„Darf nicht ungeahndet bleiben“: Prominente fordern in offenem Brief Ermittlungen nach Massakern im Iran

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Prominente Deutsch-Iraner haben nach dem Massaker an Demonstrierenden im Iran einen offenen Brief an den Generalbundesanwalt sowie die Bundestagsabgeordneten verfasst. In dem Schreiben, das die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Mittwochabend veröffentlichte, fordern die Unterzeichner die Bundesregierung auf, Ermittlungen aufzunehmen, Beweise systematisch zu dokumentieren und – falls möglich – Verantwortliche nach dem Völkerstrafgesetzbuch zu verfolgen.

Initiiert hatten das Schreiben die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, Schriftsteller Navid Kermani, Filmregisseur Mohammad Rasoulof und die Schauspielerin Jasmin Tabatabai. Bis Mittwochabend hatten es 67 Personen unterzeichnet, darunter auch Felor Badenberg, Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz.

Massaker mit mehr als 30.000 Toten

In dem Brief heißt es: „Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Massaker an demokratischen Demonstrantinnen und Demonstranten im Januar 2026 vergessen werden und ungeahndet bleiben.“ Verschiedenen Informationen zufolge kamen am 8. und 9. Januar mehr als 30.000 Menschen ums Leben. Dabei dürfe es sich um das blutigste Massaker an Demonstranten in einem derart kurzen Zeitraum handeln, so die Unterzeichner. Jeder kenne jemanden, der getötet wurde oder Augenzeuge von Tötungen war.

Jasmin Tabatabai bei der ARD Blue Hour im Rahmen der 76. Berlinale am 13.02.2026 in Berlin ARD Blue Hour in Berlin *** Jasmin Tabatabai at the ARD Blue Hour as part of the 76 Berlinale on 13 02 2026 in Berlin ARD Blue Hour in Berlin PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Jasmin Tabatabai, eine der Initiatorinnen des offenen Briefes

© imago/APress/imago

Weiter: „Die Bilder und Berichte nähren den Verdacht, dass es sich bei dem Massaker um keine spontanen Übergriffe von Soldaten und Milizionären gehandelt hat, sondern um eine geplante, systematische und landesweite Aktion der Staatsführung.“ Ziel sei es gewesen, den Freiheitswillen der iranischen Bevölkerung ein für alle Mal zu brechen.

Da der Iran kein Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs sei und internationale Strafjustiz aufgrund der Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrates und des Verhaltens der Vetomächte nicht angerufen werden könne, brauche es Ermittlungen in dritten Staaten wie in Deutschland. Das habe sich bereits bei der Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Assad-Regimes in Syrien bewährt. (KNA)

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