Anhaltende Kälte hat Berlin in den vergangenen Wochen sichtbar gefordert. Glatte Wege, eingeschränkter Verkehr, volle Notaufnahmen – vieles davon verschwindet mit dem Tauwetter. Doch die Fragen, die dieser Frost aufwarf, bleiben.
Berlinerinnen und Berliner gelten als wehrhaft, ausdauernd und nicht selten nörgelnd. Man arrangiert sich, man schimpft, man hilft sich – und macht weiter. Diese Mischung aus Robustheit und Pragmatismus trägt die Stadt seit Jahrzehnten. Doch Belastbarkeit darf nicht zur stillschweigenden Voraussetzung politischen Handelns werden.
Extreme Witterung ist längst kein Ausnahmefall mehr. Auf Frost folgen Hitzeperioden – und bereits jetzt erste Starkregenereignisse. Auch sie setzen Straßen, Keller und Verkehrsanlagen unter Druck, während Teile der Regen- und Abwasserinfrastruktur vielerorts Jahrzehnte alt sind.
Infrastruktur wird damit dauerhaft zum Stresstest. Wenn der Winter endet, sollte auch die Debatte nicht verstummen. Wer die Berliner Seele ernst nimmt, muss ihr nicht nur Durchhaltevermögen zutrauen, sondern Verbesserungen ermöglichen. Michael Poeck, Königs Wusterhausen

vor 2 Stunden
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