Die Suche nach Perfektion: Wie Ansbach auch Schweinfurt die Stirn bieten möchte

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Die SpVgg Ansbach ist im neuen Jahr noch ungeschlagen und gehört zu den formstärksten Teams der Regionalliga Bayern. Am Wochenende wartet auf die Elf von Niklas Reutelhuber gegen Tabellenführer Schweinfurt der bislang härteste Test.

Die SpVgg Ansbach und Kapitän Tobias Dietrich fahren nicht hoffnungslos nach Schweinfurt.

Die SpVgg Ansbach und Kapitän Tobias Dietrich fahren nicht hoffnungslos nach Schweinfurt. IMAGO/Zink

Man könnte meinen, die Stimmung bei der SpVgg Ansbach könnte nach dem starken Jahresauftakt in der Frühjahrsrunde der Regionalliga Bayern kaum besser sein. Die Nullneuner sind im neuen Jahr weiterhin ungeschlagen und holten aus den ersten fünf Partien beeindruckende elf Punkte. Dadurch wuchs der Vorsprung auf die Gefahrenzone - trotz zweier noch ausstehender Nachholspiele - auf komfortable sechs Zähler an.

Klar, angesichts der verfügbaren Mittel in der mittelfränkischen Hauptstadt kann und muss man mit dem Auftakt zufrieden sein. Dennoch wurmt das jüngste 1:1 gegen den mittlerweile auf Rang 18 abgerutschten FC Eintracht Bamberg Cheftrainer Niklas Reutelhuber noch immer. "Mich ärgert unser Auftritt gegen Bamberg sehr. Dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben, lag zu 100 Prozent an uns und nicht am Gegner", lässt der Trainer das Spiel Revue passieren.

Nullneuner mit ungewohntem Gesicht

Vor allem in der ersten Halbzeit präsentierten sich die Nullneuner ungewohnt blass - ein Bild, das man in diesem Jahr so noch in keinem Punktspiel gesehen hatte. Anstelle von hoher Intensität und Offensivdrang fehlten Mut und vor allem kreative Ideen im Spiel nach vorne. Die Quittung folgte noch vor der Pause mit dem 0:1-Rückstand.

"Die Leistung hatte sich schon unter der Woche angedeutet", hadert Reutelhuber mit der schwachen Trainingswoche vor dem Bamberg-Spiel. Etwas Positives konnte der 26-Jährige dem enttäuschenden Ergebnis dennoch abgewinnen: die zweite Halbzeit. "Da war es fast ein Spiel auf ein Tor", erinnert sich Reutelhuber. Auch wenn ein Chancengewitter ausblieb, zeigte seine Mannschaft die geforderten Tugenden und verdiente sich am Ende den Ausgleich - wenn auch mit etwas Glück beim abgefälschten 1:1.

Wenn man in der Regionalliga so eine Halbzeit spielt, hat man es nicht verdient zu gewinnen.

"Wenn man in der Regionalliga so eine Halbzeit spielt, hat man es nicht verdient zu gewinnen", stellt der Chefcoach fest. Aus diesem Grund dürfe man sich eine solche Halbzeit nicht nochmal erlauben. Besonders mit Blick aufs kommende Wochenende. Denn da wartet auf die Grün-Weißen der wohl härteste Test seit dem Jahreswechsel. Im Sachs-Stadion trifft Ansbach auf den Tabellenführer 1. FC Schweinfurt 05.

Tiefschlafphase beim Primus verboten

Für Reutelhuber gehört Schweinfurt nicht nur wegen des Tabellenplatzes zu den besten Teams der Liga. "Da reichen wenige schlechte Momente oder Minuten", um bestraft zu werden. Ganze 45 Minuten unter Betriebstemperatur darf sich Ansbach nicht erlauben. Die Suche nach dem passenden Matchplan gleicht der Suche nach der Perfektion: "Wir brauchen ein nahezu perfektes Spiel, um aus Schweinfurt etwas mitzunehmen", sieht der Trainer herausfordernde Perspektiven.

Dass seine Mannschaft aber durchaus in der Lage ist, bei den heimstarken Schnüdeln eine perfekte Leistung abzurufen, hat sie schon mehrfach bewiesen. Nicht nur bei den drei Auftaktsiegen, sondern auch beim 1:1 gegen Rückrunden-Tabellenführer TSV Buchbach, als mit etwas Glück sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. Klar ist aber, dass gegen den 1. FC 05 die gleiche Energieleistung nötig sein wird, mindestens.

Daumenbruch bei Abwehrchef Weeger

Nicht im Kader stehen wird Eric Weeger. Der Ansbacher Abwehrchef, der gegen Schweinfurt ohnehin eine Gelbsperre hätte absitzen müssen, erlitt einen Daumenbruch. Wie lange der Ex-Löwe ausfällt, ist noch völlig unklar. "Von ein paar Tagen bis zu ein paar Wochen ist alles möglich", erklärt Reutelhuber. Eine Operation ist nicht nötig, nur die ungeklärte Frage, ob eine Schiene oder am Ende ein Gips angelegt werden muss, lässt den Ansbacher noch im Dunkeln tappen. Ansonsten kann Reutelhuber aus dem Vollen schöpfen, um bis Samstag eine Elf zusammenzustellen, die gewillt ist, dem Primus die Stirn zu bieten.

Lukas Karakas

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