Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten weitreichenden Zölle haben weltweit zu Verwerfungen auf den Märkten geführt. Der Dax rutschte zum Handelsauftakt an der Frankfurter Börse auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar, er verlor 2,3 Prozent auf 21.873 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 2,44 Prozent auf 26.824 Punkte.
»Die verhängten Zölle übertreffen die Erwartungen beziehungsweise Befürchtungen«, sagte Thomas Altmann vom Finanzinstitut QC Partners. Damit rücke der US-Präsident die Weltwirtschaft näher an den Abgrund heran. »Dieses Vorgehen wird weltweit Wachstum kosten.«
US-Präsident Trump hatte am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses eine drastische Verschärfung seiner Wirtschaftspolitik angekündigt. Importe aus der Europäischen Union werden demnach mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China sogar mit einem Zoll von 34 Prozent. Als »Mindestsatz« für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent.
Auch in Asien gerieten die Börsen unter Druck. Der 225 Werte umfassende Tokioter Nikkei-Index rutschte am Donnerstag um gut drei Prozent auf 34.570 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix verlor fast vier Prozent auf 2548 Zähler. Damit verzeichneten die beiden Börsenbarometer ihre größten Tagesverluste seit rund einem halben Jahr. In China gaben die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen jeweils rund ein halbes Prozent nach.
Als unmittelbare Folge der Zollverunsicherung stieg an den Finanzmärkten die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen sprunghaft an. Der Goldpreis erklomm ein Rekordhoch und die Kurse von Staatsanleihen wie die Deutschlands stiegen. Zudem legte der Euro gegenüber dem Dollar weiter zu und stieg bis auf fast 1,10 US-Dollar. Der Dollar-Index verlor in der Spitze 0,8 Prozent auf 102,9840 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2024.
Ebenfalls drückten die Zollerhöhungen die Preise am Rohstoffmarkt. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligten sich am Donnerstag um jeweils rund 2,5 Prozent auf 73,03 und 69,75 Dollar je Fass (159 Liter). Unter Druck gerieten auch die Industriemetalle: Die Preise für Zinn, Aluminium, Kupfer und Nickel fielen um knapp ein bis gut drei Prozent. »Die Kupfer- und Öl-Futures sind ein Gradmesser für das globale Wachstum, und die Nachfrage nach Öl hängt besonders stark von den Schwellenländern ab – vor allem in Asien, wo einige der Zölle besonders hoch ausfallen«, sagte Vivek Dhar, Rohstoffstratege bei der Commonwealth Bank of Australia.
Goldpreis erreicht Allzeithoch
Der Goldpreis stieg indes zeitweise um bis zu 1,1 Prozent auf 3167,57 Dollar je Feinunze und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Gewinnmitnahmen drückten ihn daraufhin jedoch leicht ins Minus, zuletzt lag der Preis für das in Krisenzeiten als sicherer Hafen geltende Metall bei rund 3128 Dollar. Allein in diesem Jahr kommt das Gold auf ein Plus von mehr als 15 Prozent.