Donald Trump: Formel für Strafzölle sorgt für Spott

vor 1 Tag 1

Nach der Ankündigung eines massiven Zollpakets durch US-Präsident Donald Trump sorgt die Berechnung der einzelnen Zollsätze für Kritik und Spott. Trump hatte angekündigt, die jeweilige Belastung von Ländern werde »der kombinierte Satz all ihrer Zölle, nicht-monetären Hemmnisse und anderen Formen des Betrugs« sein. Die am Mittwoch verkündeten Sätze von bis zu 50 Prozent erklären das aber nur sehr bedingt.

Mittlerweile veröffentlichte Trumps Handelsbeauftragter eine komplex wirkende Formel  samt einiger Erläuterungen, welche die einzelnen Sätze für einzelne Länder erklären sollen. Deren Zölle auf US-Importe waren dabei offensichtlich nicht entscheidend. Vielmehr stützen sich die Berechnungen auf einen Faktor, der Trump seit Langem umtreibt: das Handelsdefizit der USA gegenüber anderen Ländern – also der Unterschied zwischen Exporten und Importen.

So findet es der US-Präsident beispielsweise unfair, dass Deutschland mehr Autos in die USA verkauft als umgekehrt. Die allermeisten Ökonomen sehen das Ungleichgewicht hingegen vor allem als Ausdruck unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit von deutschen und amerikanischen Herstellern. Trump aber scheint überzeugt, dass er die Handelsdefizite der USA mit dem Rest der Welt ausgleichen kann.

Wie unter anderem die »New York Times« berichtet, hat die Trump-Regierung ihre Zölle nun in zwei Schritten berechnet:

  • Das Handelsdefizit der USA mit dem jeweiligen Land wurde durch die Exporte des Landes in die USA geteilt.

  • Das Ergebnis dieser Rechnung wurde halbiert und ergab den Steuersatz.

Beobachter üben scharfe Kritik an diesem Vorgehen. Von »außergewöhnlichem Unsinn« sprach der US-Finanzjournalist und Buchautor James Surowiecki, der als Erster auf die Formel aufmerksam gemacht hatte.

Surowiecki wies unter anderem auf den Fall von Südkorea hin, mit dem die USA ein Handelsabkommen haben. Dennoch wurde das Land mit einem Zollsatz von 25 Prozent belegt. Zudem hätten Trumps Beamte nur die Handelsbilanz für Waren einbezogen, nicht aber für Dienstleistungen. In diesem Bereich haben die USA einen Überschuss gegenüber dem Rest der Welt, insbesondere wegen ihrer starken Technologie-Konzerne.

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Auch Claus Michelsen, Chefvolkswirt beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller, spottete über die Berechnungen. Er wies darauf hin, welch absurden Ergebnisse es hätte, wenn andere Länder die Formel der US-Regierung anwendeten. Demnach könnte beispielsweise Gibraltar einen Satz von rund 75.000 Prozent erheben.

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Die US-Regierung zeigt sich von derlei Kritik unbeeindruckt. Nach Bekanntgabe der Maßnahmen veröffentlichte das Weiße Haus am Mittwoch eine Pressemeldung mit der Überschrift: »Präsident Trumps mutige Handelsmaßnahmen sorgen für Lob«.

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