Die Internetgiganten Meta und Google haben einen möglicherweise wegweisenden Prozess in den USA verloren. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken über das Suchtpotenzial von Onlinediensten informierten, berichten US-Medien aus dem Gerichtssaal.
Die Geschworenen sprachen der 20 Jahre alten Klägerin demnach einen Betrag von drei Millionen Dollar zu. Auf Meta entfallen demnach 2,1 Millionen Dollar Entschädigungszahlung, auf Youtube 900.000 Dollar. Google kündigte an, in Berufung zu gehen. Der Konzern betont, YouTube gehöre nicht zur Kategorie sozialer Medien. Von Meta heißt es, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe die rechtlichen Optionen.
Onlinesucht führte zu Depressionen und Angstzuständen
In dem Prozess warf die 20-Jährige, die nur unter den Initialen KGM auftrat, Onlineplattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig werden . Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.
Erst am Vortag hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico den Meta-Konzern zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Meta will in Berufung gehen.
Der SPIEGEL hatte vor dem Urteil mit dem Anwalt Matthew Bergmann gesprochen, der die junge Klägerin vertritt. Die Industrie profitiere von einem allgegenwärtigen Produkt, das Menschen krank macht, sagte er, er erwarte eine Klagewelle. »Für mich beginnt hier gerade eine neue Ära der Rechenschaft.« Bergmann erklärt auch, was Eltern tun können, das ganze Interview lesen Sie hier .

vor 2 Stunden
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