraussichtlich bald im Trocknen: Fortuna Köln möchte die Gegengerade überdachen. IMAGO/Funke Foto Services

Für den SC Fortuna Köln waren die vergangenen Tage und Woche so etwas wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Auf sportliche Rückschläge, Verletzungen und Erkrankungen folgten einige gute und gar erlösende Nachrichten. Zunächst hatte sich der Südstadt-Klub durch das 0:1 beim SV Rödinghausen endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Dazu musste Trainer Matthias Mink langfristige Ausfälle verkraften - für Offensivroutinier Julius Biada ist die Saison aufgrund seiner Herzmuskelentzündung aller Voraussicht nach beendet. "Da muss man Ruhe walten lassen", stellte der Coach klar.

Der März endete aus Fortuna-Sicht zumindest positiv. So wurde dem bei der Stadt Köln eingereichten Bauantrag für eine Überdachung der Stehplätze auf der Gegengeraden des Südstadions kürzlich zugestimmt. Geplant ist ein V-förmiges Trapezdach mit den Abmessungen von 120,55 Meter x 10,28 Meter. Die Länge entspricht dem Dach der Haupttribüne, "um ein einheitliches städtebauliches Gesamtbild zu erzeugen", wie es von der Fortuna hieß. Auf dem Dach wäre Platz für eine große Solaranlage, zudem würde es den Schallschutz verbessern.

Mehr Komfort für Stehplatz-Besucher

Fortunas Vize-Präsident Jürgen Drolshagen, hauptberuflich Diplom-Ingenieur für Besonnungstechnik, hatte die Planungen für den Regionalligisten vorangetrieben und wird nun mit der Kölner Sportstätten GmbH (KSS), einer Tochter der Stadt und Eigentümerin des Südstadions, in die Gespräche über die Finanzierung des Bauvorhabens gehen. Die Kosten bewegen sich in einem "hohen sechsstelligen" Bereich. "Wenn alles nach Wunsch läuft, können wir im Sommer starten, aber auch im Herbst wäre es kein Problem. Theoretisch könnte man im laufenden Spielbetrieb anfangen zu bauen, wenn man Bereiche auf Mitte sperrt oder nur die Kurven öffnet", sagt Drolshagen.
Die Stehplatz-Besucher der Fortuna können sich also mittelfristig darauf freuen, auch heftige Regenschauer im Südstadion trocken zu überstehen. Kurzfristig müssen sich die Fans jedoch noch mit der Open-Air-Variante begnügen.

Fünf Heimspiele absolvieren die Kölner noch in der laufenden Saison, vier in der Liga, eines im Mittelrheinpokal - am 16. April (19 Uhr) ist Drittligist Alemannia Aachen im Halbfinale zu Gast in Köln-Zollstock. Auf diesem Wettbewerb liegt nun auch der Fokus der Fortuna. "Wir werden den Teufel tun, die Spannung jetzt nicht mehr hochzuhalten", sagte Trainer Mink. "Das wird die Aufgabe der Spieler sein." Zunächst geht es am Freitag im Verfolgerduell zu Rot-Weiß Oberhausen (19.30 Uhr).

Im Duell der Traditionsmannschaften kann Fortunas Coach auf die zuletzt verletzten oder erkrankten Stipe Batarilo-Cerdic, Arnold Budimbu und Barne Pernot zurückgreifen. "Die Kapelle hat sich wieder etwas gefüllt", so Mink. Verzichten muss er hingegen auf seinen gelbgesperrten Kapitän Dominik Ernst. Vom Routinier gab es trotzdem gute Nachrichten: Der Rechtsverteidiger hat seinen Vertrag beim SC Fortuna verlängert, gleiches gilt für Innenverteidiger Seymour Fünger. "Der Plan ist es, die Stammkräfte weitestgehend zusammenzuhalten", sagte Mink, der neben dem Trainerjob auch den Sportdirektor-Posten ausfüllt. "Mit Blick auf unsere wirtschaftlichen Zwänge wird das natürlich keine leichte Aufgabe."

Christian Krämer

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