Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes werde anders als zunächst beabsichtigt am Donnerstag in Hamburg nicht an einer Demonstration für die Opfer sexualisierter Gewalt teilnehmen. »Eigentlich plante ich dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich«, schrieb Fernandes auf der Plattform Instagram. »Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – man so mundtot gemacht wird?«, fügte sie hinzu.
Bei der Demonstration in Hamburg werden Tausende Menschen erwartet. Nach Polizeiangaben wurden 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Die Kundgebung auf dem Rathausmarkt soll demnach bis 19.00 Uhr dauern. Fernandes schreibt dazu: »Seid bitte LAUT für mich mit! MORGEN bei der Demo!« Aktuell sind auch in weiteren Großstädten für diese Woche Demonstrationen angekündigt, etwa in Frankfurt am Main, Hannover, Köln und München.
Vergangene Woche berichtete der SPIEGEL über Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen: Sie beschuldigt ihn unter anderem, auf sozialen Medien täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert zu haben. Ulmen soll sich als Fernandes ausgegeben und mit einigen Männern sexuelle Gespräche geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben. Das Material sollte offenbar den Eindruck erwecken, als handele es sich um authentische Aufnahmen seiner damaligen Frau.
Noch bevor Fernandes ihren damaligen Partner mit der Verbreitung der pornografischen Darstellungen in Zusammenhang brachte, erstattete sie Anzeige gegen unbekannt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren schließlich ein, weil Ermittlungsansätze gefehlt haben sollen.
In ihrem Instagram-Beitrag nahm Fernandes nun Stellung zu Berichten, wonach sie versäumt habe, erforderliche Unterlagen bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe einzureichen.
Sie gab an, am 21. November 2024 Anzeige gegen unbekannt bei der Berliner Polizei gestellt zu haben. Nach ihren Angaben leitete sie Dokumente und Ermittlungsansätze per E-Mail an die ermittelnden Beamten weiter und hinterließ auch ihre private Handynummer sowie E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme. »Auf meine Nachfrage per E-Mail erhielt ich die Auskunft, dass der Fall nach Schleswig-Holstein weitergegeben wurde und ich kontaktiert werden würde. Danach habe ich nichts mehr gehört«, so Fernandes.
Fernandes hat Ende vergangenen Jahres in Spanien Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet. Im Raum steht die Frage, ob das Verfahren in der Verantwortung der spanischen Behörden bleibt oder ob sich bald auch deutsche darum kümmern müssen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der SPIEGEL hat ihm einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt. Er selbst äußerte sich nicht dazu.
Ulmens Anwälte boten dem SPIEGEL ein Hintergrundgespräch an, das vor der Veröffentlichung des Artikels stattfand. Die Juristen gingen dabei auf einen Teil der Vorwürfe gegen Ulmen ein – zuvor hatten sie es allerdings zur Bedingung gemacht, dass nicht über ihre Einlassungen berichtet werden darf. Die Anwälte, die Ulmen seit der SPIEGEL-Veröffentlichung in der vergangenen Woche vertreten, sprechen im Zusammenhang mit den Vorwürfen unspezifisch von »unwahren Tatsachen«.

vor 2 Stunden
1










English (US) ·