Darline Graham Nordone übernimmt die Amtsgeschäfte ihres Bruders nach dessen Tod. Donald Trump spricht von einer »fabelhaften Würdigung« des verstorbenen Senators.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, spr 14. Juli 2026, 22:36 Uhr
Die jüngere Schwester des überraschend gestorbenen US-Senators Lindsey Graham ist als seine Nachfolgerin vereidigt worden. Darline Graham Nordone wurde im US-Parlament als Senatorin bestätigt und wird die verbleibenden Monate der Amtszeit ihres Bruders bis Januar übernehmen. Sie vertritt als erste Frau den US-Bundesstaat South Carolina im Senat in Washington.
»Lindsey war immer für mich da, und jetzt werde ich für ihn da sein«, hatte Nordone zuvor gesagt. Über ihre politischen Ansichten ist öffentlich nur wenig bekannt. Nordone begann ihre Karriere als Optikerin, bevor sie unterschiedliche Jobs an der Clemson University in South Carolina und dem Arbeitsministerium des Bundesstaates annahm.
Trump hatte sich Nordone gewünscht
Lindsey Graham war am Wochenende im Alter von 71 Jahren überraschend an den Folgen einer Gefäßerkrankung gestorben. Graham hatte seit 1995 dem US-Repräsentantenhaus und seit 2003 dem US-Senat angehört und galt als außenpolitischer Hardliner. Vor Beginn des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran sprach er sich etwa offen für einen Regimewechsel aus.
Im Kongress galt Graham zudem als entschiedener Gegner Russlands. 2023 setzte ihn das Land auf eine Fahndungsliste, nachdem er Russinnen und Russen dazu aufgerufen hatte, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu töten. Der Republikaner hatte erst am Freitag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Hauptstadt Kyjiw besucht.
Gemäß der Gesetzeslage im Bundesstaat South Carolina darf im Todesfall eines Senators der Gouverneur eine Nachfolge festlegen. Der Gouverneur von South Corolina, Henry McMaster, hatte Nordone um die Übernahme der Amtsgeschäfte gebeten. US-Präsident Donald Trump hatte diese Lösung vorgeschlagen und von einer »fabelhaften Würdigung« Grahams gesprochen.
Über die Nachfolge Grahams für die kommenden sechs Jahre wird bei den Kongresswahlen im November abgestimmt. Die Republikaner von South Carolina haben dazu für den 11. August eine parteiinterne Vorwahl angesetzt. Lindsey Graham war eigentlich als republikanischer Kandidat gesetzt gewesen.

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