Der Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, tritt von seinem Amt zurück. Brende begründet den Schritt in einer Mitteilung damit, dass das Forum seine Arbeit ohne Ablenkungen fortsetzen solle. Er blicke auf achteinhalb lohnende Jahre zurück, erklärte der frühere norwegische Außenminister. In einer zweiten Mitteilung erklärten die Co-Vorsitzenden des Stiftungsrats, André Hoffmann und Larry Fink, sie akzeptierten die Entscheidung Brendes.
Dem Rücktritt ging eine unabhängige Untersuchung zu den Kontakten Brendes zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch externe Anwälte voraus. Diese sei nun abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergeben, heißt es in der Mitteilung weiter. Einer Offenlegung des US-Justizministeriums zufolge hatte der Norweger drei Geschäftsessen mit Epstein und kommunizierte auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär.
Roche-Vizepräsident Hoffmann und Blackrock-Chef Fink dankten Brende für seine Führung während einer wichtigen Reformphase und das erfolgreiche Jahrestreffen in Davos. Bei Jahrestreffen in dem Schweizer Ort nehmen jeweils Tausende Wirtschaftsführer und Toppolitiker teil. Im Januar 2026 hielt unter anderem US-Präsident Donald Trump eine Rede und traf sich mit einer Reihe von Politikern und Spitzenmanagern. Brende, der in Norwegen zuvor als Umwelt-, Handels- und Außenminister fungiert hatte, war 2017 zum WEF-Präsidenten ernannt worden.
Als Interimspräsidenten bestimmt der Stiftungsrat den gegenwärtigen Managing Director des WEF, Alois Zwinggi. Das Gremium Stiftungsrat werde die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einleiten, hieß es in der Mitteilung.
Brende ist nicht der Erste, der über die Epstein-Affäre stolpert. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt, Thomas Pritzker, seinen Hut genommen. Die norwegische Diplomatin Mona Juul trat von ihrem Posten zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit bat für ihre früheren Kontakte zu Epstein um Entschuldigung. In Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt auf. Verbindungen zu prominenten Deutschen sind bislang nicht bekannt geworden.

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