Gegen den Norwegens Ex-Regierungschef Thorbjørn Jagland wird wegen Korruption ermittelt. Seine Wohnungen werden wegen seines Kontakts zu Jeffrey Epstein durchsucht.
12. Februar 2026, 13:34 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, dar
In Norwegen haben Behörden im Zusammenhang mit dem Epstein-Missbrauchsskandal begonnen, die Wohnungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland zu durchsuchen. Das bestätigte Jaglands Anwalt der Zeitung Verdens Gang. Demnach wurde neben einer Wohnung in Oslo auch ein Haus an der Ostküste des Landes durchsucht.
Jagland war nach seiner Zeit als Ministerpräsident jahrelang Generalsekretär des Europarates sowie Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees. Am Mittwoch hatte der Europarat auf Wunsch Norwegens die Immunität in Bezug auf Jaglands Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 aufgehoben.
Gegen Jagland wird aufgrund seiner Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wegen schwerer Korruption ermittelt. Er soll er während seiner Zeit im Europarat in Epsteins Wohnungen in Paris und New York übernachtet und in dessen Anwesen in Palm Beach Urlaub gemacht haben.
Jagland will mit Behörden kooperieren
Jaglands Anwalt sagte der Nachrichtenagentur NTB, sein Mandant arbeite mit der zuständigen Ermittlungsbehörde zusammen. Er glaube jedoch nicht, dass Umstände vorliegen, die zu einer Strafverfolgung führen.
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals nur eine 18-monatige Haftstrafe. 2019 wurde er erneut festgenommen, unter anderem wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Im August 2019 nahm er sich nach offiziellen Angaben im Gefängnis das Leben.
Ende Januar hatte das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht. Seitdem stehen zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft weltweit wegen Verbindungen zu Epstein in Kritik und sind zurückgetreten.

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