Epstein-Akten: Weltwirtschaftsforum will Epstein-Verbindung seines Chefs untersuchen

vor 1 Stunde 2

Der Präsident des WEF soll an mehreren Geschäftsessen mit Jeffrey Epstein teilgenommen haben. In Polen starten Untersuchungen zu zwei möglichen Epstein-Mitarbeitern.

Aktualisiert am 5. Februar 2026, 18:26 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 WEF-Präsident Börge Brende beim Weltwirtschaftsforum in Davos am 22. Januar
WEF-Präsident Börge Brende beim Weltwirtschaftsforum in Davos am 22. Januar © Fabrice Coffrini/​AFP/​Getty Images

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat angekündigt, die Verbindungen seines Präsidenten Börge Brende zum 2019 in Haft gestorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein untersuchen zu wollen. Das WEF wolle "die jüngsten Enthüllungen" über die Teilnahme von Brende "an drei Geschäftsessen mit Jeffrey Epstein sowie die anschließende E-Mail- und SMS-Kommunikation klarstellen", teilte die Organisation mit. Man habe beschlossen, dafür eine "unabhängige Untersuchung einzuleiten". 

Der Norweger Brende war ehemals Umwelt-, Handels- und Außenminister seines Landes. Seit 2017 ist er Präsident des WEF, das jedes Jahr das Treffen von Spitzenpolitikern und Geschäftsleuten in Davos in der Schweiz ausrichtet. 

Zahlreiche prominente Namen in freigegebenen Akten

Das US-Justizministerium hatte in der vergangenen Woche Millionen neue Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht. In ihnen tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf – entweder, weil sich Epstein mit anderen Menschen über sie schriftlich ausgetauscht hatte, oder weil sie direkten schriftlichen Kontakt mit Epstein hatten. 

OK, America? - Klaus Brinkbäumer und Rieke Havertz erklären die USA: Hello again, Epstein-Files

Die Veröffentlichung der Akten lässt Epstein als noch besser vernetzt erscheinen, als es bisher bekannt gewesen ist. Wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen war Epstein 2008 zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. 

Wie die Dokumente belegen, hatten zahlreiche einflussreiche Personen auch danach mit ihm Kontakt. 2019 war er erneut festgenommen worden und starb kurz darauf in einer Gefängniszelle in New York. Epstein wird vorgeworfen, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Frauen und Mädchen unterhalten zu haben, zudem soll er sie an Bekannte vermittelt haben. 

Polen ermittelt gegen mögliche Epstein-Mitarbeiter

In Polen stehen derzeit zwei unbekannte Personen im Verdacht, in diesem Kontext für Epstein gearbeitet zu haben. Justizminister Waldemar Zurek sagte, den Behörden seien die Namen bekannt, es handle sich um einen Mann und eine Frau. Eine Kommission aus Geheimdienst, Staatsanwaltschaft und Polizei solle kommende Woche erstmals zusammenkommen und auch zu möglichen Opfern ermitteln. 

Abhängig vom Ergebnis der Ermittlungen könnte demnach eine offizielle Untersuchungskommission einberufen werden. Diese wäre befugt, Einsicht in Dokumente zu verlangen, die in den USA bisher unter Verschluss gehalten werden, sagte Zurek. 

Am Dienstag hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk Untersuchungen zu einer möglichen Verbindung zwischen Epstein und russischen Geheimdiensten angekündigt. Russland wies eine solche Verbindung zurück. 

Gesamten Artikel lesen