In fünf Bundesländern und der Schweiz hat es Durchsuchungen bei sechs Personen gegeben. Sie sollen Artikel verbotener Gruppen und volksverhetzende Musik verkauft haben.
Aktualisiert am 10. Februar 2026, 10:58 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, ale
Die Polizei ist in Deutschland und der Schweiz mit Durchsuchungen gegen sechs mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen. Die Razzien gehen nach Angaben der Göttinger Polizei sowie der Staatsanwaltschaft auf verdeckte Ermittlungen zurück, die seit Februar 2025 geführt worden seien.
Die Verdächtigen sollen demnach Szeneartikel, Artikel der in Deutschland verbotenen Gruppen Blood & Honour und Combat 18 sowie volksverhetzende Musik verkauft haben. Zudem bestehe ein Verdacht eines Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie des Handels mit verbotenen Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Ermittler beschlagnahmen CDs und Sprengkörper
In Deutschland fanden die Durchsuchungen den Angaben nach in Niedersachsen, Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt statt. Mehr als 100 Einsatzkräfte seien an dem Einsatz in insgesamt elf Objekten beteiligt gewesen.
Dabei seien Tausende rechtsextremistische CDs und Schallplatten sowie große Mengen an Szeneartikeln, Dopingpräparate, Sprengkörper, Schlagringe und eine Schreckschusspistole beschlagnahmt worden. Unter den beschlagnahmten Gegenständen seien Artikel wie Bekleidung, Sticker, Pins und Schlüsselbänder "mit Hakenkreuzen, Reichsadler, SS-Totenschädeln, Hitler-Figuren, Blood & Honour-Schriftzug und weiteren Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen".
Gegen den 43-jährigen Hauptverdächtigen erließ das Amtsgericht Göttingen einen Haftbefehl, der Mann ist nach Polizeiangaben unter Auflagen auf freiem Fuß. Er soll die illegalen Waren im Ausland bestellt oder selbst hergestellt haben. Die anderen fünf Beschuldigten hätten die Waren für ihn gelagert und in seinem Auftrag verkauft. Die Ermittlungen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einem Verfahren gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk aus dem Jahr 2023 angestoßen worden.
Das rechtsextreme Netzwerk Blood & Honour ist in Deutschland seit 2000 verboten. Seinen militanten Arm Combat 18, ebenso wie Blood & Honour in Großbritannien gegründet, verbot das Bundesinnenministerium im Jahr 2020.

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