Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Das klingt relativ hohl. Ein bisschen wie Donald Trumps Idee hinter seinem nächsten großen Projekt. Er möchte hier in Washington einen riesigen Triumphbogen bauen.«
Passantinnen und Passanten:
»Das ist Mist. Ich finde, das ist das Lächerlichste, was je gemacht worden ist.«
»Ich finde, das ist eine wunderbare Idee.«
»Er macht das für sein eigenes Ego.«
»Das ist verdammt cool. Das ist super!«
»Es ist hässlich. Es sieht einfach hässlich aus!«
Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Das hier ist natürlich nur ein Modell, damit alle zum 4. Juli, dem großen Nationalfeiertag, schon mal ein bisschen in Triumphbogenlaune kommen. Der Echte soll viel, viel höher werden, nämlich rund 76 Meter. Zum Vergleich: Das wäre mehr als doppelt so hoch wie das Riesenrad, in dem wir hier gerade sitzen. Das ist nämlich nur rund 34 Meter hoch. Selbst der Triumphbogen in kommt nur auf rund 50 Meter und das Brandenburger Tor in Berlin nur auf 26 Meter. Trumps Superbogen soll dann auch gar nicht da unten stehen, sondern wo mehr Platz ist. Da hinten.«
Hier nämlich. Und die Höhe sorgt hier für gleich mehrere Probleme
Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Mit seinen 76 Metern würde der Triumphbogen Blick auf einen wichtigen Soldatenfriedhof da hinter mir verbergen. Es könnte sogar Probleme für den Flugverkehr über D.C. geben. Aber vor allem wird Trump mit dem Projekt – mal wieder – ein gewisser Größenwahn nachgesagt.«
Denn Trump möchte hier sich selbst ein Denkmal setzen. Auf die Frage eines Journalisten, für wen der Triumphbogen eigentlich ist, sagte Trump: »Für mich.«
Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Und genau das ist eben der Unterschied: Natürlich gibt es hier in Washington schon riesige Denkmäler für US-Präsidenten. Zwei kann man von hier aus sogar sehen: einmal das Lincoln Memorial da am Ende der Straße und da ganz hinten, der große Obelisk, das ist das Washington Monument. Aber die wurden erst Jahrzehnte nachdem die jeweiligen Präsidenten verstorben sind , gebaut – und nicht während sie noch am Leben waren.«
Und jetzt also der Triumphbogen. Bislang war die Regel einfach: erst sterben, dann Denkmal. Trump überspringt den ersten Schritt.
Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Finden Sie das problematisch, dass ein Präsident sich selbst ein Denkmal setzt?«
Passantinnen und Passanten:
»Nein, Präsidenten machen andauernd monumentale Dinge. Dafür werden sie gewählt.«
»Tote Präsidenten haben Denkmäler. Es ergibt keinen Sinn, dass ein Mann, der noch lebt, ein Denkmal braucht.«
»Ich glaube nicht, dass er wörtlich ›für sich‹ meinte. Ich denke, er meinte: für sein Vermächtnis, er möchte das Land schön machen.«
»Wenn ich so alt bin wie er, hoffe ich, dass ich nicht so sehr nach Macht und Kontrolle durste – und danach, dass mein Name überall drauf steht.«
»Ich glaube, die politischen Kräfte, die gegen ihn sind, sind vielleicht gegen Amerika.«
»Die Tatsache, dass wir uns mit Prestigeprojekten beschäftigen, während wir in diesem Land mit ernsten Problemen zu kämpfen haben, zeigt, was es bedeutet, wenn in einem kapitalistischen Staat nach wie vor eine oberflächliche, minderwertige Diktatur herrscht.«
Der Triumphbogen ist längst nicht Trumps einzige Baustelle. Am Weißen Haus entsteht ein – ebenfalls nicht ganz unumstrittener – Ballsaal. So soll der aussehen. Aus einem gewöhnlichen Jedermann-Golfplatz mitten in der Hauptstadt soll ein exklusiver Trump-Golfplatz werden. In Miami ist eine präsidiale Bibliothek geplant. Da sind zwar im ersten Entwurf keine Bücher zu sehen – aber Flugzeuge! Alles überall also neu, und meistens steht »Trump« drauf. Schon klar, wie das endet, oder? Mit diesen größten Präsidenten der US-Geschichte will sich Trump jetzt also auch in Washington auf eine Stufe stellen – indem er auch ein Denkmal bekommt.
Passantinnen und Passanten:
»Er ist auch ein weißer Mann. Das ist die einzige Ähnlichkeit, die ich sehe.«
»Ja, ich glaube, das ist gerechtfertigt. Absolut. Ich bin total dafür. Weil ich glaube, dass er ein großartiger Präsident ist und viel für Amerika getan hat.«
»Es gibt einen großen Unterschied zwischen Menschen mit Charakter und Integrität, denen das Land wichtig war und nicht nur sie selbst. Ich glaube, sein Vermächtnis wird im Mülleimer der Geschichte landen.«
»Trump ist definitiv der größte Präsident meiner Lebenszeit. Er hat unsere Grenze geschlossen. Er liebt unser Land. Er ist saukomisch. Ich liebe ihn einfach.«
»Er ist ein tief unsicherer Mann, der nicht den Mut Washingtons hat oder den Intellekt Jeffersons oder die Fähigkeit, ein Land zusammenzubringen, wie Lincoln sie hatte.«
Andreas Landberg, SPIEGEL:
»Es laufen noch Klagen, die den echten Triumphbogen verhindern sollen. Und eigentlich muss auch der Kongress so einem Bau zustimmen. Wenn es aber nach Trump geht, wird das Ding innerhalb der nächsten zwei Jahre fertig, also während seiner Amtszeit. Anfang 2029 muss er das Weiße Haus nämlich verlassen. Also, theoretisch. Wenn er sich an die Verfassung hält. Dieser Präsident, der sich selbst ein Denkmal setzt.«

vor 1 Tag
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