Der französische Bankenkonzern BNP Paribas und Mistral AI haben ihre KI-Partnerschaft um drei Jahre verlängert und auf neue Bereiche ausgeweitet. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris kamen die Partner auch auf KI-gestützte Bedrohungen für Banken zu sprechen.
„Das eigentlich Neue ist die Geschwindigkeit, mit der wir Sicherheitslücken beheben müssen, sowie deren schiere Menge. Es werden sehr viele Schwachstellen gleichzeitig entdeckt“, sagte der IT-Chef von BNP Paribas, Marc Camus, laut Reuters. „Darauf müssen wir uns vorbereiten, und genau daran arbeiten wir mit Hochdruck.“
Konkrete Ankündigungen zur Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit machten die Partner zwar nicht. Bloomberg berichtet jedoch, dass das Pariser KI-Start-up ein eigenes KI-Modell für Cybersicherheit entwickelt hat und mit europäischen Banken Gespräche über dessen Einsatz führe. Einer dieser Partner sei BNP Paribas.
„Die Debatte dreht sich derzeit stark darum, ob Mythos für manche Banken zugänglich ist oder nicht. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es auch andere Modelle anderer Unternehmen gibt“, sagte Camus.
Europa sucht nach Alternativen zu Mythos
Seit der Vorstellung von Mythos im April steht die Bankenbranche unter Zugzwang. Das KI-Modell von Anthropic soll Sicherheitslücken deutlich schneller erkennen können als bisherige Systeme und daraus teils auch mögliche Angriffspfade ableiten. Über die Initiative „Project Glasswing“ erhielten zunächst vor allem US-Partner Zugriff, darunter große Tech- und Sicherheitsunternehmen sowie mehrere US-Banken, um kritische Software abzusichern, bevor vergleichbare Fähigkeiten breiter verfügbar werden.
Ob und in welcher Form inzwischen auch europäische Banken direkten Zugang zu Mythos erhalten haben, ist öffentlich nicht bestätigt. Die jüngsten Aussagen von BNP Paribas und Mistral deuten jedoch darauf hin, dass europäische Institute weiter nach Alternativen suchen. Anthropic-Konkurrent OpenAI hat ein eigenes Modell für Cybersicherheit vorgestellt, auf das auch einige europäische Unternehmen Zugriff haben. Mit dem Pariser KI-Start-up Mistral entsteht nun offenbar auch eine europäische Antwort auf das Problem.
Die Partnerschaft zwischen Mistral und BNP Paribas geht auf das Jahr 2023 zurück. Mit der Verlängerung werde die Zusammenarbeit laut Unternehmen über den bloßen Zugang zu großen Sprachmodellen hinaus ausgeweitet und umfasse auch Software, Lösungen sowie gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, schreibt BNP Paribas.
(tobe)











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