Der Stabschef des britischen Premierministers Keir Starmer ist am Sonntag zurückgetreten. Er zieht damit die Konsequenzen aus der Affäre um die umstrittene Ernennung von Peter Mandelson zum Botschafter in den USA. McSweeney erklärte, er übernehme die volle Verantwortung für seinen Rat an Starmer, Mandelson auf den Posten zu hieven. „Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch“, teilte der 48-Jährige mit. „Er hat unserer Partei, unserem Land und dem Vertrauen in die Politik geschadet.“
Starmer, der McSweeney noch in der vergangenen Woche verteidigt hatte, sagte am Sonntag, es sei ihm eine Ehre gewesen, mit ihm zusammenzuarbeiten. Vor zehn Tagen waren neue Dokumente aufgetaucht, die das Ausmaß der Beziehungen Mandelsons, der 2024 Botschafter in Washington
wurde, zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegen. Die Unterlagen deuten zudem darauf hin, dass er 2009 und 2010 Regierungsdokumente an Epstein weitergegeben hat. Inzwischen laufen polizeiliche Ermittlungen wegen möglichen Fehlverhaltens im Amt. Labour-Abgeordnete hatten McSweeneys Rücktritt gefordert. Sie und seine politischen Gegner hatten ihm vorgeworfen, bei der Ernennung seines Freundes Mandelson keine gründliche Überprüfung sichergestellt zu haben. Für
Starmer entwickelt sich der Vorgang zur wohl schwersten Krise seiner 18-monatigen Amtszeit. Der Rücktritt seines wichtigsten Strategen, der als Architekt von Starmers Wahlsieg vor knapp zwei Jahren galt, wirft Fragen über die künftige Ausrichtung der Regierung auf. Angesichts schlechter Umfragewerte wird auch innerhalb der Labour-Partei offen Kritik an Starmers Urteilsvermögen laut. Es gilt als offen, ob der Rücktritt McSweeneys ausreicht, um die Kritiker zu beruhigen.










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