Mark Rutte, Nato-Generalsekretär:
»Ich möchte Ihnen zeigen, was dieser Präsident erreicht hat.«
Der Nato-Generalsekretär ist zu Gast im Weißen Haus. Und einmal mehr hat Mark Rutte neben vielen warmen Worten sogar Schaubilder mitgebracht:
Mark Rutte, Nato-Generalsekretär:
»Die ›Trump-Billion‹ zeigt, wie sich die Verteidigungsausgaben der Europäer und Kanadier seit Ihrem Amtsantritt im Jahr 2017 erhöht haben.«
Ruttes offensichtliche Strategie gegenüber dem eitlen US-Präsidenten: Volle Schmeichelei voraus!
Mark Rutte, Nato-Generalsekretär:
»Ich kann Ihnen versichern, dass dies an Russland und den Bedrohungen liegt. Aber ich bin auch absolut davon überzeugt, dass Sie als US-Präsident etwas voranbringen, was seit Eisenhower nicht mehr erreicht wurde: die Angleichung der Verteidigungsausgaben der Europäer an die der USA.«
Der Nato-Chef ist nach Washington gereist, um die Spannungen zwischen dem Verteidigungsbündnis und dem US-Präsidenten zu entschärfen. Superlative für Trump und Balkendiagramme, die in die Höhe schnellen, verfangen aber nicht so richtig beim mächtigsten Mann der Welt.
Donald Trump, US-Präsident:
»Ich weiß Ihre freundlichen Worte zu schätzen, Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Und ich glaube, wenn jemand anderes in dieser Position gewesen wäre, würden wir uns heute – um ehrlich zu sein – gar nicht treffen. Denn wir sind im Stich gelassen worden. Wir brauchten [in Iran] überhaupt keine Hilfe. Wir haben sie buchstäblich schon in der ersten Woche vernichtend geschlagen. Es wäre aber schön gewesen, wenn [die Nato-Mitglieder] gesagt hätten: ›Wir möchten helfen‹.«
Und dann geraten Rutte und Trump doch noch vor laufenden Kameras in eine Situation, die der Nato-Chef vermutlich gern vermieden hätte.
Mark Rutte, Nato-Generalsekretär:
»Ich würde behaupten, dass es sehr schwierig geworden wäre, Iran die Stirn zu bieten, wenn Europa nicht als Plattform dagewesen wäre, mit der die USA ihre Macht zeigen konnten. Er hat recht, es gibt auch Grund zur Enttäuschung. Es ist also eine gemischte Bilanz.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Nun, die große Frage ist: Zahlen sie die fünf Prozent? Vor sechs Monaten, als wir zusammensaßen, haben sie zugestimmt, fünf Prozent zu zahlen. Und größtenteils zahlen sie nicht.«
Ruttes Hauptaufgabe besteht seit Trumps Amtsantritt im vergangenen Jahr zu einem großen Teil darin, das Verhältnis zwischen Nato und US-Regierung zu kitten. Denn nicht nur beim Thema Verteidigungsausgaben herrscht Uneinigkeit. Auch die Weigerung europäischer Staaten, Trumps Iran-Kampagne zu unterstützen oder Trumps Vorstoß, Grönland »kaufen« zu wollen, sorgten zuletzt für Spannungen.
Der Druck auf den Nato-Gipfel Anfang Juli in der Türkei ist deshalb hoch. Einige europäische Länder befürchten, dass sich Washington endgültig aus dem Bündnis zurückziehen könnte – ein Schritt, der die Zukunft der Nato infrage stellen würde.

vor 2 Stunden
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